Die meisten Trainer können nur schätzen, wie viele ihrer Spieler geimpft sind. Die Entscheidung überlassen aber alle den Spielern selbst. © Grafik Klose
Coronavirus

„Als wollen die den Amateurfußball den Bach runter gehen lassen“

Geimpft, genesen, getestet. Die 3G-Regelung wird in Zukunft auch im Amateurfußball die Eintrittskarte sein. Aber wie sind Vereine in und um Dorsten aufgestellt? Wir geben einen Überblick.

Von der Kreisliga B bis hin zur Oberliga geben die Trainer der einzelnen Vereine Einblicke in den aktuellen Impfstatus ihrer Mannschaften. Die meisten setzen sich sehr intensiv mit dem Thema „Impfen“ auseinander, ohne den Spielern dabei aber den Druck einer Pflicht aufzuzwingen. Und die bisherigen Quoten sind gut – mit steigender Tendenz.

Sleiman Salha, Trainer SV Schermbeck, Oberliga:

„Seit dieser Woche hat sich das Thema Impfen noch einmal verstärkt bei uns. Ich überlasse die Entscheidung aber den Jungs, da das absolut persönlich ist. Es ist gut, dass jeder ein Impfangebot bekommen kann. Aber wenn man sich nicht impfen lässt, dann muss jeder auch mit den Konsequenzen leben. Wir vom Verein zwingen aber niemanden dazu.“

Markus Falkenstein, Trainer SV RW Deuten, Westfalenliga:

„Wir haben frühzeitig damit angefangen, die Jungs für das Thema zu sensibilisieren. Momentan tut sich da einiges bei uns. Meines Wissens sind zumindest alle in den Impfprozess eingebunden.“

Dirk Bessler, Trainer SSV Rhade Frauen, Westfalenliga:

„Bei uns ist das eher kein Thema, und einen genauen Überblick habe ich auch nicht. Aber hin und wieder bekomme ich schon mit, dass sich die ein oder andere hat impfen lassen.“

Marc Gebler, SV Dorsten-Hardt
Marc Gebler schätzt, dass drei Viertel der Spieler des SV Dorsten-Hardt geimpft sind. © Leistner, Andreas © Leistner, Andreas

Marc Gebler, Trainer SV Dorsten-Hardt, Landesliga:

„Ich selbst habe keinen genauen Überblick. Aber ich würde einmal schätzen, dass etwa drei Viertel oder zwei Drittel der Mannschaft bei uns geimpft sind.“

Daniel Schikora, Trainer BVH Dorsten, Kreisliga A:

„Die Quote bei uns ist sehr gut. Wir führen sogar eine exakte Liste über die einzelnen Impfdaten der Jungs. Von unserem 32-köpfigen-Team inklusive Spieler und Stab drumherum, sind aktuell nur fünf nicht geimpft. Die haben aber alle auch in den nächsten Wochen einen Termin zur ersten Impfung.“

Arek Knura, Trainer BW Wulfen, Kreisliga A:

„Bis auf einen Spieler, der hat morgen seinen zweiten Impftermin, sind wir alle durchgeimpft. Wir haben damit also überhaupt keine Probleme, und alle Jungs ziehen da wirklich super mit.“

Erdal Dasdan, Trainer TuS Gahlen, Kreisliga A:

„Wir haben das in der Mannschaft auch schon thematisiert. Bisher habe ich noch nicht alle Rückmeldungen der Jungs erhalten, aber die Tendenz geht dahin, dass schon viele bei uns geimpft sind. Letztendlich muss die Politik aber entscheiden, wie es mit dem Fußball weiter geht. Ich selbst bin auch komplett geimpft und finde es auch wichtig, sich impfen zu lassen.“

Erdal Dasdan, TuS Gahlen
Erdal Dasdan vom TuS Gahlen findet es wichtig, sich impfen zu lassen. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

Frank Hofmann, Trainer GW Barkenberg, Kreisliga A:

„Die Impfquote bei uns ist relativ hoch und liegt etwa bei 80 bis 90 Prozent. Ich finde, dass die Leute über eine Impfung selbst entscheiden sollen. Bei uns ist die Bereitschaft dazu aber echt gut, und meiner Kenntnis nach, fehlen nur noch drei oder vier Spieler.“

Christian Gabmaier, Trainer TSV Raesfeld, Kreisliga A:

„Ich weiß, dass die Impfquote schon recht hoch ist. Genaue Zahlen kann ich aber nicht nennen. Bei uns gibt es immer mal wieder Spieler, die wegen einer Impfung nicht trainieren konnten. Mindestens die Hälft müsste mit den Impfungen aber schon komplett durch sein.“

Dirk Cholewinski, FC RW Dorsten
Dirk Cholewinski – Trainer von Rot-Weiß Dorsten – spricht das aus, was viele seiner Kollegen über die Corona-Regeln im Amateurfußball vermutlich auch denken. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

Dirk Cholewinski, Trainer FC RW Dorsten, Kreisliga A:

„Ich habe keinen genauen Überblick, weise die Spieler aber auf das Impfen hin. Trotzdem weiß ich, dass einige schon geimpft sind. Einige aber auch nicht, und wenn es hart auf hart kommt, dann könnte es problematisch werden. Aber ich kann auch niemanden dazu zwingen. Das muss jeder selbst für sich wissen. Es kommt einem so vor, als wollen die den Amateurfußball den Bach runter gehen lassen.“

Manuel Jakob, Trainer Eintracht Erle, Kreisliga A:

„Wir haben eine Liste angefertigt und mittlerweile sind wir bei circa 80 Prozent angelangt, wobei es aber auch schon mehr sein könnten, die geimpft sind.“

Christian Martschat, Trainer SV Altendorf-Ulfkotte, Kreisliga B:

„Wir sind gerade dabei, den Impfstatus der Jungs zu erfassen. Vom Gefühl her würde ich aktuell sagen, dass so um die 70 bis 80 Prozent bereits geimpft sind.“

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.