Bundestrainerin Sandra Klinger freute sich mit Ronja Buddenkotte über deren Medaille. © Privat
Judo

Als Nachrückerin zur Silbermedaille – Schermbeckerin machte es bei der EM fast wie einst die Dänen

Dänemarks Fußballer wurden 1992 als Nachrücker Europameister, die Schermbeckerin Ronja Buddenkotte machte es 29 Jahre später fast genauso.

Eigentlich sollte Ronja Buddenkotte in dieser Woche wieder die Schulbank drücken. Doch sie hatte eine mehr als gute Entschuldigung: die U18-Europameisterschaft in Riga.

Dabei waren die EM-Chancen der Schermbeckerin Anfang der Sommerferien auf ein Minimum gesunken. Wegen einer Handverletzung konnte sie nicht am deutsch-französischen Lehrgang im Leistungszentrum Kienbaum teilnehmen, und der war wesentlicher Bestandteil für die Nominierung des EM-Kaders für Lettland.

Zuletzt überzeugte Ronja Buddenkotte auch schon bei den Ruhr Games.
Zuletzt überzeugte Ronja Buddenkotte auch schon bei den Ruhr Games. © Privat © Privat

Ronja Buddenkotte konnte danach nur noch auf die Chance als Nachrückerin hoffen, doch diese Chance sollte kommen. Durch intensive Betreuung von Hiltrud Baumeister heilte ihre Verletzung rasch aus, und nachdem Ronja beim zweiten deutsch-französischen Lehrgang in Toulouse geglänzt hatte, rief Bundestrainerin Sandra Klinger an: Eine Teamkollegin hatte sich verletzt, Ronja Buddenkotte war im Kader.

Athleten in der „Blase“ wie bei Olympia

Am Montag begann die EM in der lettischen Hauptstadt, genau wie Olympia in einer „Blase“ für die mehrfach PCR-getesteten Athleten. Jeglicher Kontakt nach außen war strikt untersagt.

Ronja Buddenkottes großer Tag kam am Donnerstag. Mindestens einen Kampf gewinnen – so lautete ihr selbst gestecktes Ziel in der Klasse -70 kg. Es sollte mehr werden. Viel mehr.

Kampf eins gegen eine Russin dominierte sie deutlich, und selbst die Weltranglistenzweite aus Polen konnte Buddenkotte nicht stoppen. Gut auf ihre Gegnerin vorbereitet, lockte die Schermbeckerin sie nach zwei abgewehrten Schulterwürfen in die Falle, konterte den nächsten Angriff der Polin mit einem Gegendreher und warf sie nach nur 60 Sekunden auf den Rücken.

Im Viertelfinale warf Buddenkotte ihre portugiesische Gegnerin gleich dreimal mit Uranage über ihre rechte Schulter – die Tür zum Halbfinale war durchschritten. Dort zwang die Deutsche eine Ukrainerin, der sie zuletzt im Tschechien noch unterlegen war, zur Aufgabe – Finale.

Dort erwies sich die Ukrainerin Yelizaveta Lytvynenko zwar als zu stark. Doch Silber und der Vizeeuropameistertitel dürften an der Gesamtschule Schermbeck als Entschuldigung für Ronjas verspäteten Start ins neue Schuljahr wohl auch ausreichen.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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