Amino Benzol (Künstlername) und Stefanie Höbing-Plate (r.) halfen den Kindern, dass ihre bemalten Steine Teil des großen Schriftzuges wurden. © Victoria Garwer

Mehr als tausend bemalte Steine fanden den Weg in den Losbergpark

Der Steine-Flash im Stadtlohner Losbergpark war ein riesiger Erfolg. Schon nach einer Stunde war der geplante Schriftzug fertig und noch mehrere hundert bemalte Steine waren übrig.

Wow!“ „Guck mal, der da!“ „Unfassbar.“ „Hast du den schon gesehen?“ Die Besucher und Teilnehmer des Steine-Flashs im Losbergpark am Sonntag waren allesamt begeistert von der Kunst in Form von Steinen. Die Aktiven der Gruppe „Stadtlohner Steine“, aber auch viele neue Künstler und einfach Interessierte haben aus den kleinen und großen Kunstwerken den Schriftzug „Stadtlohn, dat Hattken van de Welt, ist bunt“, gelegt.

Am Anfang aber war das Rondell am See noch ziemlich kahl. Dabei standen schon viele Familien parat, bereit loszulegen. Doch die Organisatoren rund um Stefanie Höbing-Plate mussten erst einmal eine wichtige Frage klären: „Schreiben wir mit Kreide vor oder machen wir es frei Hand?“, wollte Amino Benzol wissen, die auch bei dem Treffen unter ihrem Künstlernamen auftrat.

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Steine-Flash im Losbergpark

Schließlich kennen sich die zumeist weiblichen Steine-Maler aus der Facebook-Gruppe und somit vor allem unter ihrem Facebook-Namen. Viele von ihnen sahen sich an diesem Sonntag zum ersten Mal im realen Leben. Davon war aber nicht viel zu spüren, die Stimmung war sofort familiär und gelassen.

Schriftzug wurde größer als zunächst geplant

Die Gruppe entschied sich schließlich gegen die Kreide und fing einfach mal an, die bunten Steine in Form zu bringen. Schnell waren die ersten 100 Exemplare ausgelegt – schon nach den ersten drei Buchstaben. Für das Wort Stadtlohn wurden am Ende sogar 220 Steine gebraucht. Doch für Nachschub war gesorgt, und so musste der weitere Schriftzug gar nicht kleiner werden, wie zunächst geplant.

Kady (8) wartete geduldig, bis sie an der Reihe war. Schließlich musste wegen der Corona-Pandemie auch auf dem Rondell Abstand gehalten werden. Dann endlich konnte sie ihre Werke dem Kunstwerk zufügen. 14 Stück hatte sie mitgebracht. „Die habe ich zusammen mit meiner Oma gemalt“, erzählt sie.

Auf einem ist ein Strauß zu sehen, auf einem anderen zwei Kaninchen. Einer zeigt einen Hund, der nächste ein Spiegelei. „Weil der die Form eines Spiegeleis hat“, sagt Kady lachend. Ihren Lieblingsstein, den mit den Bildern ihrer Meerschweinchen, hat sie aber zu Hause gelassen. Den will sie lieber selber behalten.

Mehr als 750 Steine fanden den Weg in den Losbergpark

Kein Problem, der Schriftzug wurde auch so schnell fertig. Nach einer Stunde war der Satz auf dem Boden gut zu lesen. Rund 750 Steine hat Amino Benzol dafür gebraucht. Sie hat die Steine nach Farbe, Form und Größe sortiert und sie zu Buchstaben zusammengelegt. Und noch immer häuften sich die bemalten Steine in Kartons, Tüten und sogar Sporttaschen am Rand. Insgesamt waren es wohl mehr als tausend Steine und so folgte noch ein großes Herz rund um den ganzen Schriftzug.

Denn gerade die aktiven Künstlerinnen der Gruppe haben in den vergangenen Monaten fleißig gemalt und gesammelt. Eigentlich sollte der Steine-Flash schon im Frühjahr stattfinden, doch dann kam die Corona-Pandemie. Gisela Plate zum Beispiel hat alleine schon 250 steinerne Kunstwerke mitgebracht.

Bemalte Steine gehen jetzt auf die Reise

Am Rande der Aktion gaben sich die Künstlerinnen Tipps, fachsimpelten über die richtigen Farben, bewunderten die Werke der anderen und beschwerten sich, dass so oft Steine einfach verschwinden. Denn die Kunstwerke werden an öffentlichen Orten versteckt. Wer einen findet, sollte ein Bild davon in die Facebook-Gruppe posten und den Stein dann wieder auslegen.

Das werden die Organisatoren auch mit den Steinen machen, die den Schriftzug bildeten. Als Carlo (3) das hörte, nahm er seinen Lieblingsstein lieber wieder aus dem Mosaik heraus. Den gemalten Löffel gibt er nicht her. Seine Schwester Luisa (4) ist da anders. Ihre Prinzessin und ihr Vogel gehen nun auf die Reise. Sie hofft, dass jemand die Steine findet und sich freut. So wie sie sich gefreut hat, als sie ihren ersten Stein in Bocholt gefunden hat.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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