Eine Eisenbahnstadt mit fünf Bahnhöfen ist Stadtlohn schon lange nicht mehr. Ein Stück Bahnhistorie lebt jetzt aber am Kreisverkehr an der Vredener Straße auf.

Stadtlohn

, 20.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Heinz Garwer und Helmut Stowermann sind erleichtert, und sie sind richtig zufrieden. Darüber, dass ihr gemeinsames Projekt endlich realisiert wurde: Die „Verlegung“ von Schienen und anderen Relikten der Stadtlohner Eisenbahngeschichte. Erleichtert sind der Eisenbahnfreund und der CDU- Fraktionschef vor allem deshalb, weil es von der Idee und dem Antrag an den Rat bis zur Umsetzung eineinhalb Jahre gedauert hat.

Unterstützung durch die CDU

Zur Erinnerung: Mit seinem Plan, genau etwa an dem Ort, wo früher (bis 1988) Güter über den Schienenstrang der Nordbahn Vreden-Stadtlohn-Borken transportiert wurden, fast so etwas wie eine kleine Outdoor-Ausstellung des Museums zu errichten, war Garwer bei der CDU auf offene Ohren gestoßen. Die hatte das zum Antrag gebracht und fand dafür auch die ungeteilte Zustimmung des Stadtrates, der dafür auch 5000 Euro im Haushaltsplan 2018 verankerte.

„Passiert war bis Anfang dieses Jahres aber nichts“, bedauerten Garwer und Stowermann unisono und hakten nach. Offenbar hatte die Verwaltung auf einen Vorschlag des Eisenbahnclubs gewartet, dieser aber davon ausgegangen, dass die Stadt tätig wird.

Spenden aus Lippstadt

Allerdings musste, wie Heinz Garwer sagt, nicht nur die Ausschreibung abgeschlossen werden, sondern auch der Kreis Borken noch Grünes Licht geben: „Der Kreisverkehr liegt in der Zuständigkeit des Kreises.“ Und der hatte auch kein Problem mit der Gestaltungsidee der Stadtlohner Eisenbahnfreunde. Die hatten über Kontakte zur Westfälischen Landeseisenbahn in Lippstadt auch die gewünschte „Möblierung“ erhalten: Schienen, Schwellen und Achse. „Das wurde uns kostenlos als Spende zur Verfügung gestellt“, berichtet Garwer.

Und all das hat jetzt ein gutes Ende gefunden: Eine Firma aus Stadtlohn hat das Material aus Lippstadt abgeholt, Schienenstücke zusammengebaut, die Achse daraufgesetzt und auch verschweißt. Die Rundung im Kreisverkehr wurde geglättet, die Fläche geschottert, so dass eine andere Firma anschließend den Rollrasen aufbringen konnte.

Historischer Kilometerstein

En besonderer Hingucker in dem Ensemble ist der historische Kilometerstein 2, der unweit des Kreisverkehrs mal stand und aus dem Bestand des Eisenbahnmuseums stammt. Garwer: „Der Standort war früher in etwa da, wo heute Aldi ist.“ Die 2 steht dabei für die Entfernung zum Hauptbahnhof.

Und von dem, wie sich der Kreisverkehr jetzt darstellt, sind Heinz Garwer und Helmut Stowermann höchst angetan. „Es ist perfekt und genauso, wie wir es uns vorgestellt haben“, sagt Heinz Garwer. Und Helmut Stowermann ergänzt: „Das macht alles einen sehr, sehr guten Eindruck und fällt auch richtig auf.“

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Hinweisschild mit Informationen zu den „Ausstellungsstücken“.

Infotafel fehlt noch

Dazu gibt es auch schon einige Ideen, aber noch keine abschließende Entscheidung. Sicher ist man sich nur, dass man auch die Autofahrer im Kreisverkehr auf dieses besondere Stück Stadtlohner Geschichte aufmerksam machen will. Dass dafür das Geld reichen wird, da sind sich die beiden Akteure sicher. „Ich habe gehört, dass das Budget noch gar nicht ausgeschöpft ist“, glaubt der CDU-Fraktionsvorsitzende auch hier an eine positive Lösung.

Und auch mit der passenden Form einer Eröffnung des Eisenbahn-Kreisverkehrs werde sich seine Fraktion noch beschäftigen.

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