Essens Spieler können es am Dienstag selbst kaum fassen: Soeben haben sie Leverkusen aus dem DFB-Pokal geworfen und stehen im Viertelfinale. © dpa
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Dorstener steht mit RWE im Viertelfinale des DFB-Pokals

Rot-Weiß Essen schlägt Leverkusen und steht im Viertelfinale! Das war am Dienstagabend die große Sensation im DFB-Pokal. Und seinen Anteil daran hat auch ein Dorstener.

Es war ein Nerven aufreibender Dienstagabend, als der Regionalligist Rot-Weiß Essen den Bundesligisten Bayer Leverkusen mit 2:1 nach Verlängerung aus dem DFB-Pokal kickte. Ein Dorstener war an der Hafenstraße im Stadion Essen trotz Corona live dabei.

Waldemar Wrobel (r.), Trainer RWE
Von 2010 bis 2014 war Waldemar Wrobel (r.) bei RWE als Cheftrainer beschäftigt. © dpa © dpa

Denn Waldemar Wrobel sitzt bei RWE im Aufsichtsrat und hatte so das Privileg, diese Partie vor Ort zu verfolgen: „Das war schon ein besonderes Spiel, denn es ist nicht alltäglich dass ein Viertligist einen mit herausragenden Spielern gespickten Erstligisten besiegt.“ Den Videobeweis nach dem 2:1-Siegtreffer erlebte er allerdings eher gelassen: „Wir waren uns alle sicher, dass die Situation nicht für einen Elfmeter für Bayer reichen würde und stattdessen unser Treffer zählt.“

Seit drei Jahren im Aufsichtsrat von RWE

Seit fast drei Jahren ist der Polizei-Hauptkommissar Mitglied des Essener Aufsichtsrats. Seine Aufgabe sei eine begleitende Beratung: „Ich bin zwar in diesem Gremium für den sportlichen Bereich zuständig, aber dennoch kein Sportlicher Leiter oder Kaderplaner. Der Aufsichtsrat soll das Geschehen im Verein beobachten und unterstützen. Ein Eingreifen soll nur im Ernstfall stattfinden.“

Von so einem Ernstfall sei man aber momentan meilenweit entfernt: „Der Verein steht an der Tabellenspitze der Regionalliga, und auch finanziell geht alles seinen Gang.“ Die Prämie für das Erreichen des Viertelfinales, die geschätzt bei knapp 1,5 Millionen Euro liegt, könne der Verein aber gut gebrauchen, so Wrobel. „In der Regionalliga spielen wir bekanntlich vor leeren Rängen. Doch mit dem Problem kämpfen ja alle Clubs.“ Noch in der letzten Saison lag der Zuschauerschnitt über 10 000, und da ist klar, dass den Essenern eine Menge Einnahmen entgehen.

“Alle ziehen an einem Strang“

Wrobel sieht den Club exzellent aufgestellt: „Der Cheftrainer, die Sportliche Leitung und die Geschäftsführung ziehen an einem Strang und haben den Verein im Blick. Da ist keiner dabei, der sich in den Vordergrund schiebt.“

Daher ist das Aufsichtsratsmitglied optimistisch, dass es für die Rot-Weißen weiter nach oben geht: „Unser erstes Ziel ist die dritte Liga. Natürlich schaut ein Verein mit unserem Umfeld noch weiter nach oben, doch wir wollen nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen.“

Allerdings kann sich Wrobel nicht immer alle Spiele von RW Essen ansehen. Für die Erstliga-Mannschaft von Borussia Dortmund ist er als Talent-Scout unterwegs. Da ist er meist an den Wochenenden auf den internationalen Fußball-Plätzen unterwegs, wenngleich sich der Job momentan nur auf Video-Aufzeichnungen begrenzt. Der 51-Jährige will aber nicht für sich in Anspruch nehmen, schon ein Talent für die Borussen entdeckt zu haben: „So funktioniert Scouting nicht. Jeder Spieler wird von diversen Scouts öfter unter diversen Gesichtspunkten beobachtet. Es ist ein langer Prozess, bis zur Verpflichtung eines neuen Spielers.“

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