Autor und Schauspieler Andreas Hoppe hält ein Plädoyer für die Rückkehr der Wölfe

Lesung Andreas Hoppe

„Die Hoffnung und der Wolf“ hat Schauspieler und Autor Andreas Hoppe sein neues Buch genannt. Rund 50 interessierten Besuchern stellte er es am Dienstagabend im Otgerushaus vor.

Stadtlohn

, 05.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Autor und Schauspieler Andreas Hoppe hält ein Plädoyer für die Rückkehr der Wölfe

Andreas Hoppe stellte in Stadtlohn sein Buch „Die Hoffnung und der Wolf“ vor und kam nachher noch mit Besuchern der Veranstaltung ins Gespräch. © Elvira Meisel-Kemper

Die „Bücherzeit“, die Öffentliche Bücherei und das Katholische Bildungswerk hatten den Schauspieler und Autoren Andreas Hoppe eingeladen, sein Buch „Die Hoffnung und der Wolf“ in Stadtlohn vorzustellen.

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„Das ist ein überaus spannendes Thema, das ich seit 20 Jahren begleite. Die Gesetzesinitiative für den erleichterten Abschuss der Wölfe schadet mehr, als das es nützt“, schickte Andreas Hoppe seiner Lesung im Otgerus-Haus voraus. Für Hoppe sind Wölfe eines der „archaischsten Tiere“ des Landes. „Die Möglichkeit des Abschusses zeigt, wie wir mit den Ressourcen der Natur umgehen. Die Natur muss im Gleichgewicht bleiben. Dafür steht für mich der Wolf“, so Hoppe.

Herausforderung für Weidetierhalter

Für Weidetierhalter sei der Wolf tatsächlich eine Herausforderung, allerdings sei das Artensterben durch Menschenhand keine Lösung, betonte der Autor. „Wenn immer mehr Bausteine fehlen, kann das ökologische System nicht mehr funktionieren. Ich liebe jedes Lebewesen in jeder Größe“, so Hoppe. „Wir müssen mehr über den Herdenschutz reden, dazu möchte ich mit meinem Buch Denkanstöße liefern“, ergänzte Andreas Hoppe.

Als er in seinem Büro in Berlin saß, um das Buch zu schreiben, habe er zunächst die Vergangenheit beleuchtet. „Vor über 100 Jahren wurde bei uns der letzte Wolf erlegt. Wolf und Mensch waren ganz früher Nahrungsgefährten, bald aber Konkurrenten im Nahrungskrieg. Wölfe gehören wie Biber und Füchse zu meiner Heimat“, so Hoppe.

Kritische Seitenhiebe gegen Naturzerstörer

In sein Buch baute Hoppe auch zahlreiche kritische Seitenhiebe auf die Zerstörung der Natur durch Menschenhand weltweit ein. Auch vor dem Erstarken der rechten Parteien in Deutschland warnte er, die ebenfalls nicht auf den Erhalt der Natur achteten. Dass der Bauernverband eher den Abschuss als den Ausbau des Herdenschutzes fordere, bemerkte er kritisch.

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Mit der Geschichte des Wolfes von Gubbio, die der Heilige Franz von Assissi erlebt haben soll, griff Andreas Hoppe bei seiner Lesung noch einmal in die Geschichte zurück. Der Wolf werde auch nur in deutschen Märchen so verteufelt.

In der anschließenden Diskussion offenbarte ein Jäger seine differenzierte Haltung zum Abschuss von Wölfen, während ein Landwirt kategorisch den Abschuss forderte, um seine Nutztiere auf der Weide zu schützen. „Für mich war das ein Plädoyer für den Wolf in unserer Landschaft“, stimmte der Jäger dem Autor zu.

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