Das Ausmaß der Schäden zeigt sinnbildlich unter anderem der Zeltanhänger. In den kommenden Tagen wird ein Statiker beurteilen, ob der Pavillon stehen bleiben kann. © DJK Stadtlohn
DJK-Ferienlager

30.000 Euro für Hönningen – Lagerleiter macht Mut: „Wir versuchen alles”

Enorm ist die Resonanz auf die Aktion „Stadtlohn hilft Hönningen“. DJK-Lagerleiter Norbert Vos richtet nach Rückkehr derweil den Blick auch nach vorne – und auf das Urteil des Statikers.

Emotional macht Norbert Vos in diesen Tagen echte Achterbahnfahrten durch: Nicht zuletzt dank des Benefizkonzerts mit der Gruppe Kaiserkeller am Mittwoch im Bahn-Biergarten kann er die jüngste Mitteilung der DJK Eintracht bestätigen, dass für die Initiative „Stadtlohn hilft Hönningen“ bereits jetzt 30.000 Euro an die Gemeinde Hönningen überwiesen werden konnten. „Eine Wertschätzung auch für unser tolles Team, das hat ihr Einsatz am Mittwoch noch einmal bewiesen. Und das alles selbst organisiert“, zeigt sich Vos begeistert.

Gleichsam nahm der Lagerleiter des DJK-Ferienlagers am Wochenende wieder einige nachdenkliche Eindrücke aus dem Lagerdomizil in Richtung Heimat mit.

Vom Inventar ist nichts geblieben. Der Pavillon wurde am Wochenende so weit hergestellt, dass er durchlüften kann. Dazu mussten Teile der Wände und der Isolierung herausgerissen werden.
Vom Inventar ist nichts geblieben. Der Pavillon wurde am Wochenende so weit hergestellt, dass er durchlüften kann. Dazu mussten Teile der Wände und der Isolierung herausgerissen werden. © DJK Stadtlohn © DJK Stadtlohn

Als letztes Mitglied der Betreuerteams war Norbert Vos am vergangenen Montag zurück nach Stadtlohn gereist. Am Dienstag zuvor hatte das Team die Entscheidung getroffen, das Lager abzubrechen, die Betreuer hätten sich vor den nahenden Fluten am Mittwoch dann so gerade noch gerettet. „Dass das Team einschließlich der Neu-Betreuer einstimmig diese Entscheidung getroffen hat, davor muss man den Hut ziehen“, blickt der Lagerleiter zurück.

Hilfe für die Menschen vor Ort genießt Priorität

Er selbst war noch ein paar Tage vor Ort geblieben, fuhr mit zu Hausmeister Rainer Knebel in die Nachbargemeinde Insul. Auf dem Weg habe er erst richtig realisiert, welches Glück man selbst gehabt habe: „Wir hatten dann doch nur Wasser im Pavillon und viel Geröll auf der Wiese. Andere Menschen dort haben nichts mehr. Eine Katastrophe.“

Rainer Knebels Haus habe die Flut um Millimeter nur verfehlt: „Ein Riesenglück.“ In den folgenden Tagen habe man einigen Familien in Insul geholfen. „Wir sind auch mal runtergefahren zum Pavillon, konnten aber so recht nicht viel machen.“

Lagerleiter Norbert Vos (am Mikrofon) ist überwältigt von der Unterstützung und vom Einsatz seines gesamten Lagerteams.
Lagerleiter Norbert Vos (am Mikrofon) war überwältigt von der Unterstützung und vom Einsatz seines gesamten Lagerteams. © DJK Stadtlohn © DJK Stadtlohn

Das übernahm am vergangenen Wochenende eine Abordnung des Betreuerteams. Ausgerüstet unter anderem mit Pumpe und Notstromaggregat. Pro forma habe man wieder Wasser und Strom, berichtet Norbert Vos. Nun muss erst einmal kräftig durchgelüftet werden. Parallel wird ein Statiker womöglich noch in der laufenden Woche prüfen, ob der Pavillon stehen bleiben kann. „Ein Negativurteil wäre natürlich ein weiterer großer Nackenschlag“, weiß Vos.

Vom Inventar ist nicht mehr da

Ansonsten sei an Inventar im Grunde „nichts mehr da“, die Schadenssumme sei immens. Auch die Küche, die erst vor wenigen Jahren eingebaut worden war, kann nicht mehr benutzt werden. Erst 2018 hatte man noch mit dem letzten Schlafraum eine umfangreiche Renovierungsmaßnahme abschließen können. Immer wenn bei den Aufräumarbeiten im Außenbereich eine Zeltstange oder anderes zutage gekommen sei, habe er „schon schlucken“ müssen: „Damit verbindet man sofort wieder Erinnerungen.“

Die enorme Spendenbereitschaft, so auch beim Konzert der Gruppe Kaiserkeller im Bahn-Biergarten, ist eine große Wertschätzung für die Organisatoren des DJK-Ferienlagers.
Die enorme Spendenbereitschaft, so auch beim Konzert der Gruppe Kaiserkeller im Bahn-Biergarten, ist eine große Wertschätzung für die Organisatoren des DJK-Ferienlagers. © DJK Stadtlohn © DJK Stadtlohn

Ansonsten behält Norbert Vos seine positive Grundeinstellung. „Alles wird gut“, laute sein Motto. „Dinge, die in der Vergangenheit liegen, kann ich nicht verändern. Deshalb blicke ich nach vorne“, betont Vos. Und dabei baut er nicht nur auf die Unterstützung seines tollen Teams und die enorme Spendenbereitschaft, sondern er darf sich auch der Hilfe durch die Hönninger selbst sein – so wir man nun die Menschen und Freuden vor Ort unterstütze. Letzteres habe aktuell absolute Priorität.

Hönningens Bürgermeister selbst macht Mut

„Bürgermeister Jürgen Schwarzmann selbst will, dass 2022 ein Lager in Hönningen stattfindet“, erklärt Norbert Vos. Natürlich könne dies nicht in gewohnter Form stattfinden. „Wir wollen etwas machen, wenn es irgendwie möglich ist“, sagt Norbert Vos: „Wir geben nicht auf und versuchen alles!“ Das sei gewiss.

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