Karnevalisten verteilen rote Karten für Schallsünder im Rosenmontagszug

KG "Üm Bütt un Pütt"

Viele tausend Narren aus der Region fiebern freudig dem Rosenmontagszug entgegen. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln blickt der eine oder andere auch sorgenvoll auf den Höhepunkt des Straßenkarnevals. Zugleiter Norbert Kuschel aber zeigt sich optimistisch: "Wir sind vorbereitet - aber nicht in Sorge."

STADTLOHN

, 06.02.2016, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zugleiter Norbert Kuschel in der Wagenbauhalle der KG „Üm Bütt un Pütt“.

Zugleiter Norbert Kuschel in der Wagenbauhalle der KG „Üm Bütt un Pütt“.

Gemeinsam mit Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr und DRK haben die Verantwortlichen der Karnevalsgesellschaft "Üm Bütt un Pütt" ein umfangreiches Sicherheitspaket geschnürt - ganz unabhängig von den Kölnern Ereignissen. Auf der Sicherheitseinweisung in dieser Woche mit rund 100 Vertretern der Wagenbau- und Fußgruppen spielte ein anderes Thema eine viel größere Rolle: die Gefahr fürs Trommelfell durch überlaute Technomusik von den Umzugswagen.

"Laut? - Nein Danke!", lautet in diesem Jahr ein inoffizielles Motto der KG "Üm Bütt un Pütt", nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder mal Beschwerden gegeben hat. Zugleiter Kuschel: "Wir haben nichts gegen laute Musik - aber ab einer bestimmten Dezibelzahl grenzt das an Körperverletzung."

Rote Karte für Schallsünder

Im letzten Jahr bereits wurde ein Wagen, dessen Boxen zu laut aufgedreht waren, nach mehreren Verwarnungen aus dem Umzug herausgenommen. In diesem Jahr werden alle Wagen vorab mit einem geeichten Schallpegelmesser auf die zulässigen Grenzwerte eingemessen. "In diesem Jahr gibt es keine Verwarnungen mehr. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird nicht weiter im Zug mitfahren können."

Neben der Lautstärkebeschränkung gebe es, so Kuschel, zwei weitere "klare Ansagen": eine Null-Alkohol-Toleranz für die Fahrer. Und für die Wagenbesetzung gilt: Unflätiges Verhalten und überstarke Alkoholisierung werden nicht geduldet.

Keine Spaßverderber

Dabei wollen die Zugmacher natürlich keine Spaßverderber sein. Aber für sie gilt der Grundsatz, den Norbert Kuschel so formuliert: "Der Rosenmontagszug ist ein Fest für Jung und Alt. Da sollen sich alle wohlfühlen können."

Und was ist mit der Sorge um Übergriffe wie in Köln? Die Gefahr schätzt Kuschel eher gering ein. "Aber wir sind darauf eingestellt", so der Zugführer. Die Polizeipräsenz sei verstärkt worden. Und alle Treckerfahrer im Zug haben einen "Notfallzettel". Warum die Treckerfahrer? Kuschel: "Die haben von oben einen ganz guten Überblick über das Geschehen in der Menge. Jetzt wissen sie genau, wem sie ihre Beobachtungen im Fall der Fälle mitteilen können." Vernetzung sei das Ziel: "Alle achten mit darauf, dass dies für möglichst alle ein unbeschwerter Tag wird."

85 Zugnummern

Der Stadtlohner Rosenmontagszug setzt sich am kommenden Montag um 13.30 Uhr in Bewegung. Rund 85 Zugnummern werden zu sehen sein, darunter etwa 55 Wagen. Bereits am Sonntag, 7. Februar, findet der Kinderumzug nach der Schlüsselübergabe auf dem Markt um 14.30 Uhr statt.

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