Auch beim Spiel „Drei gegen drei“ herrscht auf den kleinen Spielfeldern reichlich Bewegung. Insgesamt ist es aber übersichtlicher, und die Kinder haben viel größere Chancen, an den Ball zu kommen. © Andreas Leistner
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Neue Spielformen im Jugendfußball begeistern nicht nur Grün-Weiß Barkenberg

Die neu eingeführten Spielformen für F- und G-Junioren hat der Fußballkreis Recklinghausen am Samstag beim SC Reken vorgestellt. Bei den Vereinen scheint das neue Format gut anzukommen.

Markus Seyer ist in Sachen Fußball ein alter Hase. Bis zur Oberliga hat es der 42-Jährige als Spieler gebracht, seit drei Jahren ist er nun beim SC Reken als Jugendtrainer aktiv und hat dort noch mal ganz unten angefangen, nämlich bei den G- und F-Junioren. Von den neuen Spielformen, die der DFB ab 2022 bundesweit einführen will und die im Kreis Recklinghausen schon jetzt gelten, ist er begeistert.

„Früher“, erzählt Seyer, „konnte es dir passieren, dass du zu einem Spiel fuhrst und die Mannschaften völlig unterschiedliche Spielstärken hatten. Das war für die Unterlegenen natürlich frustrierend, und für die Trainer war es schwierig, alle Kinder einzusetzen.“ Erfolgserlebnisse? Waren für viele Kinder eher selten. Und genau das soll sich durch die neuen Spielformen ändern.

Bei den neuen Spielfesten werden die Mannschaften der beteiligten Vereine künftig in mehrere kleinere Einheiten aufgeteilt. Bei den G-Junioren wird auf ganz kleine Tore drei gegen drei und bei den F-Junioren fünf gegen fünf gespielt. Jedes Team hat so mehrere Spiele, und die Chance, dass gleichstarke Mannschaften aufeinander treffen, steigt deutlich. Und wenn die Kräfteverhältnisse doch mal zu ungleich sind, darf ein Team auch schon mal einen Spieler mehr aufs Feld schicken.

Jugendfußball GW Barkenberg
Die Tore sind kleiner, sonst ist alles wie immer: Als G-Jugend-Trainer muss man eine Schleife binden können. © Andreas Leistner © Andreas Leistner

Die Spielergebnisse werden von den Kindern natürlich registriert, aber aufgeschrieben oder gar gemeldet wird hier gar nichts.

„Dadurch wächst natürlich der Spaß, den die Kinder haben“, erzählt Markus Seyer. Und fußballerisch profitieren die jungen Kicker, weil sie durch die verringerte Zahl von Spielern mehr Ballkontakte haben.

Beim Gastspiel des SC Reken bei Grün-Weiß Barkenberg war die Stimmung bei den Kindern auf jeden Fall bestens. „Wann fangen wir endlich an?“ – „Wann darf ich wieder aufs Feld?“ – „Wie viele Spiele haben wir noch?“ Barkenbergs Jugendleiter und F-Jugendtrainer Swen Coralic konnte sich vor Fragen kaum retten. Auch er ist ein großer Fan der neuen Spielfeste.

„Ich glaube, die neue Spielform tut den Kindern wirklich gut“, sagt er. Der Andrang, den die Barkenberger aktuell im Jugendbereich verzeichnen, scheint ihm Recht zu geben. Und ganz nebenbei hat die Änderung auch noch einen anderen schönen Nebeneffekt: „Durch den Turniercharakter kommen viele Eltern mit und bleiben auf der Anlage“, deutet Coralic auf die gut gefüllte Tribüne.

Natürlich ist das Ganze aber auch mit Aufwand verbunden. „Wir haben einen Betreuerstab von sieben Leuten“, berichtet der Barkenberger Jugendleiter. Schließlich gilt es an jedem der sechs aufgebauten Spielfelder, eine Mannschaft zu betreuen. „Wir könnten also durchaus noch weitere Jugendtrainer gebrauchen“, sagt Swen Coralic,

Zwei Stunden Aufbau und geliehene Tore

Auch der Aufbau von sechs Spielfeldern braucht natürlich Zeit. Rund zwei Stunden vor dem ersten Anpfiff haben die Barkenberger Gastgeber damit begonnen. Um genug kleine Tore aufbauen zu können, fragten die Grün-Weißen beim Nachbarn Rot-Weiß Deuten an und bekamen spontane Hilfe, für die sich Swen Coralic herzlich bedankte.

Unterm Strich habe sich der Aufwand aber gelohnt: „Man muss sich ja nur die Kinder ansehen.“

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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