Corona lässt dunkle Wolken über Etat aufziehen: Wird Blitz einschlagen?

hzStädtischer Haushalt

Corona wird Spuren im Haushalt der Stadt Stadtlohn hinterlassen, davon ist der Stadtkämmerer überzeugt. Aber: 2020 wird die Stadt Stadtlohn wohl mehr Gewerbesteuern einnehmen als geplant.

Stadtlohn

, 30.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stadtlohns Kämmerer Matthias Wesker ist es gewohnt, nüchtern und sachlich mit Zahlen umzugehen. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am vergangenen Mittwoch sprach er über ein, wie er selbst sagt, „unheimliches Gefühl“ angesichts der möglichen wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie. Wesker: „Es ist wie an einem schwülen Sommerabend. Man wartet auf ein Gewitter. Wird es wirklich kommen? Und wie heftig wird es werden?“

Gewerbesteuereinnahmen fallen besser aus als gedacht

Vor Corona hat die Stadt Gewerbesteuern in Höhe von 14,7 Millionen Euro im Haushalt 2020 fest eingeplant. „Unheimlicherweise“ sieht es jetzt so aus, als würde die Stadt diesen Ansatz im Corona-Jahr 2020 noch übertreffen. Nach jetzigen Erkenntnissen sogar 17 Prozent, das wären rund 2,5 Millionen Euro.

Grund zur Unbeschwertheit besteht dennoch nicht. Denn unterm Strich wird das Jahresergebnis weniger gut sein als erwartet. Denn der Anteil der Stadt an der Einkommens- und an der Umsatzsteuer fällt wegen des Coronaknicks deutlich niedriger aus.

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Auch die Beteiligung am Gewinn der SVS-Versorgungsbetriebe schrumpft, weil die SV-Bädergesellschaft in diesem Jahr coronabedingt höhere Verluste einfuhr. Auch die Einnahmen der Geschwister-Hakenfort-Stiftung, deren Mittel die Stadt für kulturelle und sportliche Zwecke verteilt, werden niedriger ausfallen. Die Stiftung zehrt von Mieteinahmen durch eine Immobilie in München. Dort drängt aber Pensionsbetrieb aufgrund der Coronasituation auf eine Mietstundung über das gesetzliche Maß hinaus.

Stärker zu Buche schlägt indes eine größere Summe, die Stadt Stadtlohn für die Kreisumlage zurücklegen muss. Matthias Wesker: „Die Erhöhung der Kreisumlage wird uns im nächsten Jahr heftig treffen.“

Unterm Strich ein Minus von 3,8 Millionen Euro erwartet

Summa summarum erwartet der Kämmerer in diesem Jahr Einnahmeeinbußen in Höhe von 3,8 Millionen Euro. Geplant waren Erträge in Höhe von 49,5 Millionen Euro. Die neue Schätzung beläuft sich auf 45,7 Millionen Euro.

Kämmerer Matthias Wesker und mit ihm auch der Haupt- und Finanzausschuss sehen das bislang noch gelassen, weil das Jahr 2019 der Stadt mit einem positiven Rekord-Jahresergebnis von fünf Millionen Euro abschloss. Die Ausgleichsrücklage stieg dadurch auf über 13 Millionen Euro an.

Diese Rücklage wird die Stadt nach Überzeugung des Kämmerers 2021 gut gebrauchen können, denn eines stehe fest: „Viele wirtschaftliche Folgen der Coronakrise werden wir möglicherweise erst 2021 und in den Folgejahren zu spüren bekommen.“

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