Friseurmeisterin Anna Eismann gestaltet Haartrends

Kreativ für Köpfe

Wer entscheidet eigentlich, was auf den deutschen Köpfen los ist? Ganz einfach: Anna Eismann aus Stadtlohn. Die Friseurmeisterin ist gerade mal 23 Jahre alt und schon Weltmeisterin ihres Fachs. Als weltbeste Haarstylistin gehört sie auch zu einer Fachjury, die über die neusten Trends in Sachen Haarmode entscheidet.

STADTLOHN

, 28.01.2016, 18:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Groß und schwer ist der Weltmeister-Pokal, den Anna Eismann bei ihrer Ehrung erhielt.

Groß und schwer ist der Weltmeister-Pokal, den Anna Eismann bei ihrer Ehrung erhielt.

"Der Frühling bringt ganz viel mit Ponyfrisuren." Anna Eismann verrät, was in ein paar Wochen maßgeblich ist für alle deutschen Salons. Zweimal im Jahr bringt der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks ein Fachmagazin heraus, Auflage circa 20000 Stück. Darin enthalten: aktuelle Frisuren und Schnitte für Damen und Herren. Eine Anleitung für Aufbau und Schnitttechniken ist gleich mit dabei. Daran orientieren sich zudem auch alle Meisterschulen und Gesellenprüfungen.

Aber wer bestimmt die Haarmode denn nun? Eine Fachjury, bestehend aus zwölf Topfriseuren, die allesamt mit Titeln dekoriert sind. Deutsche Meister, Europameister und Weltmeisterin Anna Eismann, die mit 23 Jahren die jüngste Jurorin ist. Sie arbeiten seit Jahren zusammen und kreieren die Neuheiten der Haarmode.

Entwicklungen in Mode

Die sind aber nicht an den Haaren herbei gezogen: Die Experten orientieren sich beispielsweise an den Entwicklungen der Mode auf der "Fashion Week" in Berlin. Geradlinige Schnitte und harte Konturen der Designerkleider finden sich auch auf den Köpfen wieder. Grafische Linien für Frisuren mit puristischen Formen sind im Kommen. Aber keine Sorge: "Oft sind die Richtlinien Extreme, genau wie Kleider bei Modeschauen. Die Trends werden alltagstauglich abgewandelt", erklärt Eismann.

Wichtig sei vor allem, dass jeder Haarschnitt wandelbar ist. Glatte Haare im sogenannten "Clean-Look" lassen sich fix umfrisieren zu Locken oder Wellen mit Volumen im "Ethno-Look". Von klassisch bis wild ist also bei jedem Schnitt fast alles möglich. "Jede Frisur wird individuell für jeden Kunden angepasst", versichert die Weltmeisterin. Und außerdem könne man das Styling auch schnell selbst zuhause frisieren. "Die Schnitte sind easy, das kann man morgens selber schaffen", weiß die 23-Jährige, wie wichtig es ist, schnell mit den Haaren fertig zu werden.

Harmonische Farben

In Sachen Haarfarben geht es im Frühjahr sehr harmonisch zu, ohne viel Strähnentechnik. Und auch die Männer dürfen sich ausprobieren: Auch bei den Herren ist Pony in. Wer auffällige Looks nicht dauerhaft mag, kann den Schnitt auch wieder ganz einfach nach hinten frisieren.

Bereits jetzt beschäftigt sich die Jury mit den Haartrends für den Herbst und Winter. Im April finden bereits die Fotoshootings für das neue Fachmagazin statt. Die Experten sind immer auf Trendsuche. Bei einer gemeinsamen Ideenfindung wird von den dekorierten Titelträgern der Haare alles zusammengetragen, was für modisch empfunden wird.

Große Erfahrung

Eismann, die mit 19 bereits ihren Meister gemacht hat, bringt trotz ihrer jungen Jahre viel Erfahrung mit: Sie hat schon in Salons in Sydney, Frankfurt, Buenos Aires, Moskau, Köln und Düsseldorf gearbeitet. Für die Weltmeisterschaft hat sie zwei Jahre lang mit Bundestrainer Joachim Wolf trainiert. "Ich habe so viel gelernt über Formen und Proportionen und habe fast alle Farben dieser Welt ausprobiert", so die Weltmeisterin, die mit ihrem Vater Wolfgang einen eigenen Salon an der Dufkampstraße führt.

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