Berkelanrainer in Stadtlohn blicken sorgenvoll aufs Hochwasser

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Besorgte Mienen ausgerechnet am Rosenmontag: Der Pegel der Berkel ist in der Nacht zum Montag bedrohlich angestiegen. Doch dann gab es gute Nachrichten aus Gescher.

Stadtlohn

, 24.02.2020, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Land unter am Ginsterweg: „Das war schon ein Schreck, als wir das heute Morgen gesehen haben“, sagt Elisabeth Trill und zeigt in den Garten. Die Berkel, die dort sonst beschaulich hinter dem Grundstück vorbeizieht, ist randvoll. Die Felder auf der anderen Flussseite sind überflutet. Und der Rasen der Trills steht teilweise unter Wasser.

Sorgenvoller Blick: Die Berkel macht sich am Ginsterweg in den Gärten breit.

Sorgenvoller Blick: Die Berkel macht sich am Ginsterweg in den Gärten breit. © Stefan Grothues

„Wir hatten heute Morgen schon mehrere Anrufe von besorgten Berkelanliegern“, sagt Bürgermeister Helmut Könning am Montagmorgen. Und er kann die Sorgen gut verstehen. „Wenn der Pegel noch ein wenig weiter steigt, dann gibt es ein Problem. Dann tritt die Berkel richtig über ihre Ufer.“

Vorläufige Entwarnung aus Gescher

Doch Helmut Könning hatte am Montagmorgen auch gute Nachrichten. „Wir haben gerade gehört, dass der Pegel flussaufwärts in Gescher wieder etwas gefallen ist. Es besteht also die Aussicht, das der Scheitelpunkt auch hier überschritten ist und der Pegel in absehbarer Zeit wieder sinkt.“

Hochwasseridyll an der Berkel in Estern

Hochwasseridyll an der Berkel in Estern © Stefan Grothues

Der Bürgermeister macht aber eine Einschränkung: „Das gilt natürlich nur, wenn es nicht wieder ergiebig regnet.“ Die Meteorologen sagen für die nächsten Tage weitere Regenfälle voraus, allerdings keine schweren.

Äcker leiden unter der Überflutung

In den Berkelauen in Estern zeigen sich derzeit aber auch die schönen Seiten des Hochwassers. Fast majestätisch breit zieht hier die Berkel durch ihr Tal.

Die beiden Brüder Wilm und Lutz trauen sich mit Gummistiefeln bis an die riesige Wasserfläche, die sich dort breit gemacht hat, wo sonst eine Wiese ist. Ihr Vater Heinrich Brügging bleibt gelassen. „Unser Hof liegt hoch genug. Da machen wir uns keine Sorgen.“

Hochwasseridyll an der Berkel in Estern

Hochwasseridyll an der Berkel in Estern © Stefan Grothues

Aber dem Landwirt machen die Überschwemmungen dennoch Probleme: „Die Wiesen erholen sich schnell. Aber da drüben auf der anderen Seite der Berkel sind auch Äcker überflutet. Fürs Getreide ist das nicht so gut.“ 2016, so sagt Heinrich Brügging, habe das Wasser aber deutlich höher gestanden.

Wo ist das Flussbett, und wo sind die Wiesen und Äcker: Am Montag sind in Estern die Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes "verschwommen".

Wo ist das Flussbett, und wo sind die Wiesen und Äcker: Am Montag sind in Estern die Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes "verschwommen". © Stefan Grothues

Erst im Dezember hatte die Regierungspräsidentin Dorothee Feller der Stadt Stadtlohn einen Förderbescheid über elf Millionen Euro für den Hochwasserschutz überreicht.

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Auf acht Kilometern Länge plant die Stadt Stadtlohn in den nächsten Jahren 38 große und kleine Baustellen, um Überflutungen in der Stadt zu verhindern. Inklusive aller städtebaulichen Zuschüsse werden so entlang der Berkel in den kommenden Jahren rund 30 Millionen Euro verbaut.

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