Familienclan stürmt Intensivstation des Stadtlohner Krankenhauses

Tumultartige Szenen

Die Polizei musste am Montagabend mit insgesamt sechs Streifenwagen anrücken, um einen etwa 30-köpfigen Familienclan zu beruhigen, der die Intensivstation des Stadtlohner Krankenhauses gestürmt hatte, um sich von einer Verstorbenen zu verabschieden.

STADTLOHN

, 18.08.2015, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem die Familie am Montagabend vom Tod einer 69-jährigen Frau arabischer Herkunft erfahren hatte, sei der Clan zum Krankenhaus aufgebrochen. „Die Menge war emotional sehr aufgeladen“, beschreibt Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Saffé  die Situation auf Anfrage unserer Redaktion.

Der zuständige Arzt verweigerte unter diesen Umständen den Zugang zur Intensivstation, woraufhin sich die Gruppe an ihm vorbei drängte und die Intensivstation betrat. „Die Situation war für unsere Intensivpatienten kurze Zeit brenzlig, aber der Arzt konnte die Menge zusammen mit dem Pflegepersonal nach einigen Minuten wieder aus der Intensivstation befördern“, so Saffé weiter.

Dabei gingen eine Desinfektionsstation und zwei Flurtüren im ersten und zweiten Obergeschoss zu Bruch. Der Schaden: 7500 Euro. Der Betrieb auf der Intensivstation wurde erheblich gestört. Laut Polizei kam es dort zu tumultartigen Szenen, die Personen schrien laut herum und zwei Mitglieder der Familie – darunter eine Schwangere – erlitten einen Schwächeanfall und wurden vom Krankenhauspersonal versorgt.

Platzverweis erteilt

Das Krankenhaus informierte schließlich die Polizei und die Krankenhausleitung, die kurze Zeit später auch eintrafen. „Das Krisenmanagement hat vorbildlich funktioniert. Die Polizei konnte die aufgebrachte Menge schnell beruhigen und schließlich konnten wir dem engsten Familienkreis einen Abschied ermöglichen“, sagt Saffé.

Als die Polizisten gegen 21.45 Uhr am Stadtlohner Krankenhaus eintraf, hielten sich noch fünf Angehörige im Foyer auf, etwa 15 standen auf der Auffahrt und einige weitere entfernten sich zu Fuß. Die Personen waren laut Polizeibericht in einem sehr aufgeregten Zustand.

Die Polizei war mit sechs Streifenwagen und einem guten Dutzend Beamten im Einsatz und erteilte den Personen einen Platzverweis. Unter Vermittlung eines Angehörigen des Familienclans konnte die Situation beruhigt werden, sodass es zu keinen weiteren Ausschreitungen mehr kam.

Strafverfahren eingeleitet

Seitens der Polizei wurde einige Personalien der Angehörigen aufgenommen und ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruch, schwerem Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung eingeleitet, teilte Polizeisprecher Frank Rentmeister mit. Die Ermittlungen zu dem Vorfall seien aufgenommen.

Laut Strafgesetzbuch seien von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren alles möglich. Die Polizei blieb noch bis Mitternacht am Krankenhaus in Bereitschaft.

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