„200“ fliegt und siegt bei internationalem Brieftaubenflug

Geflügelte Gewinnerin

Damit hatte Reinhard Spranger wirklich nicht gerechnet: Auf einem internationalen Flug, an dem Brieftaubenzüchter aus vier Nationen teilnahmen, holte seine blaue Täubin "200" nicht nur den Zonensieg, sondern sogar den Gesamtsieg. Mit zehn eingesetzten Tieren machte der Stadtlohner Brieftaubenzüchter neun Preise. Viel besser geht es nicht.

STADTLOHN

01.09.2015, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um 7.45 Uhr wurde die spätere Siegertaube mit 1439 anderen Tauben von 230 Züchtern aus den Niederlanden, aus Polen, aus Tschechien und ganz Deutschland in London in Richtung Heimat aufgelassen. Es war sonnig, die Temperatur betrug 14 Grad, und es herrschte ein mäßiger Südwestwind. Es waren ideale Flugbedingungen.

Reinhard Spranger hatte seine Taube gut auf diesen Flug vorbereitet. Liebevoll nennt er sein erfolgreiches Rennpferd der Lüfte "200" - wegen der Ringnummer, die Spranger von seinem Freund Theo Höllmann geschenkt bekommen hatte.

Goldener Pokal

Seit seinem neunten Lebensjahr beschäftigt sich der Stadtlohner mit Tauben. Er freute sich sehr über den ersten Konkurs in der Zone 1 und auch über den Gesamtsieg. Ein Goldpokal der Firma Rhönfried/Hesse und ein Pokal der Hauptliste für die beste Dreierserie konnte er in Empfang nehmen. Dass neun von seinen zehn eingesetzten Tauben einen Preis errungen hatten, machte ihn stolz und glücklich, wie er beim Besuch der Münsterland Zeitung betont.

Die Siegerin ist eine zwei Jahre alte blaue Täubin. Reinhard und Angelika Spranger geraten geradezu ins Schwärmen, wenn sie liebevoll ihre "200" betrachten. Sie ist nicht nur schnell sondern auch schön, hat einen glasklaren Ring in ihrer Iris und einen weißen Bürzel. Der Brieftaubenzüchter schickte seine Taube hervorragend trainiert und mit gutem Futter versorgt auf die Reise.

Sehnsucht beflügelt

Für den sportlichen Wettkampf war sie extra vorher einige Tage von ihrem Männchen getrennt worden. Die Sehnsucht nach ihrem blauen Täuber daheim im Stadtlohner Schlag - ein Mittel, das die Brieftaubenzüchter sich seit jeher zunutze machen - trieb die Siegertaube wohl doppelt zu Höchstleistungen an. Ihr Täuber ist im übrigen auch ein erfolgreicher Sportler - er hat in diesem Jahr bei elf Flugeinsätzen auch schon elf Preise errungen.

Taube "200" flog über die offene Fläche der Nordsee zwischen England und dem Festland und hatte nach kurzer Zeit wieder Land unter ihren Flügeln. Beim schnellen Heimflug kam der Taube besonders die Fähigkeit, sich am Magnetfeld der Erde und den Sonnenstand orientieren zu können, zugute. Weder ein Gewitter noch der größte tierische Feind der Brieftauben, der Sperber, sorgten auf dem Flug für negative Einflüsse.

Im Durchschnitt Tempo 78

Leichter seitlicher Gegenwind hinderten sie daran, ihre volle Geschwindigkeit voll einzusetzen. "200" flog mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 78 km/h von London nach Stadtlohn und erreichte nach rund 6.45 Stunden ihren Heimatschlag. 515 Kilometer lagen da hinter ihr.

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