Sensation am Stimberg - Spvgg. Erkenschwick schlägt auch Preußen Münster

Redakteur
Zum ersten Mal in der knapp 100-jährigen Geschichte des Stimberg-Stadions laufen zwei Mannschaften unter Flutlicht ein.
Historischer Moment: Zum ersten Mal in der knapp 100-jährigen Geschichte des Stimberg-Stadions laufen zwei Mannschaften unter Flutlicht ein. © Olaf Krimpmann
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Die Spvgg. Erkenschwick steht sensationell im Viertelfinale des Westfalenpokals. Wie schon gegen den Regionalligisten Rot-Weiss Ahlen erkämpfte der Westfalenligist nun auch gegen Preußen Münster in der regulären Spielzeit nicht unverdient ein 0:0.

Im anschließenden Elfmeterschießen blieben die Erkenschwicker vor mehr als 2000 Zuschauern ohne Fehl und Tadel. Letzter Schütze war wie gegen Ahlen Kapitän Stefan Oerterer: „Ich bin ja schon lange in Erkenschwick. Aber so eine Stimmung habe ich hier noch nicht erlebt. Überragend.“

Münster rotiert, Erkenschwick mit nur einer Änderung

Preußen Münster mokierte sich derweil über die Bedingungen im Stimberg-Stadion. Tatsächlich leuchtete die mobile Flutlichtanlage, die der Klub angemietet hatte, den Rasen nur sparsam aus. Entscheidender für den Ausgang dürfte aber gewesen sein, dass die Spvgg. gegen den Favoriten eine beherzte Leistung bot – und der Regionalligist mit einer Art B-Elf ins Viertelfinale einziehen wollte.

Preußen-Trainer Sascha Hildmann rotierte im Vergleich zum letzten Regionalliga-Spiel bei Alemannia Aachen kräftig durch, gab Kickern aus der 2. Reihe und dem Oberliga-Team eine Chance. Spvgg.-Coach Magnus Niemüller dagegen brachte die Elf vom 3:1-Erfolg gegen den SC Verl II am Sonntag. Mit einer Ausnahme: Für den verletzten Skandar Soltane rückte der defensivere Nils Eisen in die Start-Elf.

Erkenschwick lässt kaum Chancen zu

Das machte sich bezahlt: Die Gastgeber verteidigten konzentriert und ließen nichts zu. 20 Minuten dauerte es, ehe Torhüter Rafael Hester gegen Marius Mause zum ersten Mal zupacken musste. Auf der anderen Seite schafften es die Schwarz-Roten aber auch nicht, einen Konter zu Ende zu bringen. Schon nach 26 Minuten mussten sich die „Schwicker“ neu sortieren: Finn Wortmann wurde mit einem Tackling gestoppt, trotzdem verletzte sich der Angreifer und musste den Platz verlassen. Für ihn kam Arian Schuwirth.

In der 32. Minute hatte die Spvgg. eine passable Möglichkeit: Moritz Isensee dribbelte von der linken Seite in den Strafraum, zirkelte den Ball dann aber über das Tor. Die beste Chance für die Preußen gab es kurz vor dem Pausenpfiff: Bindemann ist im Strafraum durch, drischt den Ball aus sieben, acht Metern aber an den Querbalken. Kurz darauf war dann Pause.

Münster mit mehr Biss nach der Pause

Aus der kamen die Preußen mit mehr Elan: Die Gäste erhöhten nun Tempo und Druck. Aber die Spvgg. hielt dagegen und sorgte ab und an auch für etwas Entlastung. Nach einer Stunde versuchte Trainer Hildmann, mit Fußballern aus der ersten Reihe dem Preußen-Spiel mehr Durchschlagskraft zu verleihen. Remberg, Bouchama und Wegkamp kamen für Mittelfeld und Offensive. Jetzt war die Erkenschwicker Defensive richtig gefordert, aber sie hielt dicht. Dicke Chancen für den Regionalligisten gab es nicht.

Als Rafael Hester in der Nachspielzeit gegen Yassine Bouchama rettete, stand es fest: Nach Regionalligist RW Ahlen hatte die Spvgg. auch dem Spitzenreiter der 4. Liga ein 0:0 abgetrotzt. Es ging ins Elfmeterschießen.

Bouchama patzt für die Preußen

Münster startete, Grote traf sicher. Nils Eisen schaffte das 1:1. Für die Preußen netzte Kok ein. Philipp Breilmann traf zum 2:2. Dann schoss Lorenz für Münster das 2:3. Jan Binias antwortete mit einem lässigen Schuss zum 3:3.

Jetzt kam Bouchama für die Preußen und der patzte: Der Pfosten und Hester standen im Weg. Moritz Isensee brachte die Spvgg. mit 4:3 in Front. Preußen-Torjäger Wegkamp glich aus zum 4:4. Der letzte Schuss gehörte Stefan Oerterer: Der Kapitän traf sicher zum 5:4. Der Rest war Jubel am Stimberg.

  • Westfalenpokal, Achtelfinale:Spvgg. Erkenschwick – SC Preußen Münster 5:4 n.E. (0:0).
    Erkenschwick: Hester – Warnat, Eisen, Binias, Kasak (46. Forsmann), Schick, Pilica, Breilmann, Isensee, Wortmann (26. Schuwirth), Oerterer
    Münster: Müller – Kok, Ghindovean (86. Lorenz), Koulis, Bindemann (89. Grote), Di Pierro (55. Remberg), Mause Demirarslan, Ter-Horst, Schacht (66. Wegkamp), Teklab (66. Bouchama)
    Schiedsrichter: Cengiz Kabalakli (Gelsenkirchen)
    Zuschauer: 2300

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