Am Tag der Gründung des SC Capelle von links nach rechts: Rolf Gieselmann, Georg Baartz und Karl-Heinrich Appel – die Gründerväter des SC Capelle. © SC Capelle
Fußball

Seit 1956 im Ort ansässig und Gründer des SC Capelle: Georg Baartz über den 17. April 1971

Der Fußball-Verein SC Capelle ist 50 Jahre alt geworden. Der Gründer Georg Bartz erinnert sich an die Anfangsjahre zurück.

Zum 50-jährigen Jubiläum von Fußball-Klub SC Capelle erinnert sich der Mitbegründer und erste Vorsitzende in der Geschichte des Vereins an die Gründerzeit. Aus Papenburg in Niedersachen zieht es den am 13.09.1933 geborenen Georg Baartz in den 1950er Jahren nach Capelle – ursprünglich der Liebe wegen.

„Meine Frau habe ich in Capelle kennengelernt und wir leben hier seit 1956“, erzählt Baartz. Die beiden gründen eine Familie, bekommen zwei Söhne und lernen über ihre Kinder Familie Appel kennen.

Weil es Anfang der 1970er-Jahre keine Möglichkeiten in Capelle gibt, die eigenen Kinder in einem Sportverein anzumelden, beschließen die beiden Familienväter Karl Heinrich Appel und Georg Baartz, einen eigenen Verein zu gründen.

Georg Baartz lebt mit seiner Familie seit 1956 in Capelle.
Georg Baartz lebt mit seiner Familie seit 1956 in Capelle. © SC Capelle © SC Capelle

Die Menschen in Capelle waren froh über die Gründung des SCC

Mit handbeschriebenen Plakaten laden Georg Baartz und Karl Heinrich Appel am 17. April 1971 die Capeller-Ortsgemeinschaft in die Gastwirtschaft Steffens ein. „Die Leute waren froh, dass wir den Verein gegründet haben, damit die Kinder nicht mehr auf der Straße spielen mussten“, erinnert sich Baartz.

Vom Capeller Fußballverein ist der gelernte Schreiner nach der Gründung der erste Vorsitzende, sein Mitstreiter Karl Heinrich Appel Geschäftsführer und Rolf Gieselmann übernimmt als Kassierer die Finanzen im Verein.

Der erste Trainer ist Dieter Mill, die erste Meisterschaft folgt 1975

Insgesamt 14 Trainer haben den SCC in seiner 50-jährigen Geschichte bislang trainiert, den ersten holt Baartz aus Nordkirchen. „Dieter Mill kam aus Nordkirchen. Den konnte ich überzeugen, weil er dann nicht mehr so weit fahren musste“, erzählt der 87-Jährige.

Beim ersten Spiel der Vereinsgeschichte geht es gegen die Sportfreunde Werne, mit einem guten Ausgang für den SCC. „In Capelle war das eine große Sache. Mit Blasmusik ging es zum Platz und am Ende haben wir 4:1 gewonnen“, erinnert sich Georg Baartz.

Im Anschluss nimmt der SCC dann ab der Saison 1971/72 an der Meisterschaft teil. Der aktuelle Vorsitzende Josef Mertens, der gemeinsam mit seinen Freunden in den neu gegründeten Verein eintritt, schildert sein Highlight aus dieser Zeit: „Ganz klar die Meisterschaft der ersten Mannschaft 1975 mit dem Aufstieg in die erste Kreisklasse unter dem Trainer Werner Wiemann.“

Der aktuelle Vorsitzende des SC Capelle, Josef Mertens, erinnert sich an sein persönliches Highlight: „Ganz klar die Meisterschaft“.
Der aktuelle Vorsitzende des SC Capelle, Josef Mertens, erinnert sich an sein persönliches Highlight: „Ganz klar die Meisterschaft“. © Josef Mertens © Josef Mertens

Baartz als Schiedsrichter, Trainer und Vorstand in Einem

Zur Meisterschaft hat Baartz nach wie vor die höchste Position im Verein inne, kümmert sich zeitgleich aber auch noch um das Training der C-Jugendlichen – und pfeift auch deren Spiele. „Das war damals eben so, aber das hat gut funktioniert“, sagt der 87-Jährige. Nicht so gut lief es für einen von Georg Baartz Söhnen, Manfred, der auch von Anfang an dabei ist und sich an ein Spiel in Ottmarsbocholt erinnert.

„C-Junioren Spiel in Ottmarsbocholt, mein Vater war Schiedsrichter, ich Kapitän. Es kam zur Begrüßung und ich begrüßte mit: Wir begrüßen Ochsenbocholt mit einem dreifachen Ball. Daraufhin gab mir mein Vater folgerichtig die rote Karte, damit war das Spiel für mich gelaufen“, sagt Manfred Baartz.

Bis 1980 ist Baartz der Vorsitzende beim SC Capelle, bleibt dem Verein aber bis heute erhalten. „Danach habe ich mich noch viele Jahre um den Verkauf am Platz gekümmert und besuche auch heute noch fast jedes Heimspiel“, erzählt der SCC-Gründer.

Für den 87-Jährigen hat der Verein vor allem einen Nutzen gehabt. „Hier war ja damals gar nichts für die jungen Leute und mit dem Sportverein wurde das alles besser, aber es war eine Menge Arbeit bis es so weit war“, sagt Baartz, der abschließend nochmal festhalten möchte: „Das haben wir nur mit der Unterstützung unserer Frauen geschafft und es ist toll zu sehen, wie das bis heute so weitergeht“.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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