DFB-Team schuftet für Japan-Prüfung Absurde Diskussionen um „One Love“-Binde

Deutschlands Nationalspieler stellen sich während eines FIFA Community Events mit 17 Mädchen aus verschiedenen Ländern auf, mit denen sie vorher Fußball gespielt haben.
Ein Teil des DFB-Teams absolvierte am Sonntagabend im WM-Trainingsquartier in Al-Shamal eine rund 20-minütige Einheit mit 17 Mädchen. © dpa
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Die Turbo-Vorbereitung des DFB-Teams auf den WM-Start gegen Japan läuft – und die Signale sind positiv. Sturmhoffnung Niklas Füllkrug kehrte nach nur einem Tag Pause wegen seines grippalen Infekts gleich wieder ins Teamtraining zurück. Thomas Müller und Antonio Rüdiger haben nach wochenlanger Pause ihre Muskelblessuren wohl rechtzeitig auskuriert und die erste große Belastung überstanden. Das ist wichtig, denn die Zeit rennt. Die nur 100 Stunden zwischen erstem Teamtraining in Katar am Samstag und dem Anpfiff am Mittwoch (14.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im Chalifa International Stadium von Doha zerrinnen förmlich wie Wüstensand zwischen den Händen.

DFB-Team gegen Japan direkt unter Druck

Schon durch ein Remis gegen die schnellen und unbequemen Japaner würde der Druck für das vier Tage später folgende Gruppentopspiel gegen Spanien enorm anwachsen. „Für uns könnte es ein Nachteil sein, dass wir nicht zwei, drei Wochen Vorbereitung haben“, meinte Teammanager Oliver Bierhoff. „Die deutsche Mannschaft hat immer von der Gruppe gelebt und nicht von dem Individuum. Das ist für uns jetzt auch wichtig, trotz der Qualität der einzelnen Spieler, die wir haben.“

Unterdessen nehmen die Diskussionen um die One Love“-Kapitänsbinde absurde Züge an. Das mehrfarbige Stückchen Stoff für die Oberarme von Manuel Neuer und anderen Starspielern wird von der FIFA nicht akzeptiert und könnte zu Sanktionen führen, wie aus einer Beratung zwischen der Arbeitsgruppe der Europäischen Fußball-Union und FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura am Sonntagmittag hervorging. „Wir haben gesagt, wir bleiben dabei, dass wir mit der Binde auflaufen“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf im ZDF-Interview.

Alle Augen richten sich auf Harry Kane

Es habe daher keine Einigung gegeben. „Wir haben mit langem Vorlauf die FIFA immer wieder darauf hingewiesen, dass wir mit dieser Binde auflaufen wollen, es gab keine Reaktion der FIFA dazu“, ergänzte der DFB-Präsident. Der erste Kapitän, der während der Endrunde offen gegen die FIFA-Regularien verstößt, wird aller Voraussicht nach Englands Harry Kane im Spiel am Montag (14.00 Uhr) gegen Iran sein. Auch die Niederländer in der folgenden Partie gegen Senegal (17.00 Uhr) und Waliser am Abend (20.00 Uhr) gegen die USA sind Teil des UEFA-Bündnisses.

Die
Die Diskussionen um die „One Love“-Kapitänsbinde nehmen absurde Züge an. © dpa

Dieses hatte die Binde mit „Herz in bunten Farben, die für Vielfalt stehen“, sowie der Aufschrift „One Love“ im September vorgestellt. Katar steht unter anderem wegen der Missachtung von Menschenrechtsstandards in der Kritik. Die Kampagne war eine gemeinsame Aktion der Teams aus Deutschland, England, den Niederlanden, Belgien, Schweiz, Wales, Frankreich, Dänemark sowie Norwegen und Schweden, die beide nicht für die WM qualifiziert sind.

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