Blutspender in Stadtlohn lassen sich von Coronavirus nicht aufhalten

hzGroße Resonanz

Das Coronavirus zwingt die Menschen in ihre Wohnungen. Doch von der Ansteckungsgefahr lassen sich die Stadtlohner nicht abhalten. Sie stehen Schlage für eine Blutspende – mit Abstand.

Stadtlohn

, 27.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Coronavirus hält viele Stadtlohner am Freitagnachmittag nicht davon ab, zur Blutspende zu gehen. Quer über den Schulhof der St.-Anna-Realschule reicht die Schlange der Stadtlohner, die ihr Blut geben wollen. „Naja, die müssen ja auch große Lücken freihalten, sonst wäre die Schlange nicht ganz so lang“, sagt Juliane Rehkamp vom DRK-Ortsverein Stadtlohn lachend.

Große Resonanz direkt nach Beginn der Spende

Trotzdem: „So voll ist es so früh eigentlich nie“, fügt sie hinzu. Tatsächlich herrscht schon kurz nach 15 Uhr reger Betrieb in dem Schulgebäude. „Und insgesamt ist es doch eine ganz gute Stimmung, oder?“, fragt Juliane Rehkamp.

Mit Plexiglasscheiben und vielen Hinweisschildern für mehr Abstand zwischen den einzelnen Spendern hatte sich das DRK Stadtlohn auf die Spende vorbereitet.

Mit Plexiglasscheiben und vielen Hinweisschildern für mehr Abstand zwischen den einzelnen Spendern hatte sich das DRK Stadtlohn auf die Spende vorbereitet. © Stephan Teine

Natürlich hat sich das DRK auf die besondere Situation vorbereitet: Zwischen den Liegen ist mehr Platz als gewöhnlich. Die Spende ist auf mehr Räume aufgeteilt als sonst. Auch zwischen den Tischchen, an denen die Spender ihre Daten in Formulare eintragen müssen, ist deutlich mehr Platz als sonst.

Schutz hinter Plexiglasscheiben

Um den Anmeldeschalter sind mehrere Plexiglasscheiben aufgebaut. Dahinter sitzt Juliane Rehkamp und empfängt die Spender. „Wir haben hier eigentlich immer eine sehr gute Spendenbereitschaft“, sagt sie. Gewöhnlich würden die Stadtlohner oft sogar cliquenweise zur Spende kommen oder sich dort treffen und miteinander reden.

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Blutspender lassen sich in Stadtlohn vom Coronavirus nicht aufhalten

Beim Blutspendetermin am Freitagnachmittag haben sich trotz des Coronavirus' viele Stadtlohner angestellt, um ihr Blut abzugeben. Die Stimmung war gelöst, auch wenn sich einige Sorgen wegen der aktuellen Lage machen.
27.03.2020
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Die Stimmung ließen sich die Stadtlohner auch vom Coronavirus am Freitagnachmittag nicht verderben. Viele nutzten den Blutspendetermin noch für ein kurzes Gespräch mit Bekannten – natürlich mit einigem Abstand.© Stephan Teine
Die Stimmung ließen sich die Stadtlohner auch vom Coronavirus am Freitagnachmittag nicht verderben. Viele nutzten den Blutspendetermin noch für ein kurzes Gespräch mit Bekannten – natürlich mit einigem Abstand.© Stephan Teine
Mit Plexiglasscheiben und vielen Hinweisschildern für mehr Abstand zwischen den einzelnen Spendern hatte sich das DRK Stadtlohn auf die Spende vorbereitet.© Stephan Teine
Die Stimmung ließen sich die Stadtlohner auch vom Coronavirus am Freitagnachmittag nicht verderben. Viele nutzten den Blutspendetermin noch für ein kurzes Gespräch mit Bekannten – natürlich mit einigem Abstand.© Stephan Teine
Blutspendetermin in Stadtlohn: Keine Frage, dass sich da viele Stadtlohner auf den Weg machten. Trotz der Gefahr durch das Coronavirus.© Stephan Teine
Michael Wenning (l.) war früher selbst beim DRK in Stadtlohn und kennt sich deswegen bei der Blutspende gut aus. Sorgen hatte er deswegen wegen des Coronavirus nicht.© Stephan Teine
Ohne Fiebermessen ging bei diesem Blutspendetermin nichts. So sollten potenzielle Infizierte ermittelt werden.© Stephan Teine
Michael Wenning (l.) war früher selbst beim DRK in Stadtlohn und kennt sich deswegen bei der Blutspende gut aus. Sorgen hatte er deswegen wegen des Coronavirus nicht.© Stephan Teine
Michael Wenning (l.) war früher selbst beim DRK in Stadtlohn und kennt sich deswegen bei der Blutspende gut aus. Sorgen hatte er deswegen wegen des Coronavirus nicht.© Stephan Teine
Pia (l.) und Andrea Wiggering hatten sich freiwillig gemeldet, um den Imbisswagen des DRK Stadtlohn zu betreuen. Wegen des Coronavirus machten sie sich auch keine großen Sorgen. "Durch die Theke haben wir ja genug Abstand zu den Spendern", sagte Andrea Wiggering.© Stephan Teine
Pia (l.) und Andrea Wiggering hatten sich freiwillig gemeldet, um den Imbisswagen des DRK Stadtlohn zu betreuen. Wegen des Coronavirus machten sie sich auch keine großen Sorgen. "Durch die Theke haben wir ja genug Abstand zu den Spendern", sagte Andrea Wiggering.© Stephan Teine
Juliane Rehkamp vom DRK Stadtlohn freute sich am Freitag über die gute Resonanz auf den Blutspendetermin. © Stephan Teine

„Das ist heute natürlich ein bisschen anders“, sagt sie. Aber auch an diesem Tag stehen die Spender nach der Blutspende noch zusammen. Soweit man „zusammen“ beim Abstand von über zwei Metern zwischen den einzelnen Menschen noch sagen kann.

Nächster Blutspendetermin am Sonntag

Schon am Sonntag, 29. März, bittet das DRK in Stadtlohn wieder zur Blutspende. Spender sind dann von 12 bis 17 Uhr in der St.-Anna-Realschule willkommen.

„Eigentlich müssten wir jetzt einen großen Stuhlkreis machen“, sagt eine Frau und beißt in ein Brötchen. Sie hat die Spende schon hinter sich. Man kommt miteinander ins Gespräch. Das Virus, das im Moment den Alltag bestimmt, rückt fast ein bisschen in den Hintergrund. Vor, nach und bei der Spende kommt so etwas wie Normalität auf. Die Menschen genießen das sichtlich.

Kaum Sorgen vor einer Ansteckung bei der Blutspende

Sorgen vor dem Coronavirus machen sich in diesem Moment nicht viele. Vereinzelt stehen Leute mit Mundschutz in der Schlange. „Klar habe ich mir vorher ein paar Gedanken gemacht“, sagt Brigitte Rathmer. Normalerweise geht sie einmal im Jahr zur Blutspende. „Der Termin jetzt passte einfach gut. Und man will ja auch jetzt in dieser Situation helfen“, erklärt sie. Sorgen habe sie sich aber nicht gemacht.

Ältere Helfer sind heute vom Dienst befreit

Das sieht auch Agnes Sievers so. Weil sie schon 68 ist, darf sie an diesem Tag nicht spenden. Das Coronavirus. Das wusste sie vorher nicht. Sie ist trotzdem zur Spende gekommen. „Wenn man die Anweisungen selbst befolgt, muss man ja keine Bedenken haben“, sagt sie.

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Sonst ist sie bei Spenden selbst als Helferin dabei. Auch das geht an diesem Tag nicht. „Den älteren Helfern haben wir heute freigegeben“, erklärt Juliane Rehkamp.

Pia (l.) und Andrea Wiggering hatten sich freiwillig gemeldet, um den Imbisswagen des DRK Stadtlohn zu betreuen. Wegen des Coronavirus machten sie sich auch keine großen Sorgen. "Durch die Theke haben wir ja genug Abstand zu den Spendern", sagte Andrea Wiggering.

Pia (l.) und Andrea Wiggering hatten sich freiwillig gemeldet, um den Imbisswagen des DRK Stadtlohn zu betreuen. Wegen des Coronavirus machten sie sich auch keine großen Sorgen. "Durch die Theke haben wir ja genug Abstand zu den Spendern", sagte Andrea Wiggering. © Stephan Teine

Deswegen sorgen heute Andrea Wiggering und ihre Tochter Pia für Nachschub an der Imbissfront. Sie stehen im Imbisswagen des DRK und verteilen Brötchen und Eis, das das Eiscafé Arcobaleno extra für diesen Termin gespendet hatte. Sorgen machen auch sie sich nicht. „Wir leben ja in einem Haushalt, können also zusammen arbeiten“, sagt Andrea Wiggering. Und zu den Spendern habe sie ja schon durch die Theke ausreichend Abstand.

Wieder zurück in einem der Spendenzimmer legt sich Michael Wenning gerade auf eine der Liegen. Wie oft genau er schon Blut gespendet hat, kann er gar nicht sagen. Zwar hat er gerade ein Abzeichen für die zehnte Spende bekommen, doch die Zahl kann nicht stimmen. „Ich habe vor einiger Zeit eine Pause gemacht. Davor hatte ich auch schon zigmal gespendet“, sagt der 47-Jährige.

Michael Wenning war früher selbst beim DRK in Stadtlohn und kennt sich deswegen bei der Blutspende gut aus. Sorgen hatte er deswegen wegen des Coronavirus nicht.

Michael Wenning war früher selbst beim DRK in Stadtlohn und kennt sich deswegen bei der Blutspende gut aus. Sorgen hatte er deswegen wegen des Coronavirus nicht. © Stephan Teine

Er habe überhaupt keine Bedenken gehabt, zur Spende zu gehen. „Ich war früher selbst beim DRK und habe geholfen“, sagt er. Daher wisse er, wie gut und sauber dort gearbeitet werde. Generell seien die Blutspenden extrem wichtig. „Und auch in dieser Zeit will man ja helfen“, sagt er.

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