Hausärztin Margot Scheper übergibt ihre Praxis an Bettina Rahn

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Nach 28 Jahren als Hausärztin gibt Dr. Margot Scheper ihre Praxis an der Rezepterstraße in jüngere Hände. Bettina Rahn wird ihre Nachfolgerin in der Gemeinschaftspraxis mit Ursula Schulze-Iking.

Stadtlohn

, 12.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Hausärztin ist der schönste und interessanteste Beruf der Welt“, sagt Dr. Margot Scheper. Sie muss es wissen. Vor 28 Jahren eröffnete die Allgemeinmedizinerin eine Hausarztpraxis in Gescher, seit 20 Jahren praktiziert sie an der Rezepterstraße in Stadtlohn.

Ende April, Anfang Mai übergibt die 62-Jährige ihre Praxis in jüngere Hände. Bettina Rahn übernimmt. Die 44-jährige Ärztin wird die Gemeinschaftspraxis mit Ursula Schulze Iking weiterführen.

Nahtloser Übergang für Patienten gesichert

Margot Scheper ist erleichtert. Sie freut sich für ihre Patienten über den nahtlosen Übergang. Und dass sie eine Nachfolgerin gefunden hat, deren Herz genauso für den Beruf der Hausärztin schlägt wie ihres.

Freuen können sich auch die Stadtlohner. Schließlich bleibt mit der gelungenen Nachfolgeregelung ein Baustein der medizinischen Nahversorgung erhalten. Das ist in ländlichen Regionen keineswegs selbstverständlich. Wenn ein Hausarzt in den Ruhestand gehen, dann stehen oft genug die Patienten vor der verschlossenen Praxistür.

Mehr als die Hälfte der Stadtlohner Hausärzte ist älter als 60 Jahre

Das ist ein Problem, das Stadtlohn in Zukunft auch noch treffen könnte. 14 Hausärztinnen und -ärzte praktizieren zurzeit in Stadtlohn. Und deutlich mehr als die Hälfte von ihnen ist über 60 Jahre alt.

Aus Sicht von Margot Scheper werden also in absehbarer Zeit noch mehr Traumjobs in Stadtlohn frei. Sie sagt: „Hausärzte begleiten den ganzen Menschen von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter. Gerade ist eine unserer Patientinnen 100 Jahre alt geworden. Wir sind ganz nah dran an unseren Patienten, wir wissen um Schicksalsschläge und um die freudigen Ereignisse. Sprechende Medizin steht für uns an allererster Stelle.“

Bettina Rahn ist gebürtige Stadtlohnerin

So sieht es auch ihre Nachfolgerin Bettina Rahn, die wie Margot Scheper gebürtige Stadtlohnerin ist und wie sie auch in Essen Medizin studierte. Beide Ärztinnen haben je zwei Kinder. Und wie Margot Scheper absolviert nun auch Bettina Rahn eine Zusatzausbildung als Palliativmedizinerin. Margot Scheper hat 17 Jahre lang das Hospiz in Stadtlohn begleitet.

Bettina Rahn hatte nach dem Studium zunächst im Kinderherzzentrum Köln gearbeitet. 2007 zog es sie zurück nach Stadtlohn. „Hier lebt es sich gut mit Kindern“, sagt sie. Ihre beruflichen Stationen im Münsterland: die Innere Abteilung des Krankenhauses in Vreden, die Hausarztpraxis Dr. Schrage in Legden und zuletzt der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Kreises Borken.

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„Da hat mir aber die Nähe zu den Patienten gefehlt, wie sie eine Hausärztin hat“, sagt Bettina Rahn. Darum wechselte sie vor einem Jahr in die Praxis von Dr. Margot Scheper, deren Nachfolgerin sie jetzt wird.

Margot Scheper wird Botanikstudentin und Jungimkerin

Margot Scheper freut sich indes auf einen neuen Lebensabschnitt und erfüllt sich zwei Träume. „Ich habe mich immer sehr für die homöopathische Medizin interessiert. Jetzt werde ich ein Botanikstudium aufnehmen, um noch mehr über Heilpflanzen und ihre Wirkungsweise zu erfahren.“

Und der zweite Traum? „In meiner Familie hat die Imkerei Tradition. Jetzt werde auch ich einen Jungimkerkurs belegen.“

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