Lionel Messi nach Auftaktpleite gegen Saudi-Arabien „Ein schwerer Schlag für uns alle“

Lionel Messi blickt skeptisch.
Fassungslos: Argentiniens Superstar Lionel Messi war nach der Auftaktpleite gegen Saudi Arabien bedient. © picture alliance/dpa
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Nach der Auftakt-Blamage bei der WM in Katar hat Fußball-Superstar Lionel den Zusammenhalt der argentinischen Nationalmannschaft gefordert. „Es gibt keine Entschuldigung. Wir müssen nun vereinter sein als je zuvor“, sagte der 35-Jährige nach dem peinlichen 1:2 (1:0) am Montag im ersten Gruppenspiel in Lusail gegen Außenseiter Saudi-Arabien. „Jetzt müssen wir zeigen, dass wir eine echte Mannschaft sind“, forderte Messi. Der Offensivstar absolviert in Katar die fünfte und letzte WM seiner Karriere und träumt weiterhin vom ersten Titelgewinn. Dieser ist nach der überraschenden Auftaktniederlage allerdings in weiter Ferne.

Argentinien muss erstmals seit 20 Jahren wieder das Aus schon in der Gruppenphase fürchten. Noch besteht bei Spielen gegen Mexiko und Polen allerdings die Chance, es besser zu machen und Punkte für den Einzug ins Achtelfinale zu sammeln. „Es ist eine Situation, in der wir schon lange nicht mehr waren“, sagte Messi und nannte die Niederlage gegen die furios kämpfenden Männer aus Saudi-Arabien einen „schweren Schlag für uns alle“. Niemand bei den Argentiniern habe „damit gerechnet, so zu starten“. 36 Spiele nacheinander hatte die Mannschaft zuvor nicht mehr verloren. Nach der Führung durch Messi in der 10. Minute durch einen diskussionswürdigen Foulelfmeter sorgten Saleh Al-Shehri (48.) und Salem Al-Dausari (53.) binnen kurzer Zeit für die erste große Sensation der umstrittenen WM in Katar. In der ersten Halbzeit wurden gleich drei Tore der Argentinier nicht anerkannt – alle jeweils wegen Abseitsstellungen.

Königshaus versucht Erfolg zu nutzen

Unterdessen hat der Sensationssieg gegen Argentinien in Saudi-Arabien euphorische Reaktionen ausgelöst. Die Medien des islamischen Königreichs bejubelten am Dienstag einen „historischen Sieg“ und ein „Heldenepos“. Besonders gefeiert wurde der saudische Torwart Mohammed Alowais, der mit seinen Paraden den Sieg gegen den haushohen Favoriten gesichert habe. „Tausend, tausend Glückwünsche, Ihr Helden“, schrieb Sportminister Abdalasis bin Turki al-Faisal auf Twitter. Der Chef der saudischen Unterhaltungsbehörde, der einflussreiche Sportfunktionär Turki al-Schaich, gab den Eintritt zu drei Vergnügungsparks frei, um den Sieg zu feiern.

Anhänger des Königshauses versuchten, den Erfolg auch politisch auszuschlachten. Sie verwiesen darauf, dass Kronprinz Mohammed bin Salman beim Empfang des Teams vor der WM keinen Druck aufgebaut und so den Weg für den Erfolg bereitet habe. Der Thronfolger, Sohn des Königs Salman, ist der eigentlich starke Mann in Saudi-Arabien. International steht er wegen Menschenrechtsverletzungen stark in der Kritik. US-Geheimdienste beschuldigen ihn auch, für den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul durch ein Mordkommando aus Riad verantwortlich zu sein.

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