Bürgermeisterkandidat Günter Wewers will Erfahrung mit frischem Wind kombinieren

hzBürgermeisterwahl 2020

Seit 42 Jahren arbeitet Günter Wewers im Rathaus. Nun will er Bürgermeister werden. Wirtschaft und OGS sind wichtige Themen für ihn. Und im Berkelstadion könnte er sich eine Stadthalle vorstellen.

Stadtlohn

, 11.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine Bürgermeister-Wewers-Straße gibt es schon in Stadtlohn. Sie ist Wilhelm Wewers gewidmet, der von 1948 bis 1954 Bürgermeister der Stadt Stadtlohn war. Sein Porträt hängt im Flur des Rathauses, nur wenige Schritte entfernt vom Büro des Ersten Beigeordneten. Der heißt Günter Wewers. Und er will im September Bürgermeister werden.

Einstimmiges Votum im CDU-Vorstand

Am Montagabend hat der Vorstand des CDU-Stadtverbandes den 57-Jährigen einstimmig als Kandidat für die Bürgermeisterwahl am 13. September vorgeschlagen. Am 2. März entscheiden die CDU-Mitglieder über die Nominierung. Am Dienstag sprach Günter Wewers mit unserer Redaktion über seine Kandidatur zwischen Kontinuität und Neuanfang.

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Und ganz kurz über den ehemaligen Bürgermeister Wilhelm Wewers. „Ja, der ist entfernt mit mir verwandt, aber nur sehr entfernt über die Linie meines Urgroßvaters.“ Mit ihm hat Günter Wewers Kandidatur um das Amt des Bürgermeisters nichts zu tun. „Ich bin im Sommer 2019 von der CDU gefragt worden, ob ich es mir vorstellen kann. Ich muss sagen, das hat mich positiv angerührt. Das heißt, dass meine Arbeit als Beigeordneter gewürdigt wurde.“

„Verwaltung von der Pike auf gelernt“

Warum die CDU Günter Wewers für den richtigen Kandidaten für das Bürgermeisteramt sieht, liegt für den Stadtverbandsvorsitzenden Dr. Markus Könning auf der Hand: „Er hat große Erfahrung, er hat die Verwaltungsarbeit von der Pike auf gelernt und er ist außerordentlich gut vernetzt. Wir sind davon überzeugt, dass er etwas bewegen kann.“

Günter Wewers arbeitet seit 42 Jahren in der Stadtlohner Stadtverwaltung. Der Diplom-Verwaltungswirt war 16 Jahre Kämmerer. 2016 wurde er zum Ersten Beigeordneten in die Verwaltungsspitze gewählt. Seither ist er allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeister in der Stadtverwaltung: „Ich habe sehr viel vom jetzigen Bürgermeister und auch von seinem Vorgänger gelernt.“

„Bürgermeisteramt ist überparteilich“

„Als Beigeordneter habe ich sehr viel mehr auf vielen verschiedenen Ebenen mit Menschen zu tun als zuvor. Diese Arbeit macht mir Freude. Ich verstehe das Bürgermeisteramt auch als überparteiliches Amt. Ich möchte Bürgermeister für alle Stadtlohner sein“, sagt Günter Wewers, der seit 20 Jahren CDU-Mitglied ist.

Aber was ist mit dem frischen Wind im Rathaus, den ein Amtswechsel mit sich bringen soll? „Den wird es mit mir auch geben. Wer mich kennt, weiß, dass ich auch ungeduldig sein kann. Und dass ich mich nicht scheue, etwas Neues anzugehen.“ Andererseits sagt er auch: „Vieles ist ja gut gelaufen. Wir können auf Bewährtes aufbauen.“

Firmenwegzüge sind ein Problem

Wo sieht der Bürgermeisterkandidat denn Defizite? Wewers: „In der Vergangenheit gab es mehrere Wegzüge von Firmen. Es gab jeweils unterschiedliche Gründe. Da müssen wir für mehr Transparenz sorgen. Und für mehr Zügigkeit im Zusammenspiel mit Kreis und Bezirksregierung. Mit meiner Erfahrung werden wir das auf die Reihe kriegen.“

Der Ausbau der Schulsozialarbeit, der Kitas und der OGS ist für Wewers eine drängende Zukunftsaufgabe. Genauso wie eine stärkere Beteiligung der jüngeren Stadtlohner an Fragen der Stadtentwicklung.

Und was ist mit der Dauerbrache Berkelstadion? Wewers: „Wenn die alte Stadthalle nicht mehr zu sanieren ist und eine neue gebaut werden muss, dann bin ich ein Verfechter des Standortes Berkelstadion.“ Das müsse aber in Zusammenhang mit der Dreifachturnhalle durchdacht werden. Und vor allem sei es wichtig, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Anliegen einfließen lassen können.“

„Ehrenamt ist für mich ein Lebenselixier“

Neben der fachlichen Kompetenz sieht Markus Könning in Wewers‘ ehrenamtlichem Engagement ein besonderes Plus des Kandidaten. „Günter Wewers ist außerordentlich gut vernetzt.“ Wewers ist seit 20 Jahren Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr, seit 24 Jahren Vorsitzender des Schützenvereins Wessendorf-Breul und im Vorstand des Fördervereins der Wiesentaler Musikkapelle. „Das Ehrenamt hält die Stadt zusammen. Für mich ist es auch ein Lebenselixier, für Menschen da zu sein“, sagt der 57-Jährige.

Günter Wewers ist gebürtiger Stadtlohner und seit seit 31 Jahren verheiratet. Zusammen mit seiner Frau Angelika hat er drei erwachsene Kinder, die alle in Stadtlohn wohnen.

Falls der CDU-Stadtverband im März seine Zustimmung gibt, wird Günter Wewers am 13. September gegen den parteilosen Kandidaten Berthold Dittmann antreten, der von UWG, SPD, FDP und Bündnis90/Die Grünen unterstützt wird.

„Ich denke, ich bin der Richtige“

„Rein rechnerisch hat unser Kandidat Günter Wewers einen schweren Stand“, sagt Markus Könning. Die CDU erreichte bei der letzten Kommunalwahl 44 Prozent der Stimmen, die anderen Parteien zusammen 56. „Aber es handelt sich ja nicht um eine Parteienwahl, sondern um eine Personenwahl. Da sind wir ganz optimistisch.“

„Ich denke, ich bin der Richtige“, sagt Günter Wewers selbstbewusst. Seine Wahl hätte für ihn nur einen Wermutstropfen: „Ich würde mein Ehrenamt als Feuerwehrchef aufgeben. Ich glaube, das Amt des Bürgermeisters braucht meine ganze Zeit.“

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