Leichtathletik

100 Meter in 18,8 Sekunden – ganz okay. Aber 50-mal?

Der Sieger des Schermbecker Volkslaufs lief die 100 Meter in 18,8 Sekunden. Das allein wäre alles andere als besonders. Doch Lutz Holste von der LG Dorsten lief diese 18,8 Sekunden 50-mal am Stück.
Lutz Holste (l.) verblüfft die Streckenposten bei den Laufveranstaltungen in der Umgebung immer wieder. Weil er so schnell wieder am Ziel auftaucht ... © Joachim Lücke

„Das werden wir wohl nur noch mal erleben, wenn Lutz Holste wieder bei uns startet.“ Nicht nur Abteilungsleiterin Kirsten Klein-Bösing war nach dem 39. Volkslauf des SV Schermbeck baff. Denn mit 15.40 min hat der Läufer der LG Dorsten am Sonntag einen wirklich beachtlichen neuen Streckenrekord aufgestellt.

Rekord-Urkunde für Lutz Holste für seinen Streckenrekord beim Schermbecker Volkslauf.
Zusätzlich zum Siegerpokal erhielt Lutz Holste beim Schermbecker Volkslauf auch eine Urkunde über seinen neuen Streckenrekord über 5 Kilometer. © Privat

Auf der Stadionrunde liegt Holstes Bestzeit sogar bei 14:46 min, gelaufen vor gut einem Jahr bei einem Meeting in Dortmund. Doch dort gab es auch keine Steigung, kein Gefälle, keine Höhenmeter. Und Holstes Zeit bedeutet um gerechnet immerhin 3:08 min auf den Kilometer und damit 18,8 Sekunden auf die 100 Meter – eine Zeit, die viele andere Teilnehmer schon vor Probleme gestellt hätte, und Holste lief sie 50-mal hintereinander …

Zuletzt hatte der 25-jährige Rekener, der schon seit vielen Jahren für die LG Dorsten startet, erstmals ein Höhentrainingslager bestritten. Offenbar mit durchschlagendem Erfolg. Vor dem Sieg in Schermbeck war er Ende April schon NRW-Meister über 10.000 m geworden.

Schermbeck war ein Trainingslauf

Den Volkslauf in Schermbeck hat Holste eigentlich nur als Trainingslauf in seinen Wettkampfkalender aufgenommen: „Mein Trainer Leo Monz-Dietz und ich haben dafür eine entsprechende Marschroute festgelegt.“ Die hieß: langsam beginnen und am Ende anziehen und das Tempo für die Bahnsaison erreichen.

Eine Taktik, die offenbar bestens aufging. Trotzdem wird Lutz Holste vorerst keine Volksläufe mehr bestreiten. „Ich steige jetzt in die Bahnsaison ein“, berichtet er. Zuerst in Dortmund, dann steht in zwei Wochen in Karlsruhe ein Start über 1500 m an: „Für die Spritzigkeit.“

Denn Lutz Holstes eigentliche Strecke sind die 3000 m, und über die will er Ende Juni bei der DM in Berlin starten. Dazu muss er aber die Norm von 14:30 min erfüllen. Ein Ziel, das er Ende Mai im belgischen Oordegem erreichen will.

Schermbeck war ein erster Schritt auf dem Weg dorthin. Und nächstes Jahr wird Lutz Holste wohl wieder dort starten: „Die Strecke ist vermessen, sie ist recht schnell, und der Termin ist günstig.“

Hetkamp, Busch und Nitz freuten sich ebenfalls

Neben Holste freuten sich in Schermbeck aber natürlich auch die anderen Sieger. Saskia Hetkamp gewann den 5-km-Lauf der Frauen in glatten 20:00 min, Caren Busch (WSV Schermbeck) entschied die Frauenwertung über 10 km in 45:02 min für sich, bei den Männern lief Bastian Nitz vom TV Voerde in 35:20 min auf den ersten Platz.

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