Geht der Blick von Michael Luppus und dem SV Südkirchen in Richtung Kreisliga A? © Sebastian Reith
Fußball

Kadercheck der B-Ligisten: Bork verjüngt, Capelle im Umbruch – Südkirchen vor Aufstieg?

Der SC Capelle geht mit einem veränderten Gesicht in die kommende Saison. Beim SV Südkirchen hingegen gibt es kaum Fluktuation – kann es in Richtung Aufstieg gehen? PSV Bork hat auf dem Papier zwölf Neue.

Die vergangene Saison ist endgültig abgehakt, der Fokus liegt längst auf der neuen. Im August wird die Spielzeit 2021/22 beginnen, auch für die beiden B-Ligisten SC Capelle und SV Südkirchen. Mit dem Abstieg werden beide Mannschaften wohl nichts zu tun haben, das entspricht aber auch nicht den jeweiligen Zielsetzungen. Doch reicht es für den ganz großen Wurf?

In der annullierten Saison erreichte der SC Capelle den sechsten Platz, holte 13 von 24 möglichen Zählern. Dass es für die Schwarzgelben eher noch weiter nach oben als nach unten gehen soll, ist kein Geheimnis.

Das Wort „Aufstieg“ nimmt man an der Gorfeldstraße aber maximal hinter verschlossenen Türen in den Mund – und das ist gut so. Der SCC steht aller Voraussicht nach vor einer nicht ganz einfachen Saison, schließlich haben gleich drei langjährige Wortführer ihr Karriereende verkündet.

In Lars Zimmermann, Alexander Reher und Stefan Möer muss Trainer Reinhard Behlert künftig nicht nur auf Stammpersonal, sondern auch auf wichtige Persönlichkeiten verzichten. Kapitän Simon Walter wird mehr Verantwortung tragen müssen, ebenso etablierte Kräfte wie Toralf Streppel, Manuel Lachmann oder Fabian Steinhoff.

Externe Neuzugänge gibt es nicht. Stattdessen bleibt Capelle sich treu und verstärkt sich aus der eigenen A-Jugend mit Mika Lohmann, Janis Hölscher und Janik Hülsmann. Dass sich solche Spieler gleich im ersten Senioren-Jahr für Furore sorgen können, zeigten vergangene Saison beispielsweise Lukas Nölken oder Julian Matthies.

Der SC Capelle bereitet sich auf die kommende Spielzeit vor.
Der SC Capelle bereitet sich auf die kommende Spielzeit vor. © Matthias Henkel © Matthias Henkel

Fazit: Gelingt es dem SC Capelle, den Abgang seines Führungstrios zu kompensieren, steht der Mannschaft eine gute (bis sehr gute) Saison bevor.

Deutlich entspannter verlief der Transfer-Sommer beim SV Südkirchen. Trainer Michael Luppus hat auch im dritten Jahr in Serie keine Abgänge zu verzeichnen, lediglich Max Schlabs wird künftig seltener zum Einsatz kommen – der Außenverteidiger hat sich der Bundeswehr verpflichtet. Ansonsten herrscht pure Konstanz im Kader.

Punktuell verbessert hat sich der SVS mit Fernando Manfredi vom Nachbarn aus Nordkirchen. Der erfahrene Außenverteidiger ist eine echte Verstärkung und hat das Zeug, früh Verantwortung zu übernehmen. Hinzu kommen Marvin Koch (PSV Bork), der den Konkurrenzkampf im Tor beleben wird, sowie Fabian Baake aus der eigenen Jugend.

Anknüpfen an die vergangene Saison

Die vergangene Saison beendete Südkirchen auf Rang neun. Das lag auch an einem miserablen Auftakt mit zwei herben Klatschen. Aus den folgenden fünf Partien holte der SVS allerdings elf Zähler – daran will man anknüpfen.

Dass die Südkirchener gerne in die Kreisliga A wollen, daraus machen sie keinen Hehl. Mit Manfredi, der Schlabs auf der Außenposition ersetzen kann, gibt es zumindest keinen Qualitätsverlust. Stattdessen ist die Mannschaft von Luppus nach Jahren eingespielter denn je und hat mit Julian Rohlmann wohl einen der besten Knipser der Liga.

Fazit: Mit Südkirchen ist zu rechnen. Schafft es die Mannschaft von Michael Luppus, von Saisonbeginn an zu liefern, ist auch ein Platz in der Top-Drei nicht unrealistisch.

PSV Bork setzt voll auf die Jugend

Auch der PSV Bork steckt in einer kleinen Phase des Umbruchs. Statt auf etablierte Kräfte zu setzen, geht die Mannschat von Trainer Sanmi Ojo seit einiger Zeit stark verjüngt ins Rennen – der Lohn für eine überdurchschnittlich gute Junioren-Ausbildung.

Das allein zeigt ein Blick auf die Neuzugänge für die kommende Spielzeit. Auf dem Papier stehen da gleich zwölf Namen, so wirklich neu sind allerdings nur drei. Denn gleich neun Spieler auf der Liste stammen aus der eigenen A-Jugend. Wer den Sprung in die erste Mannschaft final schafft, wird sich im Laufe der Vorbereitung zeigen.

Borks Trainer Sanmi Ojo steht der Verschiebung skeptisch gegenüber.
Borks Trainer Sanmi Ojo steht der Verschiebung skeptisch gegenüber. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Neben den internen Zugängen hat der PSV in Niklas Barnfeld (SW Westrich), Simon Serges (VfB Lünen) und Marvin Kemmann (GW Nottuln) drei weitere Neue. Insbesondere Kemmann scheint ein echter Gewinn zu sein, schließlich spielte der Torhüter bereits in der Junioren-Bundesliga sowie später in der Westfalenliga. Aber auch von Barnfeld verspricht sich Ojo einiges, ebenso von Mentalitäts-Monster Serges.

Verlassen haben den Klub lediglich Pascal Zander und Keeper Marvin Koch – Abgänge, die keine unauffüllbare Lücke hinterlassen.

Fazit: Der PSV Bork hat sich mit drei externen Spielern verstärkt, die einen echten Unterschied machen können. Greift das generelle Jugendkonzept, ist auch mit den Jungs von Sanmi Ojo unter den ersten fünf zu rechnen.

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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