Leben in der Berkel ist wieder vielfältiger

Angler informieren am Berkelaktionstag

Gute Nachrichten von der Stadtlohner Berkel: Edelkrebs, Hecht und Co. fühlen sich hier offenbar immer wohler. Das sagen diejenigen, die den Fluss beständig im Blick haben: die Angler. Die Wasseranalysen der Gewässerwarte und der staatlichen Umweltbehörden bestätigen diesen Eindruck. Im Rahmen des Berkelaktionstags am 11. September wollen die Stadtlohner Angler über das Leben im Fluss informieren.

STADTLOHN

, 30.08.2016, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Bekelaktiontag will der Angelsportverein Stadtlohn Besuchern den Blick in die Wasserwelt ermöglichen.  V.l. Jugendwart Michael Funke, Angler Hassan Omayrat, Vorsitzender Berthold Hessing und Angler Jens Göring.

Am Bekelaktiontag will der Angelsportverein Stadtlohn Besuchern den Blick in die Wasserwelt ermöglichen. V.l. Jugendwart Michael Funke, Angler Hassan Omayrat, Vorsitzender Berthold Hessing und Angler Jens Göring.

Wenn Markus Funke auf die Berkel zu sprechen kommt, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Man merkt: Er hat ein inniges Verhältnis zum Fluss und zur Lebensgemeinschaft der Wassertiere. Michael Funke ist Vorstandsmitglied und Jugendwart des Angelsportvereins Stadtlohn, der im nächsten Jahr sein 80-jähriges Bestehen feiern kann und 380 Mitglieder zählt, darunter fast 90 Jugendliche . „Seit Jahren verbessert sich die Wasserqualität“, freut sich Michael Funke. „Das Ökosystem der Berkel in Stadtlohn stimmt.“

Fluss mit Jungfischen besetzen

Das lesen die Angler nicht nur am Edelkrebs ab, der in der Berkel wieder häufiger anzutreffen ist. „Auch Rotaugen, Karpfen, Brassen sowie die Weißfische Hasel und Aland tummeln sich im Wasser. Und natürlich der Hecht. In diesem Jahr wurde in der Berkel auch schon ein 1,02 Meter großer Hecht gefangen“, sagt Michael Funke.

Die Angler selbst machen sich für die Artenvielfalt in der Berkel stark, in dem sie den Fluss mit heimischen Jungfischen besetzen – und das nicht nur zum Eigennutz. Funke: „Jedes Jahr setzen wir rund 5000 kleine Aale in der Berkel aus – und die wandern ja weiter. Wir wollen den Gästen auf dem Berkelaktionstag deutlich machen, dass der Angelsportverein nicht nur Fische rausholt, sondern sich auch intensiv um die Gewässerökologie kümmert“, so Michael Funke. Schon vor 25 Jahren hat der Angelsportverein heimische Muschelarten in der Berkel wiederangesiedelt.

Aber nicht alle Tiere sind in der Berkel willkommen. Im Oberlauf des Flusses bei Gescher hat sich in den letzten Jahren eine nicht einheimische Krebsart als „Neozoon“ breitgemacht. „Es handelt sich um den Signalkrebs, der ursprünglich aus Nordamerika stammt und hier wohl ausgesetzt wurde. Das Problem ist, dass er den einheimischen Edelkrebs verdrängt“, erklärt Funke.

„Drastische Verbesserung“

Vor Jahrzehnten aber gab es an der Berkel noch viel größere ökologische Probleme, so wissen nicht nur die Angler. 1970 litt der Fluss von unter massiven Sauerstoffdefiziten, die die Lebenswelt im Wasser bedrohten. „Belastungsschwerpunkte stellen besonders die Siedlungsbereiche, die intensive landwirtschaftliche Nutzung des Bodens sowie diffuse Einleitungen dar“, so beschreibt ein Bericht des Staatlichen Umweltamtes Herten die damaligen Probleme.

Verbesserte Klärtechnik, der Stopp von Einleitungen und Uferschutzonen haben die Wasserqualität der Berkel in den letzten Jahrzehnten „drastisch verbessert“, heißt es in dem Bericht des Umweltamtes.

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