In Irland ein neues Zuhause gefunden

Stadtlohnerin Nicole Pennekamp

Na klar, jeder Rucksackurlaub hält Entdeckungen bereit. Nicole Pennekamp aus Stadtlohn aber hat etwas ganz Besonderes gefunden: ein neues Zuhause mit atemberaubender Aussicht. In Irland. Für immer.

STADTLOHN

, 16.08.2017, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich musste immer schon raus, mich immer wieder verändern“, erzählt Nicole Pennekamp auf der Terrasse der Familie Völker am Fröbelring in Stadtlohn. Hier verbringt die 40-Jährige ihren ersten „Heimaturlaub“ seit dreieinhalb Jahren. Ihre Schwester Silvia Völker nickt lachend: „Ja, so war unsere Nicole – immer wieder gut für spontane Umzüge!“

Coesfeld, Essen, Freiburg und Münster waren Stationen ihrer Ausbildung und Arbeit als Erzieherin und Heilpädagogin. Aber am Ziel fühlte sie sich nie, jedenfalls nicht bis zu jenem vierwöchigen Rucksackurlaub im September 2004. Der führte sie ins Fischerdörflein Doolin, wo die Wellen des Atlantiks gegen Irlands schönste Steilklippen schlagen, die Cliffs of Moher.

Nach einer Urlaubswoche in Doolin beschlich sie erstmals das Gefühl: Das hier könnte für immer sein. Den folgenden Herbst erlebte sie wieder im Münsterland. Es war grau, es regnete. Und Nicole Pennekamp dachte: „Regen? Das geht doch auch in Irland, nur viel schöner!“

Spontaner Entschluss

Dann ging alles ganz schnell. Kündigung, Abschiedspartys. „Ich hab’ alles verkauft und mich von allem getrennt.“ Nur mit einem Treckingrucksack auf dem Rücken wandert die damals 27-Jährige am 6. Januar 2005 nach Irland aus. Was war es, das ihren Mut beflügelte? Eine Liebesgeschichte? Nicole Pennekamp lacht: „Nein, meinen Partner Dan habe ich erst 2006 in Doolin kennengelernt.“ Es war der Zauber der grünen Insel. Das Meer. Die raue Landschaft. Aber mehr noch die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen, die die junge Frau den großen Schritt wagen ließen. „Das Gefühl passte einfach. Ich habe schnell Freundschaften geschlossen, zu Blow-ins und zu den Locals.“ In Stadtlohn würde man sagen: „…zu den Togetrokkenen (Zugezogenen) und zu den Einheimischen.“

Dennoch war sich Nicole Pennekamp anfangs nicht sicher, wie das Experiment Irland enden würde. Heute sagt sie: „Irland ist meine Heimat.“ Dazu trug vor allem auch ihr Partner Dan bei. Und natürlich Julia, ihre gemeinsame fünfjährige Tochter. Dan arbeitet als Bauarbeiter und führt im Nebenerwerb einen kleinen Bauernhof mit 30 Kühen. Nach Aushilfsjobs in den Anfangsjahren arbeitet Nicole Pennekamp heute als Sonderpädagogin in verschiedenen Schulen und gibt Nachhilfe für Kinder mit Lese- und Rechenschwächen.

Julia vermisst irischen Opa

Irland ist für Nicole Pennekamp eben kein Langzeiturlaub. Und es gab auch schwierige Zeiten. „In den Rezessionsjahren nach 2008 wurde es in der Haushaltskasse schon mal knapp.“ Dennoch kennt Nicole Pennekamp kein Heimweh nach Stadtlohn. „Obwohl: Online lese ich immer die Münsterland Zeitung. Und den Wald im Bockwinkel oder das Brot vermisse ich schon. Und meine Familie. Aber Facebook hat die Welt ja kleiner gemacht.“ Julia indes hat Heimweh – nach ihrem irischen Papa und dem irischen Opa. Am Samstag geht’s wieder heim auf die Insel.

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