Sie soll Platz machen für einen Bildstock: die alte Eibe an der Vredener Straße. © Markus Gehring
Baum an Vredener Straße

Geplante Fällung: Stadtlohner kämpfen für die alte Eibe – auch der Bürgermeister

Eigentlich soll die Eibe an der Vredener Straße gefällt werden, um Platz für einen Bildstock zu schaffen. Doch nach einem Sturm der Entrüstung gibt es neue Hoffnung für den alten Baum.

Einige Wochen sind vergangen, seitdem der Bauausschuss über das Schicksal der Eibe an der Vredener Straße entschieden hat. Die Mehrheit senkte seinerzeit den Daumen für den Baum, der im Herbst gefällt werden soll. So weit zumindest der bisherige Stand.

Das Votum des Bauausschusses sorgte für einen Sturm der Entrüstung: „Es hat sehr, sehr viele Reaktionen gegeben“, berichtet Bürgermeister Berthold Dittmann. Darunter seien Anrufe und teils „sehr persönliche, handgeschriebene Briefe, die dokumentieren, dass viele eine persönliche Verbindung zu diesem Baum haben“, gewesen. Allen sei eines gemeinsam gewesen: das Unverständnis über die geplante Fällung der Eibe.

Wohin mit dem alten Bildstock?

Auch die Leser unserer Redaktion machten ihrem Ärger Luft: „Man sollte einen alten, gesunden Baum nicht fällen“, sagt etwa Daniela Demes, die sich bei den Stadtlohner Steinen engagiert. „Man sollte die Eibe erhalten. Es ist ja genug Platz da.“ Aber den Baum zu fällen, sei ja „eine schnelle und einfache Lösung“.

Rückblick: Der Bauausschuss hatte sich im vergangenen Monat mit den Stimmen von CDU und UWG für die Fällung des Baumes ausgesprochen. Der Grund: Es muss ein neuer Platz für den fast 300 Jahre alten Bildstock „Pieta vor dem Kreuz“, der früher in der Mauernische der van-Bömmel‘schen Fabrik stand, gefunden werden. Der Komplex ist bekanntlich einem Wohngebiet gewichen. Der Bildstock wurde umfassend saniert.

Den passenden Platz machte die Verwaltung auf der Grünfläche im Eck zwischen Vredener Straße und Weststraße aus. Nur stört die dort befindliche Eibe die geplante Bepflanzung der Blumenbeete rund um den Bildstock. Deswegen musste sie in einer vorgeschlagenen Planungsvariante weichen. Und für diese votierte letztlich die Ausschussmehrheit. Bei der Alternative wäre zwar der Baum erhalten worden – nur der Bildstock nicht optimal zur Geltung gekommen.

Sturm der Entrüstung in der Bürgerschaft

Mit der Reaktion aber hatte die Politik offenkundig nicht gerechnet. Bei der Sondersitzung des Bauausschusses nahmen die kommunalen Volksvertreter das Thema kurzfristig mit ins Programm. „Ich hatte das Gefühl, dass da etwas ins Nachdenken gekommen ist“, so Berthold Dittmann. „Ich persönlich habe das Bedürfnis, dass der Baum stehen bleiben kann. Die Reaktionen der Menschen haben mich tief beeindruckt.“

Ob das am Ende reicht? Der Bürgermeister hat jedenfalls alle weiteren Maßnahmen vorerst gestoppt. Und am 31. August soll sich der Bauausschuss nochmals mit der alten Eibe beschäftigen.

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