Fünf WM-Medaillen PingPongParkinson-Trio trumpft in Pula auf

Freier Mitarbeiter
Trainer Marco Stepka (2.v.r.) freute sich mit Jürgen Brandenstein, Margarete Gursch und Michael Baltus (v.l.) über die Erfolge bei der PingPongParkinson-WM im kroatischen Pula.
Trainer Marco Stepka (2.v.r.) freute sich mit Jürgen Brandenstein, Margarete Gursch und Michael Baltus (v.l.) über die Erfolge bei der PingPongParkinson-WM im kroatischen Pula. © Privat
Lesezeit

Mit drei Spielern ist der TTV Hervest-Dorsten bei der PingPongParkinson-Weltmeisterschaft vertreten gewesen. Für den Marler Michael Baltus, seinen Hertener Doppelpartner Jürgen Brandenstein und Margarete Gursch, ebenfalls aus Herten, war die Reise ins kroatische Pula ein unvergessliches Erlebnis, zumal sie mit einigen Medaillen heimkehrten.

Allen drei an Parkinson Erkrankten ist Tischtennis als Therapieform empfohlen worden, und sie fanden beim Tischtennis-Verein in Hervest-Dorsten eine sportliche Heimat. Die fixe Idee, an den Weltmeisterschaften teilzunehmen, reifte schnell zum festen Entschluss, und im Juni wurden die Anmeldebögen ausgefüllt. Die drei meldeten für die Einzelwettbewerbe, im Doppel und für das Mixed, in dem die Reeserin Gabi Salingre an Baltus‘ Seite spielen sollte.

Baltus berichtetet: „Marco Stepka, der später Trainer des Teams Deutschland wurde, erklärte sich bereit, uns zu betreuen. Nun brauchten wir noch ein paar Sponsoren.“ Die Ausrüsterfirma Gewo spendete die Trikots, und der Rotary Club Herten und die Firma uniorg spendeten eine Geldsumme, damit das Hervester Team die Reise antreten konnte.

Das Training begann, doch dann gab es einen Rückschlag für Baltus: „Meine Mixed-Partnerin sagte für den Wettbewerb ab, und in der Kürze der Zeit konnte ich keine neue Partnerin finden.“

Marco Stepka (r.) motiviert Michael Baltus und Jürgen Brandenstein (v.l.).
Marco Stepka (r.) motiviert Michael Baltus und Jürgen Brandenstein (v.l.). © Privat

Im Laufe der Vorbereitung quälten Michael Baltus einige Zweifel, ob die Anmeldung richtig gewesen sei: „Ich habe keine Fortschritte gemacht. Doch dann spielte ich ein Meisterschaftsspiel für die sechste Mannschaft der Hervester in der 2. Kreisklasse. Auch wenn ich alle drei Begegnungen verlor, wuchs anschließend wieder meine Motivation.“ Trainingserfolge stellte sich ein, und nach Einheiten mit Hervester Vereinskollegen und bei der TSG Dülmen war die Vorfreude auf Pula riesig.

Auf der Setzliste an Platz 101

Auf der Setzliste der WM stand Michael Baltus auf Rang 101 recht weit unten, und in der Kategorie 3 wurde er auf Platz 37 gesetzt. Das Doppel mit Jürgen Brandenstein stand in der gleichen Kategorie auf Platz 2. Margarete Gursch war bei den Frauen an 8. und Brandenstein bei den Herren auf Platz 41. Nach der schönen Eröffnungsfeier im berühmten Amphitheater in Pula ging es mit den Mix-Spielen los. Jürgen Brandenstein und Margarete Gursch gewannen alle drei Spiele und zogen problemlos ins Viertelfinale ein.

Michael Baltus vor historischer Kulisse des römischen Amphitheaters von Pula.
Michael Baltus vor historischer Kulisse des römischen Amphitheaters von Pula.

Baltus verbrachte vor seinem ersten Spiel am folgenden Tag eine schlaflose Nacht: „Ich war einfach zu nervös. Ich fieberte meinem ersten Einsatz entgegen. Mein Gefühl erlaubte mir aber keinen Optimismus aufleben zu lassen.“

In seinem ersten Match hatte Baltus zwar einen Satzball im ersten Satz, verlor dann aber doch trotz eines Matchballs mit 2:3. Es folgte ein 0:3 gegen einen Slowenen, doch ein 3:1 im dritten Spiel beförderte ihn in die Trostrunde. Dort verlor Baltus in drei knappen Sätzen mit viel Pech.

Aus im Viertelfinale

Brandenstein ging mit einer Bilanz von 2:1 aus den Einzeln, und Margarete Gursch kam mit einem Sieg und einer Niederlage eine Runde weiter. Beide schieden dann aber im Viertelfinale aus.

Auch wenn ihn in der Nacht Schmerzen quälten zeigte Baltus mit Brandenstein eine starke Leistung im Doppel und die beiden gewannen ihre Vorrundengruppe ohne Satzverlust. Im Viertelfinale lagen sie schon mit 0:2 hinten, retteten sich aber in den fünften Satz. Trotz eines 6:9-Rückstandes kämpften sich die beiden aber doch noch ins Halbfinale. Dort gab es zwar eine 1:3-Niederlage, doch damit hatte das TTV-Duo Bronze gewonnen. Auch Margarete Gursch sicherte sich im Damendoppel mit Gaby Salingre die Bronzemedaille.

Gemeinsames Finale

Mit Jürgen Brandenstein erreichte Margarete Gursch das Finale. Dort verloren sie gegen ein schwedisches Paar mit 2:3, konnten aber auf die Silbermedaille sehr stolz sein.

Es war ohnehin eine erfolgreiche Weltmeisterschaft für das deutsche Team. Mit insgesamt 30 Medaillen ging es nach aufregenden fünf Tagen zurück in die Heimat.

Das lesen andere

FC Schalke 04

Magazin