Hülsta-Zulieferer Halco stellt Insolvenzantrag: Keine Abfindung für frühere Mitarbeiter?

hzHüls-Gruppe

Der Hülsta-Zulieferer Halco hat Insolvenz angemeldet. Abfindungszahlungen an die bereits entlassenen Mitarbeiter schließt der Geschäftsführer aus. Sie wären ein Risiko für die Hüls-Gruppe.

Stadtlohn

, 07.11.2019, 18:17 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Halco GmbH, eine bereits stillgelegte Zulieferergesellschaft der Stadtlohner Hüls-Gruppe, hat am Mittwoch einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Münster gestellt. Das bestätigte Halco-Geschäftsführer Franz Nitsche am Donnerstag auf Anfrage gegenüber unserer Redaktion.

Fast 200 Halco-Mitarbeiter schon im Januar entlassen

Bereits im Oktober 2018 wurde die Einstellung des Geschäftsbetriebs der Halco GmbH als Zulieferer der Möbelindustrie beschlossen. Davon waren fast 200 Mitarbeiter an den Standorten Coesfeld und Stadtlohn betroffen. Die Kündigungen gegenüber den Mitarbeitern wurden im Januar 2019 ausgesprochen.

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Im Oktober hat das Arbeitsgericht Bocholt Klagen von zahlreichen Mitarbeitern stattgegeben und die Kündigungen für unwirksam erklärt. Die klagenden Mitarbeiter verbanden diese Gerichtsentscheidung mit der Hoffnung auf Abfindungszahlungen. Halco selbst bezeichnete den Ausgang der Kündigungsschutzklagen als „überraschend“. Danach sei „eine tragfähige Gesamtlösung sorgsam abgewogen“ worden.

Halco: Abfindungen wären ein zu hohes Risiko für die Hüls-Gruppe

Dabei seien die Beteiligten zu dem Schluss gekommen, „dass eine weitere Finanzierung von Abfindungszahlungen in der Halco GmbH über das vorgelegte Sanierungskonzept hinaus ein zu hohes Risiko für die übrigen Gesellschaften der Hüls-Unternehmensgruppe, deren erfolgreiche Restrukturierung und deren Mitarbeiter ist“, so heißt es in der Halco Pressemitteilung weiter. „Vor diesem Hintergrund haben wir die Insolvenzantragstellung in der bereits stillgelegten Halco GmbH eingeleitet“, so Halco-Geschäftsführer Franz Nitsche.

Mitarbeiter fühlren sich als „Hülstaraner“

Für Halco-Betriebsrat Freddy Tausendfreund kommt dieser Schritt nicht ganz überraschend. „Aber zu diesem frühen Zeitpunkt habe ich noch nicht damit gerechnet“, erklärte Tausendfreund am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Er könne den Schritt rechtlich noch nicht abschließend bewerten. „Unsere Rechtsanwältin hält verschiedene Szenarien für denkbar.“

Mehr Klarheit erwartet der Betriebsrat nach Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter, die für die nächste Woche geplant seien. Freddy Tausendfreund betonte, dass keiner der Halco-Mitarbeiter eine Abfindung erhalten habe. Aus seiner Sicht müsste die Hüls-Gruppe einspringen, wenn Halco die finanziellen Mittel für eine angemessene Abfindung fehlten. „Wir waren schließlich alle mal Hülstaraner“, sagt Freddy Tausendfreund.

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