Wird Bundestrainer Jogi Löw die Tipps von Sleiman Salha (o.l.), Frank Hofmann (o.r.), Arek Knura (u.r.) und Christian Gabmaier (u.l.) umsetzen? Man darf gespannt sein. © dpa / Pieper
Fussball

„So wird‘s was, Jogi“ – Dorstens Trainer geben Tipps fürs Portugal-Spiel

Was muss die deutsche Nationalmannschaft, was muss Bundestrainer Jogi Löw im zweiten EM-Spiel gegen Portugal anders machen? Die heimischen Trainer haben da klare Ideen.

Das 0:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich zum Auftakt der Europameisterschaft hat bei den deutschen Fußball-Fans für viel Diskussionsstoff gesorgt. Auch die heimischen Trainer machen sich Gedanken, was man vor dem wichtigen zweiten Spiel gegen Portugal am Samstag ändern muss.

Sleiman Salha sieht Kimmich auf der Sechs

Sleiman Salha, Coach des Oberligisten SV Schermbeck, macht die Änderungen weniger an der Taktik als an den Personen fest: „Die Dreierkette ist in Ordnung, und die kann man auch beibehalten.“ Allerdings fordert er: „Joshua Kimmich muss auf jeden Fall auf die Sechs. Auf der Position gehört er zu den Besten der Welt, und auf der rechten Seite hat er nichts verloren.“ Er würde dafür Ilkay Gündogan opfern, der zwar ein guter Fußballer sei, in dieser Taktik aber keinen Platz habe. Stattdessen würde auf Robin Gosens setzen.

Joshua Kimmich
Joshua Kimmich nimmt in den Gedankenspielen der heimischen Trainer eine zentrale Rolle ein – auf der richtigen Position. © dpa © dpa

Gegen Frankreich sei der Spielaufbau zu langsam gewesen: „Man muss dann auch mal einen langen Ball beispielsweise auf Thomas Müller spielen, das kennt der von Bayern München und kann damit umgehen. Zudem brauchen wir noch ein besseres Spiel über die Außen: „Da wäre Ridle Baku der richtige Mann, doch der war bei der U21 am Ball.“

Thomas Müller braucht Unterstützung

Müller brauche aber auch Unterstützung, die er von Serge Gnabry oder Kevin Volland erhalten könne: „Leroy Sane ist dafür nicht geeignet, und er würde bei mir nicht zu den besten 14 gehören. Am besten wäre es natürlich, wenn Leon Goretzka wieder fit würde.“

Auch Arek Knura,der neue Trainer des A-Ligisten BW Wulfen, reibt sich an der Besetzung der Sechserposition: „Dort gehört auf jeden Fall Joshua Kimmich hin. Das ist keine Frage.“ Knura hat aber eine andere Präferenz, wenn es um Kimmichs Partner auf dieser Position geht: „Neben Kimmich wäre Gündogan der richtige Mann. Ich würde Toni Kroos auf die Bank setzen.“ Zudem würde er Thomas Müller ganz nach vorne als Spitze schicken: „Der müsste dann über die Außen von Kai Havertz und Serge Gnabry gefüttert werden. Vielleicht wäre Florian Neuhaus auch eine Möglichkeit, um das Angriffsspiel anzukurbeln.“

So sei es vielleicht möglich, gegen Portugal im Sturm Lösungen zu finden: „Das sah gegen Frankreich gut aus, weil sie uns bis 25 Meter vor dem Tor haben spielen lassen. Dann war aber auch meist Schluss.“

Christian Gabmaier, Trainer des TSV Raesfeld, legt sich auf eine andere Taktik fest: „Mein Favorit ist ein 4-2-3-1-System mit Joshua Kimmich und Toni Kroos auf der Sechs. Zudem muss Thomas Müller ein Art Zehn mit vielen Freiheiten spielen.“ Gabmaier sieht aber auch das Manko im Sturm: „Wir haben keinen richtigen Mittelstürmer, doch eine sogenannte falsche Neun ist auch nicht mein Ding. Aber auch Serge Gnabry ist keine wirkliche Lösung als Spitze.“

Mit der Abwehr war er zufrieden: „Die Defensive hat nicht viel zugelassen. Über die beiden Abseitstore diskutiere ich nicht. Die waren regelwidrig, und daher nicht mal eine Torchance.“ Eine mögliche Stärkung der Mannschaft sieht er aber auch noch: „Wenn Goretzka wieder ins Team stößt, werden wir auf jeden Fall besser.“

Frank Hofmann orientiert sich an Bayern München

GW Barkenbergs Trainer Frank Hofmann präferiert ebenfalls einen richtigen Mittelstürmer : „Eine falsche Neun ist nicht die Lösung.“ Er würde sich daher eher am Deutschen Meister Bayern München orientieren: „Das 4-2-3-1-System würde bei der Nationalmannschaft auch funktionieren. Für ein 4-4-2 haben wir nicht die Stürmer. Gnabry oder Havertz sind ja nicht die geborenen Torjäger.“

Hofmann übt aber auch eine grundsätzliche Kritik am deutschen Team: „Mir fehlen die guten Ideen und Initialzündungen. Die Spieler müssen auch mal Eigeninitiative ergreifen und sich nicht ans taktische System klammern.“ Die Aufstellung will er aber nicht kritisieren: „Da ist Jogi Löw am nächsten dran. Der kann sich das beste Urteil bilden, wer in die Mannschaft gehört.“

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