Anne Terhechte ist beunruhigt über den Flyer, der Corona verharmlost und Angst vor der Impfung schürt. © privat
Coronavirus

Desinformationskampagne der Corona-Leugner erreicht Stadtlohner Briefkästen

Gegner der Corona-Maßnahmen füllen deutsche Briefkästen mit irreführenden Flyern. Jetzt fand die Stadtlohnerin Anne Terhechte einen solchen Flyer auch in ihrer Post. Sie findet das beunruhigend.

Ein Teddy mit Spritze ziert einen Flyer, den die Stadtlohnerin Anne Terhechte am Freitag in ihrem Briefkasten fand. Unter dem Teddy prangt in großen Lettern mit einem noch dickeren Fragezeichen: „Rettung Impfung?“ Anne Terhechte hat den Flyer sorgfältig durchgelesen und findet ihn „beunruhigend“, da er Fehlinformationen in seriösem Gewand verkauft.

Flyer schürt Ängste gegen Impfung

Der Flyer wurde von einem Verein „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie“ (MWGFD) versandt, dessen Vorsitzender der umstrittene Wissenschaftler Sucharit Bhakdi ist. Der Inhalt des Flyers kurz zusammengefasst: Corona sei nicht gefährlicher als eine normale Grippe, die Impfung aber berge immense Risiken.

Anne Terhechte fürchtet, dass durch die scheinbar wissenschaftlich fundierte Aufmachung des Flyers Menschen in Stadtlohn mit Falschinformationen verunsichert werden könnten. „Ich finde es richtig, wenn man Informationen und Entscheidungen kritisch hinterfragt. Aber diese Art der einseitigen Fehlinformation ist nicht Ordnung.“

Flyer ist Teil einer bundesweiten Kampagne

Die jetzt in Stadtlohn aufgetauchten Flyer sind Teil einer „bundesweiten Desinformationskampagne“, die das Rechercheportals „Correctiv“ schon seit längerer Zeit beobachtet. Geführt wird die Kampagne von den Corona-Leugnern, die sich selbst „Freiheitsboten“ nennen.

Auf dem Flyer, der jetzt in Stadtlohn aufgetaucht ist, wird auch ein Spendenkonto genannt. Nach „Correctiv“-Recherchen wurde dem Verein MWGFD bereits im Oktober der Status der Gemeinnützigkeit entzogen.

Anne Terhechte hat den Flyer am Freitagmorgen mit ihren Arbeitskollegen diskutiert. „Eigentlich haben wir nur drüber gesprochen, wir waren ja alle einer Meinung: So geht das nicht.“ Jetzt gibt Anne Terhechte den Flyer zum Altpapier.

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Redaktion Ahaus
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