Die Tür des Kettelerhauses zur „Rustybar“ ist in der Corona-Pandemie für Gäste geschlossen. © Markus Gehring
Kettelerhaus

Kirchenstiftung St. Otger ist jetzt Kneipenbesitzerin

Der Stiftung St. Otger gehört jetzt auch eine Kneipe. Seit Freitag nämlich ist das Kettelerhaus in deren Besitz übergegangen. Ein Besitzerwechsel, der große Aufgaben nach sich zieht.

„Ja, es ist richtig, der Vertrag ist unterzeichnet“, sagte Dechant Jürgen Lürwer am Freitag auf Anfrage der Redaktion und bestätigt damit, dass das Kettelerhaus jetzt nicht mehr durch den Trägerverein unter dem Dach der KAB geführt wird, sondern zur Stiftung St. Otger gehört. Beim Notar hat man den entsprechenden Vertrag dann am Freitag auch juristisch absegnen lassen.

Den Gedanken, diesen Schritt zu gehen, habe es schon länger gegeben, so Lürwer. Wohl auch deswegen, weil man mit der „Betreuung“ des Kettelerhauses auch personell an Grenzen geraten ist.

Erlöse kommen sozialen Zwecken zugute

Und so ganz fremd sind sich die beiden ja auch nicht. Schließlich wurden die Erlöse des Kettelerhauses in das Grundkapital der Stiftung „eingespeist“. Rund 50.000 Euro sind der finanzielle Sockel der Stiftung, die auch nicht angetastet werden dürfen. Ein „niedriger vierstelliger Betrag“ werde laut Dechant Lürwer jährlich für soziale Zwecke ausgeschüttet.

Und die sind laut Stiftungszielen klar geregelt: „Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, das kirchliche und soziale Leben in Stadtlohn zu fördern.“ Die finanziellen Mittel sind gedacht für die Unterstützung seelsorgerischer Projekte, die Förderung von karitativen und katechetischen Maßnahmen, die Förderung von kirchlichen, karitativen und sozialen Belangen in der Gemeinde St. Otger, die Erhaltung und Ausstattung der katholischen Kirchengebäude. Einige Beispiele: Podeste für die Gemeinde, ein Defibrillator für das St. Otger-Haus, Unterstützung der Ehrenamtlichen bei den Kinder- und Jugendfreizeiten.

Große Herausforderung während der Pandemie

Dass jetzt auch das Kettelerhaus, in dem ein gastronomischer Betrieb und eine Wohnung verpachtet sind, zum Stiftungsvermögen gehören, stellt aber auch eine große Herausforderung für die Stiftung dar. Schließlich hat die Corona-Pandemie hier deutliche Auswirkungen gezeigt. Der junge Pächter Thomas Terschluse, der das Kettelerhaus erst vor rund zwei Jahren übernommen hat, musste den Betrieb im Lockdown immer wieder ruhen lassen.

Er selbst hat durch eine zwischenzeitliche andere berufliche Tätigkeit die Basis dafür geschaffen, dass er demnächst auch wieder als Wirt hinter dem Ketttelerhaus-Tresen stehen kann. So hofft er jedenfalls.

Sparsamkeit ist gefordert

„Wir werden künftig vorsichtiger mit den Finanzen umgehen müssen“, ist sich auch Jürgen Lürwer darüber im Klaren, dass man es insgesamt mit schwierigen Zeiten zu tun hat. Die Bausubstanz verlangt ebenfalls immer wieder Aufmerksamkeit. Auch finanziell.

Schließlich handele es sich um ein älteres Gebäude und nicht einen Neubau, macht auch der Dechant deutlich. Gerade habe es auch im Bereich der Gastronomie Renovierungsmaßnahmen gegeben, die mit einem Konto im Minus verbunden gewesen seien. Sparsamkeit heißt das Gebot der Stunde.

Also haben alle Beteiligten den gleichen Wunsch, den Jürgen Lürwer so formuliert: „Wir wollen es ihm und uns wünschen, dass die Türen des Kettelerhauses bald wieder öffnen.“

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