DFB-Klartext vor WM-Endspiel gegen Spanien Fans fehlt der Glaube

Bundestrainer Hansi Flick gibt Anweisungen.
Der Druck auf Bundestrainer Hansi Flick steigt vor dem WM-Endspiel gegen Spanien. © dpa
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„Jeder weiß, was nach dem Meeting Sache ist“, sagte Offensivspieler Kai Havertz am Freitag in Al-Shamal. Die Aussprache soll am Sonntag (20.00 Uhr / ZDF und MagentaTV) in dem dringend benötigten Erfolg gegen Angstgegner Spanien münden, mit dem die Nationalmannschaft das drohende Vorrunden-Aus in Katar abwenden will. „Wir sind alle mit dem Gefühl aus dem Besprechungsraum gegangen, dass wir das Spiel gewinnen“, sagte der gegen Japan nicht eingesetzte Dortmunder Julian Brandt.

DFB-Wendepunkt gegen Spanien?

Der 23-jährige Havertz wies Einschätzungen zurück, dass Flick mit dem Team zu nett umgehe. „Das Letzte, was man dem Trainer vorwerfen kann, ist, dass er nicht klar mit uns redet“, sagte der Chelsea-Profi. Es sei „Zeit“ gewesen, „miteinander zu sprechen und sich die Wahrheit zu sagen“, betonte Havertz: „Man geht sich auch mal an.“ Die Mannschaft befinde sich „in einem schlechten Moment, aber das Spiel am Sonntag kann der Wendepunkt sein“, meinte er.

Das 7:0 der Spanier gegen Costa Rica bezeichnete Havertz als „starkes Ergebnis“. Gleichwohl werde man sich „nullkommanull verstecken“ auf dem Platz. Das Reizklima, das durch Kritik an der Mannschaft noch verstärkt wird, soll im Al-Bait-Stadion positive Energie freisetzen. „Ich kann verstehen, dass Negativität aufkommt. Ich weiß, dass viel geschossen wird gegen uns“, sagte Havertz. Brandt nannte den vermurksten Turnierstart eine „Scheißsituation, in der wir sind“, sprach aber auch von der Chance, mit einem Sieg am Sonntag „die ganze Stimmung zu drehen“.

Nur wenige Fans glauben an deutschen Sieg

Unterdessen schwindet bei den Fans der Glaube an die Wende. Fast die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland geht gegen Spanien von einer weiteren Niederlage aus. 13 Prozent glauben stattdessen an ein Unentschieden, einen Sieg erwartet nur rund jeder Zehnte (elf Prozent). Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) gab an, das Spiel gegen Spanien nicht live im Fernsehen verfolgen zu wollen. Lediglich jeder Dritte plant, die Partie live anzuschauen.

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Um eine realistische Chance auf das Achtelfinale zu wahren, muss Deutschland mindestens ein Remis schaffen. Die Niederlage gegen Japan hat bei den meisten Befragten unterdessen keine starken Gefühle ausgelöst. 36 Prozent gaben an, Gleichgültigkeit zu verspüren, überrascht von dem Ergebnis waren lediglich sieben Prozent.

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Nach dem Rückzug von Sponsor Rewe hat der Deutsche Fußball-Bund dessen Logo auf der Werbetafel im WM-Medienzentrum der Nationalmannschaft in Al-Shamal mit dem „One Love“-Symbol ersetzt. Das Einzelhandelsunternehmen Rewe hatte seine Kooperation mit dem DFB aufgrund der FIFA-Entscheidung zum Verbot des Tragens der „One Love“-Armbinde beendet. Der Vertrag mit dem DFB wäre zum Jahresende ohnehin ausgelaufen.

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