Beach-Cup-Party: „Zu meinem Eigenschutz habe ich ihm einen leichten Faustschlag versetzt“

hzDodgeball Beach Cup

Die Begegnung der beiden Männer auf dem Dodgeball-Beach-Cup im vergangenen Sommer dauerte nur wenige Sekunden. Dann blutete eine Nase. Jetzt muss der 24-jährige Schläger 1000 Euro zahlen.

Stadtlohn

, 25.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was genau um kurz nach Mitternacht im „Secret Garden“ passierte, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Sicher ist nur, dass sich zwei Männer im Gedränge am Rande der Tanzfläche beim großen Dodgeball-Beach-Cup am 10. August 2019 für einige Sekunden gegenüberstanden. Und dass am Ende eine Nase blutete.

Faustschlag unumwunden zugegeben

Am Freitag musste sich ein 24 Jahre alter Vredener vor dem Amtsgericht in Ahaus wegen Körperverletzung verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, einem 27 Jahre alten Stadtlohner unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben.

Den Schlag gab der Angeklagte auch unumwunden zu.

Im Gedränge an der Tanzfläche waren die beiden zusammensgestoßen. Der Angeklagte schilderte vor Gericht den weiteren Verlauf so: „Er hat mich weggeschubst. Dann kam er auf mich zu und wirkte sehr energisch. Zu meinem Eigenschutz habe ich ihm einen leichten Faustschlag versetzt“.

Erst flogen die Worte, dann die Faust

Das Opfer stellte den Tathergang anders da: Nachdem der Angeklagte ihn angerempelt habe, sei er zu Boden gegangen. „Ich bin aufgestanden, dann sind einige Worte geflogen. Ich bin aber nicht handgreiflich geworden.“ Dann flog plötzlich die Faust.

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Vor Gericht blieb der genaue Tathergang auch nach einer weiteren Zeugenaussage unklar, auch weil wohl alle Beteiligten während des Vorfalls alkoholisiert waren. Sicher schien für den Richter und den Vertreter der Staatsanwaltschaft, dass auch nach der Darstellung des Angeklagten nicht von einer Notwehrsituation auszugehen sei.

1000 Euro für die Kinderneurologie-Hilfe

Weil aber auch das Opfer keinen großen Wert auf eine Strafverfolgung legte, einigten sich Richter, Staatsanwaltschaft und Angeklagter auf eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage von 1000 Euro an die Kinderneurologie-Hilfe Münster.

Über den hohen Betrag wunderte sich der Angeklagte aber. Der Richter belehrte ihn: „Das liegt daran, dass Sie so gut verdienen.“ Sein Nettoeinkommen hatte der Angeklagte mit rund 3300 Euro angegeben. „Was ist denn, wenn ich mit der Geldauflage nicht einverstanden bin?“, wollte der Angeklagte noch wissen. Die Antwort des Richters: „Dann werden wir ein Urteil fällen müssen. Da wäre auch eine Geldstrafe in Höhe von 3300 Euro möglich.“

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