Coronavirus: 88-Jähriger im „Haus Mutter Teresa“ positiv getestet

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In der Kurzzeitpflege „Haus Mutter Teresa“ ist bei am Samstag bei einem 88-Jährigen eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden. Der Mann war erst einen Tag zuvor aufgenommen worden.

Stadtlohn

, 20.04.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 88 Jahre alter Bewohner der Caritas-Kurzzeitpflege-Einrichtung „Haus Mutter Teresa“ in Stadtlohn ist mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte Uwe Bröcker, Geschäftsbereichsleiter Caritas Pflege & Gesundheit des Caritasverbandes Vreden-Ahaus, am Montag mit.

„Nur leichte Symptome“

Dem 88-Jährigen gehe es den Umständen entsprechend gut. „Er zeigt bislang nur ganz leichte Symptome der Erkrankung“, berichtet Uwe Bröcker im Gespräch mit unserer Redaktion. Es bestehe zurzeit keine Veranlassung, den Mann in ein Krankenhaus zu verlegen.

In der Kurzzeitpflegeeinrichtung "Haus Mutter Teresa" in Stadtlohn ist ein 88-jähriger positiv auf das Coronavirus getestet worden.

In der Kurzzeitpflegeeinrichtung „Haus Mutter Teresa" in Stadtlohn ist ein 88-jähriger positiv auf das Coronavirus getestet worden. © Stephan Teine

Für die zwölf anderen Mitbewohner und die 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung bestehe zurzeit keine akute Gefährdung. Der 88-Jährige war am Freitag in die Einrichtung aufgenommen worden. „Es bestand eine akute Pflege-Notwendigkeit, weil seine Frau relativ kurzfristig ins Krankenhaus musste“, so Bröcker. Schon vor der Aufnahme in das Haus Mutter Teresa sei ein Corona-Test veranlasst worden. Das Ergebnis wurde aber erst am Samstag bekannt: Der 88-Jährige ist mit dem Coronavirus infiziert.

Von Anfang an unter Quarantäne

Präventiv aber sei der 88-Jährige schon bei der Aufnahme in die Einrichtung so behandelt worden, als handele es sich um einen Corona-Patienten. Bröcker: „Unsere Mitarbeiterinnen haben FFP2-Masken und Schutzkleidung getragen. Der 88-Jährige wurde von Anfang an unter Quarantäne gestellt.“ Ein 14-tägige Isolierung der Neuaufnahmen ohne negatives Testergebnis sei mittlerweile üblich.

Umgehend, so Uwe Bröcker, seien neben allen Mitarbeitern auch alle Mitbewohner und deren Angehörige umfassend informiert worden. „Die Mitbewohner waren froh darüber, dass wir das Thema offen angesprochen haben. Wir haben auch betont, dass für die anderen Mitbewohner keine Gefahr bestehe.“

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der Fall indes schon eine besondere pflegerische Herausforderung. FFP2-Masken und Schutzkleidung sind bei jedem Kontakt zum dem 88-Jährigen bis auf weiteres Pflicht. „Mitarbeiter mit einer Vorbelastung müssen sich dieser Aufgabe nicht stellen“, so Uwe Bröcker.

Welle der Hilfsbereitschaft nach Infektionen in Gronau

Gibt es denn genug FFP2-Masken? „Ja“, sagt Uwe Bröcker. Zwischenzeitlich seien sie mal knapp gewesen, als in der Caritas-Einrichtung City-Wohnpark in Gronau 18 Senioren und 16 Mitarbeiter positiv auf das Coronvirus getestet worden seien. Drei gesundheitlich vorbelastete Bewohner starben dort. Doch inzwischen beruhigt sich die Lage dort wieder. Sechs der infizierten Mitarbeiter sind inzwischen wieder gesundet. Bröcker: „Es gab eine Welle der Hilfsbereitschaft. Wir verfügen jetzt über ausreichend FFP2-Masken.“

Uwe Bröcker sagt auch: „Wir haben aus den Vorfällen in Gronau viel gelernt. Wir haben jetzt die Routine, eine solche Herausforderung gut zu bewältigen. Und wir wollen die Menschen dabei mitnehmen.“ Maximale Information und Unterstützung für die Mitarbeiter und größtmögliche Transparenz für Bewohner und Angehörige seien für die Caritas essentiell. Und die Angehörigen, so Bröcker, schenkten dem Haus Mutter Teresa weiter ihr Vertrauen. „Alle Bewohner bleiben in der Einrichtung. Und morgen nehmen wir wieder einen neuen Kunden auf.“

Kurzzeitpflege seit 1999

Bereits seit 1999 können Senioren die Angebote der Tagespflege, sowie der Kurzzeitpflege nutzen. Diese bieten pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, Pause vom Pflegealltag zu machen. Gründe, die eine Kurzzeitpflege nötig machen, können sein: Urlaub oder Krankheit der Pflegeperson, vorübergehende Pflegebedürftigkeit, Rehabilitation nach einem Krankenhausaufenthalt. Die Kostenregelung erfolgt über die Pflegekasse. Ein kleiner Anteil muss privat finanziert werden.

Kurzzeitpflege bleibt weiterhin geöffnet

Die Tagespflege wurde bereits zu Beginn der Corona-Krise geschlossen, weil häufig wechselnde Bewohner das Infektionsrisiko in der Einrichtung erhöht hätten. „Die Kurzzeitpflege bleibt aber geöffnet“, betont Uwe Bröcker. Schließlich gelte es, einen Versorgungsauftrag zu erfüllen. „Wir müssen eine größtmögliche Vorsicht und eine gewisse Normalität im Umgang mit Corona an den Tag legen. Das Virus wird uns ja noch lange begleiten.“

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