Es darf wieder gefeiert werden. Der Dodgeball-Beach-Cup geht am ersten Septemberwochenende nach dem coronabedingten Ausfall 2020 wieder an den Start. © Bernd Schlusemann
Dodgeball-Beach-Cup

Dodgeball: Zitterpartie hat ein Ende – aber ein Schnelltest reicht nicht

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Corona-Aus für den Dodgeball-Beach-Cup 2020, im Mai neue Hoffnung, dann wieder steigende Inzidenzen. Jetzt ist die Zitterpartie vorbei – in letzter Minute.

Die große Party steigt. Der Dodgeball-Beach-Cup kann am ersten Septemberwochenende stattfinden. Tausende junger Menschen in der Region können aufatmen. „Wir haben die Genehmigung“, erklärte am Donnerstag Hendrik Kemper im Gespräch mit unserer Redaktion. Aber ein einfacher Schnelltest reicht für den Zutritt nicht aus.

Mit dieser Nachricht geht für die Party- und Dodgeball-Freunde eine lange Achterbahnfahrt der Gefühle zu Ende. Nach der pandemiebedingten Absage des Großevents im vergangenen Jahr brachte der Mai neue Hoffnung. Der Termin wurde einmalig auf das erste Septemberwochenende verschoben.

Festival stand auf der Kippe

Doch seit einigen Wochen steigen die Inzidenzzahlen wieder Tag für Tag. Die Veranstalter Martin Bienhüls, Hendrik Kemper sowie Martin und Bernd Ellerkamp sahen das Spektakel schon auf der Kippe stehen, weil unklar war, wie das Land seine neue Coronaschutzverordnung gestalten würde.

Am Dienstag dieser Woche sorgte Düsseldorf für eine klare Vorlage. Am Mittwoch brachten die Veranstalter in einem Gespräch mit dem Ordnungsamt und in Abstimmung mit dem Kreis Borken alles unter Dach und Fach.

Hendrik Kemper, Mitveranstalter des Dodgeball-Beach-Cups
Hendrik Kemper, Mitveranstalter des Dodgeball-Beach-Cups © Foto: Michael Schley © Foto: Michael Schley

Das heißt: Der Dodgeball-Beach-Cup kann stattfinden. Und zwar in den gewohnten Dimensionen. Bis zu 4500 Menschen dürfen gleichzeitig auf dem Festival-Areal am Flugplatz in Wenningfeld feiern. Insgesamt erwartet Hendrik Kemper über 20.000 Partygäste.

Geimpft, genesen oder PCR-getestet

So war es zuletzt auch im Jahr 2019. Dieses Mal haben aber nur Geimpfte und Genesene Zutritt. Oder Getestete. Allerdings: Ein gewöhnlicher Schnelltest reicht nicht aus. „Es muss ein PCR-Test sein“, sagt Hendrik Kemper. Das sehe die neue NRW-Coronaschutzverordnung vor, die am Dienstag bekannt wurde und am Freitag (20. August) in Kraft tritt.

Gespräche über neue Möglichkeiten für PCR-Tests laufen bereits

PCR-Tests gelten als der „Goldstandard“ unter den Corona-Tests. Die Probenentnahme erfolgt durch medizinisches Personal – die Auswertung durch Labore.

Aber sie haben ihren Preis: „Ein PCR-Test kostet schon mal bis zu 100 Euro. Und es dauert meist 24 Stunden vom Abstrich bis zum Ergebnis“, sagt Hendrik Kemper. Die Dodgeball-Beach-Cup-Veranstalter suchen bereits das Gespräch mit Testanbietern, um mögliche Vergünstigungen oder schnellere Verfahren in der Region zu erreichen. „Wir können und werden selbst aber keine Testmöglichkeiten anbieten“, so Hendrik Kemper.

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Zwischen Abstrich und Einlass zum Festival dürfen maximal 48 Stunden liegen. Das birgt aus Sicht von Bürgermeister Berthold Dittmann ein gewisses Restrisiko wie auch die Tatsache, dass auch Geimpfte zwar mit geringer Wahrscheinlichkeit, aber doch Überträger der Viren sein könnten. Der Bürgermeister schlägt daher vor, dass zusätzlich vor Ort noch eine Schnellteststation für freiwillige Tests aufgebaut werden könnte, um das Risiko noch weiter zu minimieren.

Bürgermeister: Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben

Ansonsten freut sich Berthold Dittmann über die Genehmigung. „Das ist ja die erste Großveranstaltung, die ich als Bürgermeister eröffnen darf.“ Wichtiger aber sei, dass die jungen Menschen mit möglichst geringem Risiko und Vorsicht wieder zu einer Normalität zurückkehren könnten. Dittmann: „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“

Dass die Auflagen viele Gäste abschrecken könnten, glaubt Hendrik Kemper nicht. „Es gibt Absagen. Aber es gibt im Ticketshop eine auch im Vergleich zu den Vorjahren überdurchschnittliche Nachfrage. Das ist die erste große Veranstaltung ihrer Art in der Region. Es gibt bei vielen jungen Menschen eine große Sehnsucht nach der Riesenparty. Und so ist es ja auch gedacht: Nach der Impfung sollen alle das volle Leben zurückerhalten“, so Hendrik Kemper.

Veranstalter: Wir wollen keine Experimente

Die Auflage der PCR-Tests trägt das Veranstalter-Team voll mit. „Wir wollen eigentlich niemanden ausgrenzen. Aber wir wollen auch, dass sich die Leute bei uns möglichst sicher fühlen. Wir wollen keine Experimente. Wir wissen ja, dass die Deltavariante tückisch ist“, sagt Hendrik Kemper.

50 Schwertransporter mit Sand werden in den nächsten Tagen nach Stadtlohn rollen, um den Strand wieder so schön herzurichten wie zuletzt im Jahr 2019.
50 Schwertransporter mit Sand werden in den nächsten Tagen nach Stadtlohn rollen, um den Strand wieder so schön herzurichten wie zuletzt im Jahr 2019. © Stephan Teine © Stephan Teine

Ihm ist die Anspannung der letzten Wochen noch anzumerken. Aber so langsam macht sich die Erleichterung breit. „Heute wird viel telefoniert. Das ist das Startsignal für die Lastwagen, die schon lange bereitstehen“, so Hendrik Kemper.

Am Freitag wird der erste von 50 Schwerlasttransporten aus Lette eintreffen, die den Sand für den Riesenbeach zum Flugplatz bringen. Weitere Lkw starten aus den Niederlanden und dem Emsland, um Absperrgitter, Stromaggregate, Kabel und Tonanlagen nach Stadtlohn zu schaffen.

„Wir sind schon spät dran. Heute war der Tag der Entscheidung und die Deadline“, sagt Hendrik Kemper am Donnerstag. „Hätten wir heute keine Klarheit gehabt, hätten wir alles absagen müssen. Das finanzielle Risiko wäre einfach zu groß gewesen. Es war am Ende eine Frage nicht von Tagen, sondern von Stunden.“

Das Veranstalter-Team ist froh, dass die Gespräche mit dem Stadtlohner Ordnungsamt und dem Kreis Borken so gut und konstruktiv verlaufen sind. „Wir waren uns ja von Anfang an alle einig: Wir brauchen ein sicheres Konzept.“

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Redaktion Ahaus
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