Die Karnevalisten in Stadtlohn freuen sich auf die Session. Auch wenn es in ihren Reihen gerade etliche Infektionsfälle gibt, soll die Proklamation am 11. November wie vorgestellt ablaufen. © Archiv
Üm Bütt un Pütt

Coronainfektionen bei Stadtlohner Narren: Gerüchteküche läuft heiß

Mehrere Mitglieder der KG „Üm Bütt un Pütt“ und ihre Verwandten haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut Gerüchten soll sogar die Session wackeln. Der KG-Präsident versucht zu beruhigen.

Mehrere Coronainfektionen bei der KG „Üm Bütt un Pütt“. Kurz vor Beginn der Session bleiben auch die Stadtlohner Karnevalisten nicht von den steigenden Coronazahlen verschont. Kippt die Session, bevor sie überhaupt angefangen hat?

Hagen Ebert, Präsident der KG Üm Bütt un Pütt, gehört mit zu den Betroffenen: Nach einer internen Feier des Vereins hat er sich mit dem Coronavirus infiziert. Auf die folgenden Veranstaltungen soll das erst einmal keinen Einfluss haben. Ob der Präsident mitfeiern kann, ist aber eine ganz andere Frage.
Hagen Ebert, Präsident der KG „Üm Bütt un Pütt“, gehört mit zu den Betroffenen: Nach einer internen Feier des Vereins hat er sich mit dem Coronavirus infiziert. Auf die folgenden Veranstaltungen soll das erst einmal keinen Einfluss haben. Ob der Präsident mitfeiern kann, ist aber eine ganz andere Frage. © Bernd Schlusemann (Archiv) © Bernd Schlusemann (Archiv)

Hagen Ebert, Präsident der KG „Üm Bütt un Pütt“ atmet am Telefon laut hörbar durch. „Mein Telefon steht seit Freitag nicht mehr still“, erklärt der KG-Präsident.

Aber der Reihe nach: Vor etwas über einer Woche feiern die Karnevalisten zusammen. Im internen Kreis, mit weniger als 50 Anwesenden. Nach der Veranstaltung breitet sich das Coronavirus unter den Teilnehmern aus. Er selbst wisse von rund 20 Fällen, sagt Hagen Ebert. Dazu würden aber auch Familienmitglieder der Anwesenden zählen.

Kein Super-Spreader-Event, sondern Infektionen wie überall

Er selbst habe sich wohl etwas später über seine Frau angesteckt. „Aber es geht mir gut“, sagt er. Natürlich hoffe er, dass das auch so bleibt.

Auf keinen Fall will er im Zusammenhang mit der Veranstaltung von einem „Super-Spreader-Event“ sprechen. „Das war eine kleine Veranstaltung mit vereinzelten Infektionen. Man muss ja nur auf die Zahlen insgesamt blicken“, fügt er hinzu. Infektionen gebe es überall – und eben auch in den Reihen der Karnevalsgesellschaft aus Stadtlohn.

Dabei betont der Präsident, dass die Feier im Rahmen des Erlaubten geblieben sei. Mehr noch: „Das war eine 2G-Veranstaltung“, erklärt der Präsident. Alle Anwesenden mussten also nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind.

Geholfen hat das nicht: „Die Impfung schützt eben nicht vor Infektionen, sondern lediglich vor einem schweren Verlauf“, macht der Präsident noch einmal deutlich.

Präsident ärgert sich über Gerüchte, die die Runde machen

In Stadtlohn haben Gerüchte rund um die Infektionen für einige Aufregung gesorgt. Obwohl gerade verkündet wurde, wie die KG ihren Sessionsauftakt feiern möchte, heißt es in Stadtlohn gerade sogar, dass eines oder beide Prinzenpaare ihre Teilnahme an der Proklamation oder gar der ganzen Session zurückgezogen hätten.

„Das stimmt einfach nicht. Ich weiß nicht, wer solche Gerüchte streut“, sagt Hagen Ebert. Die Prinzenpaare seien von den Infektionen nicht betroffen und wollten auch auf keinen Fall einen Rückzieher machen.

Das Programm im Überblick:

  • Büttabende am 5. und 12. Februar
  • 11. Februar Narrenball
  • 24. Februar Altweiber
  • 26. Februar Bacchus aufstellen an der Alten Krone
  • 27. Februar Karnevalsmesse um 11 Uhr in St. Otger, 14.30 Uhr Schlüsselübergabe vor dem Rathaus und anschließend der Kinderumzug
  • 28. Februar 13.30 Uhr Start Rosenmontagsumzug
  • 1. März Toller Dienstag, 14 Uhr Abschied vom Bacchus

Davon abgesehen gibt es bei den Karnevalisten keinen neuen Stand zur bisherigen Ankündigung für den Sessionsbeginn: Der soll am 11. November um 15.11 Uhr unter freiem Himmel stattfinden – als neue Kombination aus Sessionsauftakt und Proklamation. Dort werden dann auch die Nachfolger von Prinzessin Susanne II. und Manni II. sowie dem Schülerprinzenpaar Florian I. und Nelia I. der Öffentlichkeit vorgestellt.

Lüftungsanlage in der Stadthalle hat mit Corona-Problem nichts zu tun

Günter Wewers von der Stadt Stadtlohn sieht in den Infektionen in den Reihen der Karnevalisten kein rechtliches Hindernis für eine größere Feier. „Als Stadt freuen wir uns darüber, dass die KG auf Nummer sicher geht und unter freiem Himmel feiert“, sagt er.

Auch wenn das nicht nötig gewesen wäre. Größere Veranstaltungen sind aktuell in der Stadthalle möglich. „Das hat mit der Lüftungsanlage dort nichts zu tun“, erklärt er.

Für ihn spielt eine andere Frage eine Rolle: „Die KG könnte ein personelles Problem bekommen, wenn das mit den Infektionen so weitergeht“, sagt er. Nach aktueller Coronaschutzverordnung müssen Geimpfte oder Genesene, bei denen ein Coronatest positiv ausfällt, für mindestens fünf Tage in Quarantäne.

Also ein Sessionsauftakt ohne den Präsidenten? „Gut möglich“, sagt Hagen Ebert. Aber sein Stellvertreter sei auf jeden Fall dabei.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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