Der Protest gegen die Fällung der Eibe an der Vredener Straße war groß. Nun revidierte der Umwelt- und Bauausschuss seine Entscheidung vom Juni, der Bildstock wird nun hinter der Eibe aufgestellt. © Markus Gehring
Bauausschuss

Für die Eibe, gegen Fällanträge: Bauausschuss spricht „Votum für den Baum“ aus

Auf mächtig Kritik stieß die jüngste Entscheidung des Bauausschusses, die Eibe an der Vredener Straße zu fällen. Nun ruderte er zurück. Und er sprach sich für den Erhalt weiterer Bäume aus.

Am Ende ging alles ganz schnell: Mit einem eindeutigen Votum folgten die Fraktionen im Umwelt- und Bauausschuss dem Vorschlag der Verwaltung, die Eibe an der Vredener Straße nun doch zu erhalten. Damit widerrief der Ausschuss seine Entscheidung aus dem Juni und folgte einem Antrag der Bündnis 90/Grünen-Fraktion. Bildstock samt Bank werden nun ohne Fällung der Eibe aufgestellt.

Groß war das Echo auf den Beschluss des Bauausschusses vom 8. Juni, die Eibe im Zuge der Neugestaltung der Grünfläche an der Vredener Straße zu fällen. „Wir als Verwaltung sehen eine neue Beratung als notwendig an und schlagen vor, die Eibe nun zu erhalten“, erklärte Mathias Pennekamp, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt. Unter anderem empfehle die Verkehrssicherheitspflicht keine Fällung. Harald Musholt zeigte sich aufseiten des Antragstellers „begeistert, dass dieser Vorschlag kommt“.

CDU bemängelt unvollständige Sitzungsvorlage

Die CDU-Fraktion verwies auf eine unvollständige Sitzungsvorlage zur Juni-Sitzung, unter anderem hätten wesentliche Daten zur Vorgeschichte der Eibe gefehlt. In der Sitzungsvorlage wird auf das Alter der Eibe und den Artenschutz verwiesen. Das ganze „Dilemma“ hätte insgesamt vermieden werden können, so Heinrich Ellers.

„Die Eibe ist vielen ans Herz gewachsen“, betonte Erwin Plate für die UWG. Dies sei Anfang Juni so noch nicht bekannt gewesen. Ludger Bergerbusch wiederholte die Entscheidung der FDP-Fraktion aus dem Juni, „der Wert der Eibe ist uns klar“. Otger Harks (SPD) stellte die Wirkung des Einsatzes aus der Bürgerschaft heraus, das sei gelebte Demokratie.

Bürgermeister Berthold Dittmann bestätigte abschließend noch einmal die „wahnsinnig vielen Rückmeldungen auf verschiedenen Wegen“. So habe er sogar Drittklässlern der Fliednerschule Rede und Antwort stehen müssen, auch sei er von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums kontaktiert worden.

Zwei dieser waren selbst Zeuge der Sitzung am Dienstag. Sie verließen den Sitzungssaal zufrieden – sowie wie viele weitere Freunde der Eibe auch. Ein „Votum für den Baum“, wie der Ausschussvorsitzende Otger Harks nach dem einstimmigen Beschluss betonte.

Vier Baumfällanträge werden abgelehnt

Ebenso folgte der Ausschuss einstimmig dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, in vier Fällen Anträgen auf Baumfällungen an der Finkenstiege, am Platanenweg – hier bei drei Enthaltungen –, an der Marienburger Straße sowie beim Reitverein Fortuna abzulehnen. Am Platanenweg sollten vier Roteichen aber durchaus maßvoll beschnitten werden. Die Standorte waren durch die Mitglieder des Bauausschusses bei einer Radtour Ende Juni begutachtet worden.

Vor allem ging es den Fraktionen darum, keine Präzedenzfälle zu schaffen. „Den Anträgen nachzugeben, wäre in der heutigen Zeit fatal“, befand Otger Harks. Bürgermeister Dittmann sicherte zu, bei Bedarf Abstände zu prüfen. Die Strategie sei natürlich baumerhaltend: „Es muss aber Sinn machen.“

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