Bürgerantrag zum Berkelstadion abgelehnt – ein Bürgerbegehren ist damit nicht vom Tisch

hzBerkelstadion Stadtlohn

Der Rat hat den Bürgerantrag abgelehnt, das Berkelstadion-Grundstück 25 Jahre lang nicht zu verkaufen. Einen angekündigten Workshop wollen die Antragststeller abwarten. Sonst gibt es „Stunk.“

Stadtlohn

, 20.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was soll mit dem Grundstück des ehemaligen Berkelstadions passieren? Seit vor 20 Jahren zum letzten Mal bei SuS-Meisterschaftsspielen der Ball rollte, wurde viel diskutiert. Und es wird viel diskutiert – unter den Einwohnern und auch lange in der Ratssitzung am Mittwoch.

Workshop zum Berkelstadion-Grundstück angeboten

Ergebnis: Der Rat hat den Bürgerantrag abgelehnt, das Gelände 25 Jahre lang nicht zu verkaufen. Aber die Zeit, in der das Regionale-Projekt und das Hochwasserschutzkonzept an der Berkel umgesetzt werden, solle genutzt werden, wurde beschlossen. Etwa für einen Workshop mit Einwohnern. Innerhalb des „Berkeldialogs“.

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Jan Rathmer von der Bürgerbeteiligungsgruppe beurteilt am Donnerstagmorgen im Telefonat mit der Redaktion den Ratsbeschluss nicht ablehnend, aber kritisch. „Es ist ja ein Kompromissvorschlag. Aber: Wir beobachten das ganz genau“, fasste er den morgendlichen Austausch in der Kerngruppe der mittlerweile 103 Aktiven zusammen. Und wird deutlich: „Wenn da in einem halben Jahr nichts passiert, machen wir Stunk.“

Damit meint er ein Bürgerbegehren. Und dahingehend habe die Gruppe jetzt umgedacht: „Wir möchten einen konkreten Vorschlag unterbreiten, für welchen Bereich das Berkelstadion genutzt werden soll“, sagt er und zählt Sport, Jugend oder Schule als Beispiele auf.

Infotreffen ist verschoben – erstmal

Welcher Bereich genau – das soll sich bei einer Beteiligung aller interessierten Bürger herauskristiallisieren. Das könnte bei dem vom Rat in Aussicht gestellten Workshop geschehen. „Und wenn der nicht bald stattfindet, machen wir selber eine solche Veranstaltung“, kündigt Jan Rathmer an. Das für Januar angedachte Infotreffen sei nun erst mal verschoben. Abwarten. Wichtig ist der Gruppe, dass das Stadion auf jeden Fall der Allgemeinheit zur Verfügung bleibt.

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In einem eventuellen Bürgerbegehren solle dann aber nicht etwa zur Entscheidung gestellt werden, ob für diesen oder jenen Bereich etwas realisiert werden sollte auf dem ehemaligen Stadiongelände. Sondern die Frage an die Stadtlohner würde dann lauten, ob die Stadt Stadtlohn ein Gutachten in Auftrag geben solle, das darüber Aufschluss gibt, ob sich ein Vorhaben für zum Beispiel Schule, Jugend oder Sport dort eignen könnte. „Wir wollen das nicht als Laien sagen, sondern fachlich beurteilen lassen“, erklärt der Stadtlohner. In einem Bürgerbegehren muss nämlich eine Frage gestellt werden, die mit Ja oder Nein beantwortet werden kann.

„Damit das in einem ordentlichen Bürgerbegehren enden kann“

Dies spielte in der Ratssitzung am Mittwoch eine Rolle. Die FDP beantragte, dass die Stadtverwaltung beauftragt werden möge, die Antragsteller fachlich zu begleiten. „Damit das in einem ordentlichen Bürgerbegehren enden kann“, erläuterte Fraktionsvorsitzender Bernd Schöning. Dafür fand er nur die Unterstützung der UWG. „Das wäre eine Anerkennung für die Bürger“, sagte Karl Herbstmann. Die Grünen enthielten sich.

CDU und SPD sahen die Lage ganz anders: Mit Blick auf das, was an der Berkel durch das Regionale-Projekt an Flächen für die Allgemeinheit entstehe, und das, was an Baumaßnahmen für den Hochwasserschutz anstehe, „können wir von Glück sagen, dass wir die Fläche noch haben“, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Otger Harks. Dass alle bislang angedachten Projekte nicht realisiert worden seien, sei doch jetzt gut, weil es so Lagerflächen für die ganzen anstehenden Maßnahmen vorhanden seien und Retentionsraum, also Überflutungsfläche, für die Berkel.

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Er schloss sich der Sicht von Helmut Stowermann (CDU) an. Dieser nahm die „nächsten drei Jahre“ mit all den Berkel-Maßnahmen in den Blick: „Vielen ist noch gar nicht klar, was da alles entsteht. Deswegen sollten wir da auch keine gastronomischen Betriebe ansiedeln“, betonte er. Es sei jetzt Zeit, vieles zu diskutieren. „Und wir müssen nicht nur nach Wünschen fragen, sondern auch Finanzierungen aufzeigen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Letztlich gab es keine Gegenstimme gegen den Vorschlag des Bürgermeisters Helmut Könning, die Zeit zu nutzen, die vorliegenden Vorschläge zu bearbeiten und im Rahmen des sowieso geplanten „Berkeldialogs“ einen Workshop dazu anzubieten.

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