Nils Venneker im BVB-Trikot setzt gegen Marcel Voß im Bayern-Trikot zur Grätsche an. © Jura Weitzel
Coronavirus

„Das Training lässt für eine kurze Zeit die Corona-Krise vergessen!“

Fußball-Bezirksligist FC Nordkirchen trainiert wieder in seinem Wohnzimmer. Zum Auftakt auf dem Rasenplatz kamen 17 Spieler. Für Issam Jaber beginnt der letzte Monat als Trainer der Mannschaft.

Nils Venneker setzt zur Grätsche an, zum ersten Mal seit Mitte März ist das wieder erlaubt. Der FC Nordkirchen, der durch den Beginn der Corona-Krise aus dem Rennen um die möglichen Aufstiegsplätze rausgerissen wurde, ist am Dienstag zu einem lockeren Aufgalopp ins Training gestartet.

Kapitän Florian Fricke sagte am Tag danach: „Ich hatte das Gefühl, dass viele überrascht waren, wie schnell es jetzt ging. Damit hatten wir nicht gerechnet.“ Erst am Tag vorher hatte er die Regelungen erhalten, die die Vorstandsbeisitzer Bernd Melchers und Johannes Pohlmann dann in der Runde vor dem Training noch einmal vorstellten.

Johannes Pohlmann aus dem Vorstand erklärte die Regeln für die Fußballer. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

„Richtiges Training war das eigentlich nicht“, sagte Trainer Issam Jaber. Im Fokus habe ein Wiedersehen der 17 anwesenden Spieler gestanden. „Der Verein hat gewusst, dass wir noch einmal wieder auf den Platz wollen. Es war schön für die Jungs. Wir haben ein lockeres Fünf-gegen-zwei gespielt“, berichtete Jaber.

Ein Kreis mit zwei Spielern, die in der Mitte dem Ball nachjagen, entschädigte für den Stillstand der vergangenen Wochen. Nach 90 Minuten war der lockere Wiedereinstieg geschafft. Für Donnerstag kündigte Jaber an, mehr Inhalte in das Training zu integrieren.

In einer Kleingruppe spielten die Nordkirchener (v.l.): Janis Drees, Thomas Eroglu (am Boden), Joachim Mrowiec (im Sprung), Nico Plechaty, Lukas Mangels und Lennart Kutscher (verdeckt). © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Dann soll es zwei feste Gruppen geben. „Die Einteilung steht soweit“, sagte Jaber. Und es soll auch wieder Trainingspartien mit fünf gegen fünf Spielern geben. Nils Venneker freut sich darauf schon: „Das erste Training war etwas ungewohnt. Wir müssen mehr Torhüter organisieren, damit wir auch mal Fünf-gegen-Fünf spielen können.“ Venneker spulte wie viele Fußballer in der Pause Kilometer in Laufschuhen ab. „Ich bin fitter als sonst. Aber irgendwann hat man auch keine Lust mehr auf Laufen.“

Für Kapitän Fricke war das erste Post-Corona-Training wertvoll, auch wenn es keine Trainingsziele gab. „Ich würde sogar behaupten, dass das Training für eine kurze Zeit die Corona-Krise und was da alles dranhängt, vergessen lässt.“

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Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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