Jacob Riegel rast am Red Bull Ring aufs Podium

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Jacob Riegel im Aston Martin Aston Martin Vantage GT4 des Essener Teams Speed Monkeys am Red Bull Ring
Jacob Riegel (vorn) raste beim Gastspiel der DTM Trophy am Red Bull Ring in Österreich einmal aufs Podium, einmal verpasste er die Punkteränge knapp. © DTM Trophy
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Erstmals trat die Talentschmiede der hochkarätig besetzten DTM-Trophy am vergangenen Wochenende dem „Red Bull Ring“ im österreichischen Spielberg an.

Dabei war auch der Schermbecker Jacob Riegel, der wie gewohnt einen Aston Martin Aston Martin Vantage GT4 des Essener Teams Speed Monkeys pilotierte.

Bereits frühzeitig angereist, nutzte Riegel am Donnerstag die Gelegenheit zu einem ausgiebigen „Track Work“, also zum Abgehen der Strecke, um seine noch aus dem Porsche Sports Cup stammenden Streckenkenntnisse aufzufrischen.

Jacob Riegel konzentriert sich vor dem Rennen
Jacob Riegel kannte den Red Bull Ring bereits aus dem Porsche Sports Cup. © Horst Lehr

Bereits zu Beginn des Freien Trainings am Freitag zeigte sich noch Verbesserungsbedarf am Setup seines Boliden, doch nach entsprechenden Korrekturen sagte Riegel: „Jetzt passt es.“

So startete er auch hochmotiviert ins erste Qualifyng am Samstagmorgen, wo er sich am Ende mit einem fünften Platz zufrieden geben musste. Die ersten Vier lagen dabei zeitlich alle innerhalb einer Zehntelsekunde, Riegel war nur ganz knapp dahinter.

Rechte Seite ist am Red Bull Ring traditionell die schlechtere

Beim Start zum ersten Rennen stand Jacob Riegel dann rechts, was in Spielberg traditionell die eher etwas schlechtere Seite ist. So musste er in der wie immer hektischen Startphase auch zwei Mitbewerber ziehen lassen, blieb aber ruhig und dachte: „Die Pace ist da, einfach erstmal nur dranbleiben.“

Und das war die richtige Strategie, denn er holte sich in der dritten Runde schon einen Platz zurück und hatte damit wieder Kontakt zu den Führenden. Danach verlief das Rennen zunächst eher etwas statisch , da sich alle irgendwie „eingefahren“ hatten und sich keine sichtbare Lücke auftat. Doch Riegel‘s Chance kam dann gegen Rennende, als das Saftycar wegen eines Unfalls das Feld wieder zusammenführte.

Beim spektakulären Restart in Zweier-Formation konnte sich Riegel – jetzt auf der linken, besseren Seite – mit einem gekonnten Manöver aus Turn 1 heraus außen an zwei Wagen vorbei schieben und lag damit schon auf Position vier.

Zwei Minuten vor Schluss zeigte er dann erneut seine Klasse, als er in Turn 2 den direkten Zweikampf der vor ihm Liegenden zu seinem finalen Angriff nutzte. Dabei bremste er sich geschickt neben die Kontrahenten, zog beim Rausbeschleunigen vorbei und brachte danach den so eroberten dritten Podiumsplatz auch sicher ins Ziel. Die Auslaufrunde fuhr er mit erhobenem Daumen und dachte nur: „Endlich wieder ein Podium, das fühlt sich ja schon fast wie ein Sieg an.“

Jacob Riegels Euphorie bekam einen jähen Dämpfer

Doch seine Euphorie wurde am Sonntagmorgen im zweiten Qualifying durch einen zehnten Startplatz im strömenden Regen jäh ausgebremst. Und vorm Rennstart kam es noch schlimmer.

Riegel wurde wegen Tracklimits – zu häufigem Verlassen der Strecke – im Samstagsrennen um drei Startplätze auf Position 13 zurück versetzt. „Wenn schon, dann läuft es richtig schlecht“, dachte er sich und konzentrierte sich trotzdem auf die vor ihm liegende Aufgabe.

Doch so weit hinten im Feld kämpfte er lange Zeit mit stumpfen Waffen, denn ein lange währender Zweikampf mit einem der schnellen BMW brachte ihn nicht weiter vor, kostete aber gleichzeitig viel Zeit. Riegel sagte später: „Es ist zwar ein tolles Gefühl, bei Tempo 240 Rad an Rad nebeneinander her zu fahren, aber wenn man nicht richtig vorbei kommt, hilft das auch nicht weiter.“

Kurz vor Rennende wollte er sich auf Position 10 liegend noch um einen Platz verbessern, wurde aber bei diesem letzten Angriffsmanöver selbst von dem dahinter Liegenden überrascht und rollte so außerhalb der Punkte auf dem undankbaren elften Platz ins Ziel.

Riegels Fazit fällt insgesamt positiv aus

Trotz des ärgerlichen Finales blickte der 17-Jährige auf ein spannendes Rennwochenende zurück und erinnerte sich gerne an den Zieleinlauf am Samstag zurück: „Das war der schönste Moment.“

Jetzt legt Jacob Riegel den gesamten Fokus auf das große Serienfinale der DTM Trophy, das vom 7. Bis 9. Oktober auf dem Hockenheimring stattfindet.

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