Hans-Otto Matthey will weiterhin die C-Ligen stärken. Die Kreisliga-Reform ist durch die Annullierung der Saison 20/21 aber um ein Jahr verschoben. © picture alliance/dpa

Ligareform als letztes Schlupfloch zum Aufstieg?

Bietet die geplante Reform der Kreisligen im Fußballkreis Recklinghausen einigen Teams doch noch ein Schlupfloch zum Aufstieg? Dazu hat der Kreisvorsitzende sich jetzt geäußert.

Die Zahl der B-Kreisligen von vier auf drei reduzieren, um den Spielbetrieb in den C-Ligen zu stärken – das hatte sich der Fußballkreis Recklinghausen eigentlich für die Saison 2021/22 auf die Fahnen geschrieben. Doch dazu hätte es einer regulär verlaufenen Saison 20/21 bedurft.

Das Ziel bleibe nach wie vor dasselbe, erklärte Kreisvorsitzender Hans-Otto Matthey am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch durch die Annullierung der letzten Saison gebe es dafür zum jetzigen Zeitpunkt nur einen Weg: „Wir haben den B-Liga-Clubs angeboten, freiwillig runter in die C-Liga zu gehen, wenn sie nicht mehr in der B-Liga spielen wollen.“

Ob sich da Vereine finden? „Ich kann es nicht einschätzen“, sagte Matthey. Bislang lägen noch keine Rückmeldungen vor. „Bislang haben wir aus den Vereinen auch noch nichts Negatives über Spielerschwund durch die Corona-Pandemie gehört. Aber vorstellen könnte ich mir das schon.“

Mit zwei, drei freiwilligen Rückzüglern könnte aber der Spielbetrieb in den C-Ligen schon verbessert werden: „Da haben wir ja teilweise Staffeln mit zehn, zwölf Mannschaften, und das bei einem 16er-Schlüssel. Da hat man ja ständig spielfrei.“

GW Barkenberg kann nicht mehr hoffen

Eine Reduzierung der B-Ligen durch zusätzlichen Aufstieg in die A-Liga schließt der Kreisvorsitzender unterdessen aus: „Es geht nur der Weg von oben nach unten, und das freiwillig. Die Saison 20/21 ist aber ausdrücklich ohne Auf- und Abstieg annulliert worden, und das bleibt auch so.“ Hoffnungen etwa von B2-Tabellenführer Grün-Weiß Barkenberg auf ein letztes Schlupfloch in die A-Liga sind damit zunichte.

Die Zahl der Mannschaften bereitet dem Kreisvorsitzenden Sorgen: „Ich könnte mir vorstellen, dass wir kreisweit drei, vier Mannschaften verlieren werden.“ Noch mehr Bauchschmerzen hat er aber beim Blick auf die Funktionäre: „Auch bei denen gibt es den Gewöhnungseffekt, dass sie nun monatelang frei hatten. Wenn jetzt noch zwei, drei Monate ohne Kontakte kommen, fürchte ich, dass wir auch dort viele Menschen verlieren.“

Es wäre kein schönes Ende seiner eigenen Funktionärszeit. Denn beim Kreistag 2022 will er selbst nicht mehr antreten, und das ist nicht die einzige Veränderung im Vorstand: „Vier von sechs Mitgliedern werden dann wohl ausscheiden“, kündigt Hans-Otto Matthey an. Mehr als nur eine Reform. Ein Umbruch.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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