Julia Schäfer ist als Volunteer live im Stadion in Le Havre dabei

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Eigentlich hat Julia Schäfer aus Stadtlohn gerade ein Auslandssemester in England absolviert. Jetzt aber will sie in Le Havre ihr Französisch aufbessern. Als Volunteer bei der Fußball-WM.

Stadtlohn

, 16.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit Samstag vor Pfingsten hat Julia Schäfer (22) ihre Zelte am Ärmelkanal aufgeschlagen. Bis zum 28. Juni ist ein Studentenwohnheim in der normannischen Stadt Le Havre ihr Quartier. Tagsüber aber ist sie rund um das „Stade Océane“, das Stadion von Le Havre, im Einsatz. Zusammen mit 2500 Freiwilligen aus aller Welt.

Die Studentin, die im 4. Semester an der FH Münster „European Business Programme“ studiert, hat ein Auslandssemester nach Portsmouth geführt. „Auch mein 5. Semester werde ich in England studieren“, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion am Telefon.

Nach Frankreich der Sprache wegen

Warum dann also Frankreich? „Ich wollte die Monate, in denen ich jetzt keine Uni habe, sinnvoll nutzen.“ Vor allem auch dazu, um ihre französischen Sprachkenntnisse zu vertiefen. Und prompt stieß sie bei ihrer Recherche auf die Seite des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) und dessen Kooperation mit dem DFB und dem Local Organising Commitee der Fedération Francaise de Football sowie dem gemeinsamen Volunteer-Programm. Julia Schäfer: „Ich habe mich beworben und wurde genommen.“

Zur Vorbereitung ging‘s im April für einen Tag in die DFB-Zentrale in Frankfurt. Sozusagen aus Erster Hand erhielten sie und die anderen Freiwilligen dort Informationen zu dem, was sie vor Ort erwartet.

Einsatz in gelb-blauer Dienstkleidung

Davon hat sie sich jetzt schon einige Tage an Ort und Stelle ein Bild machen können. An ihren Arbeitstagen steigt sie in ihre gelb-blaue Dienstkleidung und unterstützt die Mitarbeiter des Orga-Teams bei ihren Einsätzen. Eine feste Arbeitszeitregelung gibt es nicht. „Das hängt immer davon ab, ob es ein Spieltag ist, oder nicht. Dann kann ein Arbeitstag genausogut von 10 bis 15 oder auch von 3 bis 21 Uhr laufen“, erzählt sie.

In Le Havre gehört sie zum Marketing-Team, das ein breites Aufgabenspektrum zu erledigen hat. Dazu gehört auch die Zuschaueranimation. Julia Schäfer erklärt es an einem Beispiel: „Zuschauer werden animiert, sich in einem Bilderrahmen fotografieren zu lassen. Manchmal machen wir auch die Fotos.“ Unterstützung beim Vorprogramm der Spiele oder auch die Überprüfung, ob nur die Marken der Sponsoren im Stadion präsent sind, gehört zu Julias Job.

Ein Spiel hat sie bislang noch nicht gesehen. Allerdings macht sie auch keinen Hehl daraus, dass Fußball nicht der Grund für ihre Bewerbung war.

Begeistert vom Zusammenhalt im Team

Welchen Eindruck hat sie bislang mitgenommen, was findet sie besonders spannend? „Das wirklich Spannende ist für mich die bunte Vielfalt der Leute, die man hier trifft, der unglaubliche Zusammenhalt im Team.“ Von Le Havre hat sie allerdings noch kaum etwas gesehen und auch für gemeinsame Abende mit den Kollegen fehlte bislang die Zeit. „Es gibt aber ein großes Volunteering-Center, bei dem man sich nach der Schicht treffen kann.“

Und was machen die Französischkenntnisse? „Die meisten in meinem Team sind Franzosen, alle nehmen Rücksicht auf mich als Deutsche und sprechen extra langsam, und die Kommunikation auf Französisch läuft gut.“

Das kann sie dann auch nach Ende des Volunteer-Einsatzes noch intensivieren. Nach einer Woche Zwischenstopp zuhause in Stadtlohn geht es dann für drei Monate zu einem Praktikum nach Lyon. Zu einem großen Unternehmen aus dem Münsterland.

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