Zwei Räder Abstand – ganz so, wie es die Coronaschutzbestimmungen verlangen. Doch ansonsten arbeiten Stephan Rokitta (l.) und Dirk Lunk (r.) sehr eng zusammen. © Privat
Radsport

Dynamisches Duo führt den RSC Dorsten

Der RSC Dorsten ist einer der größten Vereine im Radsportbezirk Münsterland. Den Herausforderungen der Nach-Corona-Zeit stellt sich der Club mit einem neuen Führungsduo.

Sie kennen sich seit Kindesbeinen. Denn schon ihre Väter fuhren einst zusammen Rennen. Jetzt machen Stephan Rokitta und Dirk Lunk als 1. und 2. Vorsitzender des RSC Dorsten gemeinsame Sache.

Erfahrung bringen beide zuhauf mit. Stephan Rokitta wurde der Radsport von Vater und Großvater quasi in die Wiege gelegt. Sie waren Gründungsmitglieder des RSV Pfeil Erle, bei dem 1983 dann auch der dritte Rokitta seine Karriere begann.

Rokittas Karriere begann beim RSV Pfeil Erle

Im Jahr 1986 gewann er seine erste Bezirksmeisterschaft, weitere Siege und gute Platzierungen sorgten später für die Berufung in die NRW-Auswahl. Parallel dazu interessierte sich Rokitta aber schon früh auch für die Funktionärsarbeit. Als Geschäftsführer übernahm er im RSV Pfeil Erle Verantwortung, beim RSC Dorsten, dem er seit 2003 angehört, wurde er 2. Vorsitzender. Als Organisator verschiedener Rennen und Fachwart für Straßenrennsport im Bezirk Nord-Westfalen sammelte er weitere wichtige Erfahrungen.

Stephan Rokitta, RSC Dorsten
Hart im Nehmen: Als Stephan Rokitta 1988 in Herne kurz vorm Ziel „abgeräumt“ wurde, schulterte er sein ramponiertes Rad und trug es ins Ziel. © Privat © Privat

Dirk Lunk fuhr sein erstes Radrennen 1971 in Stadtlohn und sagt augenzwinkernd: „Das war damals die U11, und ich bin nicht Letzter geworden.“ Trotzdem dauerte die aktive Rennkarriere nur fünf Jahre, dann wechselte Lunk di Seiten.

Probeweise übernahm er bei Rennen auch mal das Mikrofon in der Sprecherkabine. Er fand Gefallen daran und avancierte schnell zu einem gefragten Streckensprecher, der auch bei Großveranstaltungen zum Einsatz kam „Die Bahn-WM 2003 in der Stuttgarter Hans-Martin-Schleyer-Halle war sicher ein ganz besonderer Moment“, erzählt er. Aber auch die großen Straßenrennen wie die Giro-Etappe von Groningen nach Münster 2002 oder die Tour de France 2017 in Düsseldorf waren absolute Highlights für ihn.

Erfahrung zum Wohle des Vereins

Gemeinsam wollen Lunk und Stephan Rokitta ihre Erfahrung nun zum Wohle des RSC Dorsten einsetzen, denn trotz der aktuellen Corona-Pandemie soll das Vereinsleben des RSC natürlich weitergehen.

Ein erster Punkt auf ihrer Agenda ist eine neue, moderne Präsentation des Vereins in allen Social Media Kanälen wie Facebook und Instagram. Daneben liegt beiden aber vor allem eine Restrukturierung der Jugendarbeit im Verein besonders am Herzen. Hier wollen sie gezielte Angebote machen, um wieder mehr Jugendliche für den Radrennsport zu begeistern. So soll zum Beispiel der Radsport in den Dorstener Schulen als attraktive Alternative präsentiert werden.

Und dafür hat der RSC durchaus etwas zu bieten, denn neben kompetentem Fachwissen verfügt der Verein auch über einen eigenen Räderpool, aus dem sich interessierte gerne mal ein Rad zum „Schnuppern“ ausleihen können. „Damit spart man sich zunächst einmal die Anschaffungskosten und kann in Ruhe testen“, erklärt Stephan Rokitta.

Als direkter Ansprechpartner soll im Verein zudem ein fester Jugendleiter/Trainer etabliert werden der neben dem Training auch mit fachlichem Rad bei der Technik helfen soll.

Ausfahrten und Trainingslager

Aber auch die sportlichen Aktivitäten der aktiven Mitglieder werden weiter gefördert und unterstützt. So sind so bald als irgend möglich wieder gemeinsame Gruppenangebote wie zum Beispiel Ausfahrten sowohl für die Lizenz- aber auch für die Hobby- und Touristikfahrer geplant. Dann sollen auch wieder Trainingslager stattfinden und Rennen und Radtouristikveranstaltungen durchgeführt werden. Mit internen Vereinsveranstaltungen soll die Gemeinschaft gepflegt werden und Werbeauftritte bei Stadtveranstaltungen runden die Vereinsaktivitäten ab.

Für seine Ideen findet das neue Vorstandsduo viel positive Resonanz und Unterstützung im Verein, und Stephan Rokitta zeigt sich vorsichtig optimistisch, dass ein Ende der lähmenden Corona-Beschränkungen in Sicht ist: „Vielleicht sehen wir uns alle ja im November bei unserem CycloCrossCup.“

Zunächst einmal stellt er sich aber ganz corona-konform einer völlig individuellen Herausforderung: In den Sommerferien will er in einem Tagestrip von Dorsten an die Nordsee fahren, und zwar ganz allein. Nicht einmal Dirk Lunk ist dann dabei.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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