Die Stadtlohner Abiturientinnen und Abiturienten werden keine üblichen Abi-Ball (Symbolfoto) feiern können. Es ist aber eine Scheunenparty am Abend der Zeugnisübergabe geplant. Der Abi-Ball wird im September nachgeholt. © picture-alliance/ dpa-tmn
Geschwister-Scholl-Gymnasium

Abi-Ball wird im September nachgeholt – aber eine Party gibtʼs jetzt schon

Dienstag ist der Tag der Wahrheit. Die Stadtlohner Abiturienten erfahren ihre Prüfungsnoten. Unterdessen werden Pläne für eine besondere Abi-Party geschmiedet – und für einen späten Abiball.

„Ich habe ein gutes Gefühl.“ Paul Heming ist optimistisch. Der Dienstag (8. Mai) ist für den 18-Jährigen und die anderen 102 Abiturientinnen und Abiturienten des Stadtlohner Geschwister-Scholl-Gymnasiums ein wichtiger Tag: Dann werden die Noten der Abiturklausuren und der damit erreichte Abi-Notendurchschnitt bekanntgegeben.

„Ich glaube, unsere Stufe hat ihre Sache unter den erschwerten Corona-Bedingungen sehr gut gemacht“, sagt Schülersprecher Paul Heming. „Einige hatten Schwierigkeiten, alleine im Homeoffice den Stoff nachzuholen. Aber wichtig ist, dass keiner wirklich abgehängt worden ist“, so der Schülersprecher.

Klausurenauftakt mit Corona-Sorgen

Dabei war es im April zum Start der Abi-Klausuren zu besonderen Belastungssituationen gekommen, als es unter den Abiturienten Infektionsfälle gab. „Da hatten viele richtig Stress, dass sich Corona auf das Abi auswirken würde, aber die Sorgen haben sich bald gelegt.“

Zu Recht, wie Schulleiter Jochen Wilsmann sagt. „Es gibt aus meiner Sicht keine signifikanten Abweichungen bei den Noten“, so der Schulleiter. In der Spitze gebe es einen Notendurchschnitt von 1,1. Wohl über 30 Prozent der Abiturienten erreichten einen Schnitt mit einer 1 vor dem Komma. „Der Notendurchschnitt bewegt sich im Schwankungsbereich der vergangenen Jahre“, sagt Jochen Wilsmann. Auch seine Kolleginnen und Kollegin hätten erklärt, dass der Ausgang der Klausuren „im Bereich des Erwartbaren“ gelegen habe.

Kein Abi zweiter Klasse

Für den Schulleiter und für den Schülersprecher ist eines ganz wichtig: Das Abitur 2021 sollte nicht als Corona-Abitur zweiter Klasse gesehen werden. „Die Klausuren waren nicht einfacher als in den vergangenen Jahren“, betont Paul Heming. Und Jochen Wilsmann sagt: „Dieser Jahrgang hat sogar noch eine zusätzliche Kompetenz in Sachen Selbstdisziplin und Selbstorganisation erworben. Das wird sich beim Studium positiv bemerkbar machen.“

Wenn das kein Anlass für eine rauschende Abiturfeier ist. Aber was ist überhaupt erlaubt? Schulabgangsfeiern sind dann erlaubt, wenn dort die Sieben-Tage-Inzidenz stabil die 100er-Marke nicht überschreitet. Der Inzidenzwert im Kreis Borken liegt schon lange deutlich darunter, derzeit bei 13,2. „Damit kann bei uns eine relativ reguläre Zeugnisübergabe stattfinden“, freut sich Schulleiter Wilsmann.

Zeugnisübergabe wieder in der Stadthalle

Im vergangenen Jahr fand die Zeugnisübergabe coronabedingt noch unter sehr besonderen Vorzeichen in der St.-Otger-Kirche statt. In diesem Jahr werden die Zeugnisse am Samstag, 26. Juni, wieder wie gewohnt in der Stadthalle überreicht. Jede Schülerin und jeder Schüler kann maximal von zwei Erwachsenen begleitet werden.

Alle Teilnehmer müssen getestet, genesen oder geimpft sein – die Einhaltung des Mindestabstands ist nicht nötig. Außerdem müssen alle ihre Kontaktdaten hinterlassen. Zu Wilsmanns großem Bedauern wird es am Abend des 26. Juni aber keinen offiziellen Abiball mit Schülern, Eltern und Lehrern geben. Das ließen die Corona-Bestimmungen noch nicht zu. „Der Abiball ist ja immer ein ganz besonderer Abend, an dem Schüler, Eltern und Lehrer das gemeinsam Erreichte gemeinsam und auf Augenhöhe feiern“, so Wilsmann.

Schülersprecher Paul Heming sieht das mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Die Abiturienten sind mittendrin in den Planungen für eine private Abifeier in einer offenen Bauernhofscheune am Abend der Zeugnisübergabe. „Wir haben das mit dem Ordnungsamt schon abgeklärt“, so Paul Heming. An der privaten Feier können aber bis auf zwei Lehrer ausschließlich die rund 100 negativ getesteten Abiturientinnen und Abiturienten teilnehmen.

Die Schüler planen aber, den offiziellen Abiball im September nachzuholen, wenn weitere Corona-Lockerungen greifen. Paul Heming sagt: „Natürlich ist es schade, dass wir nicht am Tag der Zeugnisausgabe auch den Abiball feiern können. Aber wenn wir das vor dem Studienbeginn im Oktober noch hinbekommen, dann ist das ein guter Ersatz.“ Dann fügt er noch lachend hinzu: „Und überhaupt: Zwei Partys sind besser als eine Party.“

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