Bürger wollen bessere Radwege und weniger Autos in der Innenstadt

hzUWG-Aktion

Autofrei und ein Kino! Weihnachten ist längst vorbei, die Wünsche bleiben. Die UWG hat Bürgerwünsche gesammelt. Jetzt hat sie die Auswertung ihrer Aktion vorgelegt.

Stadtlohn

, 30.01.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Über die Resonanz der Aktion sind wir selbst positiv überrascht“, sagt Silke Gertz, UWG-Vorstandsmitglied und Ratsfrau. Schon wenige Stunden nach Eröffnung des Weihnachtsmarktes hatten über 50 Stadtlohner ihre Ideen für ein attraktiveres Stadtlohn aufgeschrieben und an den Wunschbaum gehängt. Der UWG Fraktionsvorsitzende Erwin Plate freut sich: „Die Menschen haben ja nicht nur Wünsche geäußert, sie sind direkt mit uns ins Gespräch gekommen. Das war ein voller Erfolg. Zu unseren öffentlichen Fraktionssitzungen kommen nie so viele. Da ist die Hemmschwelle wohl zu groß.“

Bürger wollen bessere Radwege und weniger Autos in der Innenstadt

Erwin Plate und Silke Gertz freuen sich über die gute Resonanz zur Wunschbaum-Aktion der UWG.

Aber was wünschen sich denn die Stadtlohner von der Kommunalpolitik? „Die Innenstadt war ein großes Thema“, sagt Erwin Plate. Vor allem die jungen Stadtlohner hatten hier viele konkrete Wünsche: H&M, Primark, C&A, Burger King, Café Extrablatt und ein Kino. Diese Wünsche tauchten vielfach auf. Und sie sind alle nicht von der Politik zu erfüllen. Silke Gertz: „Wir haben in den Gesprächen deutlich gemacht, dass die Politik diese unternehmerischen Entscheidungen nicht lenken kann. Da müssen wir auf Privatinitiative bauen.“ Aber Stadtlohn habe mit einer attraktiv gestalteten Innenstadt und der Einstellung eines City-Managers gute Rahmenbedingungen geschaffen. Plate: „Da muss jetzt was kommen.“

Bürger wollen bessere Radwege und weniger Autos in der Innenstadt

Etliche Bürgerwünsche betreffen die Mängelbeseitigung an Radwegen, wie hier an der Dufkampstraße.

Einen weiteren, ebenfalls mehrfach geäußerten Wunsch zur Innenstadt indes könne die Politik erfüllen. Etliche Bürger haben sich weniger oder keine Autos in der Innenstadt gewünscht. Plate: „Wir haben das schon im Jahr 2014 im Rat beantragt.“ Jetzt will die UWG im Rat einen neuen Vorstoß unternehmen, um Teile der Innenstadt zumindest in den Sommermonaten nachmittags und abends autofrei zu halten.

Kritik an Radwegen

Die Wunschbaum-Aktion nutzen viele Bürger auch, um konkrete Mängel aufzuzeigen. Im Fokus standen dabei vor allem Verkehrsfragen: Radwegschäden an der Dufkampstraße und an der Bahnallee, Stolperfallen auf dem Gehweg an der Vredener Straße, störende Poller am Telgenkamp, fehlende Vorfahrtsschilder und ein maroder Wanderweg im Bockwinkel. „Die Sanierung des Wanderwegs ist schon im Haushalt enthalten. Das hat uns der Kämmerer auf Nachfrage mitgeteilt“, sagt Silke Gertz. Für die Sanierung des Radwegenetzes will die UWG bei den anstehenden Haushaltsplanberatungen zusätzliche Mittel beantragen.

Umgehungsstraße nicht aus den Augen verlieren

Auf der Verkehrs-Wunschliste der Bürgerstanden zudem der Bau eines Radwegs nach Gescher, die Aufhebung der KAG-Beiträge, mehr Parkplätze am Friedhof und der Bau einer Umgehungsstraße. „Zur Umgehungsstraße haben wir Verkehrsminister Hendrik Wüst angesprochen. Er sagt, Stadtlohn muss ein Konzept haben. Wir müssen da jetzt am Ball bleiben, um auf der Prioritätenliste im Landesstraßenbedarfsplan weiter nach oben zu rücken.“

Berkelstadion wird 2019 ein große Thema sein

Und was hat für die UWG 2019 sonst noch politische Priorität? „Das Berkelstadion!“, sagt Erwin Plate. „Wenn es nach uns ginge, wäre dort der Busbahnhof längst fertig.“ Doch der Grundsatzbeschluss ist noch nicht gefasst. In dieser Frage werden die fünf Ratsfraktion in diesem Jahr noch einige Diskussionen führen – sicher auch mit den Bürgern.

Auf der Wunschliste der Bürger standen übrigens auch leicht Erfüllbares wie neue Sitzgelegenheiten am Kinderbecken im Freibad, Überraschendes wie ein Steingartenverbot und ein globaler Herzenswunsch: Frieden.

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