Fegefeuer gibt Chance der Versöhnung

21.11.2007 / Lesedauer: 3 min

Fegefeuer gibt Chance der Versöhnung

<p>Zahlreiche Interessierte hatten sich zum Glaubensgespräch mit Pfarrer Stefan Jürgens eingefunden. Dirking</p>

Stadtlohn "Was dürfen wir hoffen? Himmel, Hölle, Fegefeuer und Gericht: Gott schenkt Vollendung." Zu diesem Thema hatte die St. Otger-Pfarrgemeinde jetzt zu Gottesdienst, Vortrag und Gespräch mit Pfarrer Stefan Jürgens eingeladen. Und das Pfarrzentrum St. Joseph war bis zum Bersten voll.

Der Referent stellte, ausgehend von der Auferstehungsbotschaft der Bibel und der Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade, eine befreiende Sicht der "letzten Dinge" dar. Der Himmel sei die Anschauung Gottes, der den Menschen ganz und gar, also mit Geschichte und Identität vollenden werde. Das "Fegefeuer" - ein missverständliches Bildwort, das erst neu mit Inhalt gefüllt werden müsse - sei die Möglichkeit, dass sich Täter und Opfer miteinander versöhnen können, bevor sie vor Gottes Angesicht treten. Die Hölle schließlich sei eine denkbare Möglichkeit, sich der Liebe Gottes zu entziehen, jedoch dürfe man als Christ glauben, dass die Hölle leer sei. "Angesichts des Erbarmen Gottes und der Erlösung durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi ist es kaum denkbar, dass ein Mensch für immer verloren gehen kann", meinte Pfarrer Jürgens. Und: "Der Himmel kennt kein Mitleid, das die Freude der Seligen trüben könnte." Selbst vor dem Gericht Gottes müsse man keine Angst haben: "Gott richtet nicht zugrunde, sondern auf. Er will das Leben der Menschen."

Wie leben?

Ob es dann gleichgültig sei, wie man lebe, war eine immer wieder und in vielen Nuancen gestellte Frage der vielen Teilnehmenden. "Keineswegs", meinte der Pfarrer von St. Otger, denn "wer die Liebe erkannt hat, die uns in Christus geschenkt ist, wird gar nicht mehr anders können, als sein Leben für Gott und die Menschen einzusetzen. Wir dürfen mit unserem Leben auf Gottes Liebe antworten, denn Liebe bringt stets Größeres hervor als Gehorsam und Pflichterfüllung." Wer daran glaube, dass er erlöst sei, könne in Freiheit und Gelassenheit vor Gott leben. Er könne sein Leben riskieren, weil er nichts mehr zu verlieren habe. Als Christ könne man darauf vertrauen, dass man vor Gott nicht scheitern wird. sd

Lesen Sie jetzt