Am Hessenweg entstehen gerade in der Nachbarschaft der Kita La Vita etliche neue Einfamilien- und Doppelhäuser. Die Stadt will in nächster Zeit weitere Baugrundstücke in Stadtlohn bereitstellen. © Markus Gehring
Hausbau

Mehr Bauplätze: Wo junge Familien in Stadtlohn bald ein Haus bauen können

Stadtlohn will neue Bauplätze für junge Familien bereitstellen. Noch im ersten Halbjahr sollen neue Planungen auf den Weg gebracht werden. Wir verraten wo.

Rund um den Hessenweg ragen die Baukräne in den Himmel. Aktuell wurden oder werden im Baugebiet Erningfeld rund 120 Wohneinheiten in Einfamilien- und Doppelhäusern, Stadtvillen und Bungalows errichtet. Am Espenweg entstehen zurzeit zehn Wohneinheiten und an der Danziger Straße in Wenningfeld 20 Wohneinheiten.

Lange Warteliste im Rathaus

Aber die Nachfrage nach weiteren Bauplätzen ist ungebrochen groß. Auf der Warteliste im Rathaus stehen weit über 100 Bewerber. „Wir brauchen mehr Baugrundstücke für junge Familien“, forderte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Infrastruktur und Stadtentwicklung (Wisa) der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Markus Könning und rannte damit offene Türen bei den anderen Fraktionen ein.

„Wir unterstützen den Antrag der CDU“, erklärte Silke Gertz (UWG). Sie mahnte aber gleichzeitig an, sparsam mit Flächen umzugehen und städtebauliche Lückenschlüsse in den Blick zu nehmen.

FDP: Bitte keine Altersdiskriminierung

„Wir sind natürlich auch dafür“, sagte Otger Harks (SPD). Er sprach sich dafür aus, den Geschosswohnungsbau bei den Überlegungen nicht zu vergessen.

Dr. Albert Daniels (FDP) sah den Bedarf für Mehrfamilienhäuser nicht so sehr. Er sprach sich auch dagegen aus, die Bauplätze ausschließlich an junge Familien zu vergeben. Daniels: „Kinderlose haben in Stadtlohn so gut wie keine Chance, ein Baugrundstück von der Stadt zu erwerben. Das ist fast schon Altersdiskriminierung.“

Am Ende beauftragte der Wisa-Ausschuss einstimmig die Verwaltung, für das erste Halbjahr 2021 den verfahrenseinleitenden Beschluss für mindestens ein neues Wohngebiet vorzubereiten. Und wo genau sollen die neuen Bauplätze entstehen?

  • Die CDU hat in ihrem Antrag zwei konkrete Vorschläge gemacht: Die Stadt habe schon vor längerer Zeit Flächen an der Sebastianstraße sowie am Bomers Kamp erworben. Aus Sicht der CDU sollten die Flächen am Bomers Kamp Vorrang haben.
  • Mathias Pennekamp, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt, machte einen anderen Vorschlag: Es könne ja kurzfristig ein Bebauungsplanverfahren für einen ersten Teilbereich auf dem Spahn-Gelände auf den Weg gebracht werden.
  • In den Haushaltsplanberatungen am Mittwochabend brachte die CDU auch die Fläche westlich der Wibbeltstraße ins Spiel. Sie wurde bislang für eine mögliche Umgehungsstraße freigehalten, die nun aber wohl endgültig zu den Akten gelegt wurde. Der Rat begrüßte diesen Vorstoß einstimmig. Weitere Beratungen sind aber erforderlich.
  • In aktueller Planung befinden sich darüber hinaus mehrere Wohngebiete am Vellsweg (8 Grundstücke), östlich des Baugebietes Lembecks Hof zwischen der Straße Breul und Alter Dyk (40-50 Wohneinheiten in Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienwohnhäusern), am Owwering, in Wenningfeld (15-20 Wohneinheiten) und am Espenweg (16-18 Einfamilienhäuser/Doppelhäuser).

Mathias Pennekamp wies darauf hin, dass der Fortschritt der einzelnen Planungen nicht immer genau kalkuliert werden könne, weil zum Beispiel Grundstücksverhandlungen, Entwässerungsstudien oder Artenschutzuntersuchungen für Verzögerungen sorgen könnten. Es sei daher gut, mehrere Eisen im Feuer zu haben und sich nicht auf eine Fläche zu konzentrieren. Pennekamp: „So können wir in regelmäßigen Abständen neue Baugrundstücke anbieten.“

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Redaktion Ahaus
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