Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Heidel zählt Rudy an

Schalke 04

Der eine galt vor der Saison als Schalker Königstransfer, der andere hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal einen Profivertrag.

Gelsenkirchen

, 10.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Heidel zählt Rudy an

Schalke-Trainer Domenico Tedesco (l.) wechselte Sebastian Rudy in München schon nach 33 Minuten aus. © dpa

Wenige Monate später haben sich die Perspektiven von Sebastian Rudy und Ahmed Kutucu beim FC Schalke radikal verändert. Rudy steckt weiterhin im Formtief, während der junge Kutucu für Sportvorstand Christian Heidel schon als Vorbild für junge Spieler aus der Knappenschmiede gelten kann, den Sprung in die Bundesliga zu schaffen.

Nach der Schalker 1:3 (1:2)-Niederlage beim FC Bayern München versuchten die Journalisten, die sich regelmäßig mit dem FC Schalke 04 beschäftigen, wieder einmal vergeblich, mit Rudy ins Gespräch zu kommen. Sie schafften es nicht einmal, den Nationalspieler nach der Partie zu Gesicht zu bekommen. Als sich die Medienvertreter in der Mixed-Zone positioniert hatten, saß der Mittelfeldspieler längst im Schalker Mannschaftsbus. Frustriert, enttäuscht, niedergeschlagen, denn Trainer Domenico Tedesco hatte den 28-Jährigen bereits nach 33 Minuten ausgewechselt.

Wer war das Bauernopfer?

Rudy verschwand sofort in den Katakomben der Allianz Arena, denn so hatte er sich die Rückkehr an seiner frühere Wirkungsstätte sicherlich nicht vorgestellt. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sprach im Vorbeigehen ungewöhnlich laut, so dass es jeder hören konnte, von einem „Bauernopfer“. Ob er damit die Auswechslung von Rudy, vorher bei den Bayern, gemeint hatte, blieb unklar.

Wenn es so gewesen sein sollte, konnte man Rummenigge insofern zustimmen, dass auch Rudys Mitstreiter im Mittelfeld, Nabil Bentaleb und Suat Serdar, stark enttäuschten. Bentaleb und Serdar luden mit ihren Fehlpässen, als die Schalker Mannschaft in der Vorwärtsbewegung war, den Gegner regelrecht zum Toreschießen ein. Die Bayern-Führung ging zwar auf das Konto von Jeffrey Bruma per Eigentor (10.), aber der Hauptverursacher war eigentlich Bentaleb. Beim 2:1 (26.) der Gastgeber durch Robert Lewandowski leistete Serdar mit einem Fehlpass unfreiwillige Hilfestellung.

Kutucu spielt frech und mutig auf

Dass Schalke zumindest ergebnistechnisch nicht frühzeitig deutlicher zurücklag, hatten sie zwei starken Paraden von Torhüter Ralf Fährmann sowie dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer durch Ahmed Kutucu (24.) zu verdanken. Der 18-Jährige zeigte keine Angst vor den großen Bayern-Namen.

„Seine Unbekümmertheit tut der Mannschaft gut“, lobte Fährmann den jungen Stürmer, der auch in der Defensivarbeit überzeugte.

„Sebastian muss seine Spielweise ändern“

Ganz im Gegensatz zu Rudy, dessen Kurzauftritt in München ein Rückfall in sportlich überwundene Zeiten darstellte. „Der Junge ist nicht 18, sondern 28 Jahre alt und Profi. Da muss er durch und einfach besser Fußball spielen. Wir können nicht noch ein Jahr erzählen, dass es an der Umstellung liegt“, nahm Christian Heidel den Nationalspieler in die Pflicht. Der kritische Unterton war dabei beim Sportvorstand nicht mehr zu überhöhen. „Sebastian muss seine Spielweise verändern. Da muss einfach ein bisschen mehr Power und Leidenschaft rein“, forderte der S04-Manager.

Als Alleinschuldiger taugte Rudy für die Niederlage in München indes nicht. Vor allem in der Anfangsphase und zu Beginn der zweiten Halbzeit fehlte den Gästen der Mut, einen in der Defensive nicht sattelfest Gegner öfter in Verlegenheit zu bringen.