Am Saisonende muss der Schiedsrichter Manuel Gräfe seinen Platz räumen, weil in der Fußball-Bundesliga die Altersgrenze bei 47 Jahren liegt. © dpa
Fußball

Mit über 70 Jahren noch Schiedsrichter: „Ich finde es vernünftig, dass Gräfe aufhören muss“

Dass er in seinem Alter noch Fußballspiele pfeift, ist für einen erfahrenen Schiedsrichter aus einem ganz bestimmten Grund wichtig. Aufhören möchte er erst, wenn ein Meilenstein erreicht ist.

In der Fußball-Bundesliga ist mit 47 Jahren Schluss als Schiedsrichter, weswegen Manuel Gräfe, Guido Winkmann und Markus Schmidt zum Ende der Spielzeit aufhören müssen.

Für Werner Kaschura ist die Altersgrenze des Deutschen Fußballbundes (DFB) in der Bundesliga durchaus nachvollziehbar. „Ich finde es vernünftig, dass Gräfe aufhören muss“, sagt Kaschura. Der 74-Jährige ist als Schiedsrichter vom FC Nordkirchen nach wie vor in den B- und C-Kreisligen der Herren aktiv.

„Der Fußball in der Bundesliga wird immer schneller, dann muss für die Erste und Zweite Liga auch irgendwann mal Schluss sein“, so Kaschura. Für den gelernten Maler und Lackierer spielt dabei der Hintergedanke des DFB, jungen Schiedsrichtern durch die Altersobergrenze das Pfeifen auf Spitzenniveau zu ermöglichen, keine übergeordnete Rolle.

„Das ist schon eine verdammte Anstrengung auf dem Niveau und aus konditioneller Sicht vernünftig diese Altersobergrenze einzuhalten“, so der Lüdinghauser.

Der Schiedsrichter will noch bis zu seinem Jubiläum pfeifen

Das Schiedsrichter-Urgestein möchte selber noch mindestens zwei Jahre pfeifen. „Ich bin jetzt seit 23 Jahren dabei und werde wahrscheinlich zu meinem 25-jährigen Jubiläum aufhören“, sagt Kaschura.

Für den 74-Jährigen hat die Schiedsrichterei vor allem einen bestimmten Zweck. „Ich brauche die Bewegung und aktuell ist es meine einzige Hoffnung, mich noch sportlich zu betätigen“, sagt Kaschura und erzählt lachend: „Ich bin jetzt nicht so der Typ, der irgendwelche Trimmpfade runter läuft.“

Werner Kaschura kann sich vorstellen, nach 25 Jahren die Pfeife an den Haken zu hängen.
Werner Kaschura kann sich vorstellen, nach 25 Jahren die Pfeife an den Haken zu hängen. © FC Nordkirchen © FC Nordkirchen

Beleidigungen nehmen laut Kaschura zu

Dennoch gerät der Lüdinghauser immer öfters an seine Grenzen, auch wenn seltener aufgrund konditioneller Schwierigkeiten. „Der Fußball wird frecher und man muss sich doch schon mal was anhören von den Spielern. Das wird immer schlimmer und auch die Beleidigungen nehmen zu, da hat man irgendwann keine Lust mehr drauf“, so Kaschura deutlich.

Bis zu seinem Jubiläum möchte der Referee solche Situationen aber noch weg moderieren und freut sich auch schon auf die nächste Spielzeit.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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