Könnte ein Kreisverkehr das Verkehrs-Chaos auf der Kreuzung Berken beheben?

hzGrabenstraße und Pfeifenofen

Der Knotenpunkt Grabenstraße/Pfeifenofen ist den Stadtlohnern seit Langem ein Dorn im Auge. Eine Rechtsabbiegespur galt als beschlossen. Nun wurde eine neue Lösung diskutiert.

Stadtlohn

, 03.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Wie kann man den Knotenpunkt Grabenstraße/Pfeifenofen verkehrlich entlasten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Den Stein ins Rollen brachte ein Antrag der CDU, den aktuellen Sachstand darzustellen. Bisher steht an dieser Stelle eine Ampel, die gerade während der Stoßzeiten zu langen Rückstaus führt. Ein Problem, das die Politik seit langer Zeit beschäftigt. „Wir haben hier eine Verkehrssituation von unbefriedigender Qualität“, bestätigte auch Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp.

Bereits im Jahr 2011 hatte sich der Rat der Stadt Stadtlohn im Rahmen des integrierten Handlungskonzeptes mit der Problematik beschäftigt. Damals war beschlossen worden, dass in Zukunft die Mühlenbrücke für den Kfz-Verkehr gesperrt wird und nur noch Busse, Radfahrer und Fußgänger sie passieren dürfen. Die entlastende Wirkung der Mühlenbrücke sollte durch eine Rechtsabbiegerspur auf der Straße „Pfeifenofen“ in Richtung Wüllen aufgefangen werden. Weil für einen separaten Abbiegestreifen an dieser Stelle zu wenig Platz ist, sollte ein sogenannter überbreiter Fahrstreifen mit einer Breite von circa fünf Metern die Lösung darstellen.

Rechtsabbiegespur bereits seit 2011 in Planung

Seit 2011 lief viel Wasser die Berkel hinunter, getan hat sich an dieser Stelle allerdings wenig. „Für uns war damals klar, dass die Rechtsabbiegespur zeitnah umgesetzt wird. Wir haben alles zig Mal durchgesprochen, weshalb wir mittlerweile ziemlich unzufrieden mit der Situation sind“, erklärte Heinrich Ellers von der CDU.

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Mathias Pennekamp erklärte: „Da es nicht unsere Straße ist, brauchen wir den Segen von Straßen NRW. Da wir im Bereich der Burgstraße noch einige Baumaßnahmen vorhaben, ist es unser Ansatz, eine mögliche Rechtsabbiegespur gemeinsam mit dem Hochwasserschutzkonzept umsetzen.“ Gerd Große Frericks, bei der Stadt zuständig für Gewässer und Hochwasserschutz, sprach sich ebenfalls für diese Vorgehensweise aus. Dr. Albert Daniels von der FDP sah das jedoch anders: „Die Rechtsabbiegespur muss vorgezogen werden. Das Risiko ist überschaubar.“

Könnte ein Kreisverkehr das Vekehrs-Chaos beheben?

Eine weitere Option stellte Dr. Lothar Bondzio vom Ingenieurbüro „Brilon Bondzio Weiser“ dem Bauausschuss vor. „Nach unseren Prognosen wäre die maximale Rückstaulänge bei einem Kreisverkehr an dieser Stelle deutlich geringer als bei einer Ampelanlage.“ Der Prognose zufolge würde der Verkehrsfluss nach Schulnoten in der Morgenspitze ein „gut“ erhalten, in der Abendspitze immerhin ein „befriedigend“.

Lothar Bondzio schickte allerdings direkt hinterher: „Ein Kreisverkehr ist an dieser Stelle bisher so nicht möglich. Man müsste dort zunächst noch Grundstücke erwerben.“ Die Bedenken von Josef Wansing (CDU), ob ein Kreisverkehr die Verkehrsbelastung vertragen könne, wischte Lotharn Bondzio beiseite. „Die Verkehrsbelastung von in der Spitze 12.000 Fahrzeugen können Kreisverkehre relativ locker verpacken.“

Ob die Idee eines Kreisverkehrs allerdings in Zukunft weiter verfolgt wird, steht noch völlig in den Sternen. „Unsere Intention war es, unterschiedliche Varianten zu untersuchen – neben oder ergänzend zu einer Umgehungsstraße – um eine bessere Mobilität zu ermöglichen“, so Mathias Pennekamp.

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